3Unter der Lupe
Zwischenbilanz
mit vielen
Fragezeichen
15Dossier
Zwischen heutigem
Fortschritt und
morgigem Stillstand
28 Recht§ausleger
Die Schulleitung:
Rechte und Pflichten
6Im Brennpunkt
Der Durchbruch
Schuldigitalisierung
Worauf es
jetzt ankommt
Pädagogik & Hochschul Verlag . Graf-Adolf-Straße 84 . 40210 Düsseldorf · Foto: AdobeStock
1781 | Ausgabe 7/2023 | DEZEMBER | 67. Jahrgang
INHALT
lehrer nrw ·
7/2023
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UNTER DER LUPE
Sven Christoffer: Zwischenbilanz
mit vielen Fragezeichen 3
BRENNPUNKT
Ulrich Gräler: Der Durchbruch 5
JUNGE LEHRER NRW
Marcel Werner:
Außerschulischer Lernort 8
PERSONALRATSWAHL 2024
Anreize statt Druck, Druck, Druck! 9
PERSONALRÄTE
Hauptpersonalrat für Realschulen:
Immer den Einzelnen im Blick 10
Hauptpersonalrat für Gesamt- und
Sekundarschulen: Steter Tropfen höhlt
den Stein 11
TITEL
Bildung gestern – heute – morgen 12
DOSSIER
Tobias Braune: Zwischen heutigem
Fortschritt und morgigem Stillstand
Was bei der Schuldigitalisierung jetzt wichtig ist 15
SCHULE & POLITIK
Innere Stärke und Freude im Lehrerberuf 19
Lehramtsstipendium Ruhr 20
Neugschwender übernimmt 22
Ziele und Schwerpunkte
des neuen VDR-Vorsitzenden 23
FORTBILDUNGEN
Präsenz und Resilienz 24
BATTEL HILFT
Krieg und Schule 26
SENIOREN
Erlebnisreiche Herbstfahrt nach Würzburg 27
RECHT§AUSLEGER
Christopher Lange: Die Schulleitung
Rechte und Pflichten im Binnenverhältnis
von Schulleitung und Lehrkräften 28
ANGESPITZT
Jochen Smets:
Attraktivitätsdiskriminierung 30
HIRNJOGGING
Aufgabe 1: Bilder verbinden 31
Aufgabe 2: Verrückte Buchstaben 31
Aufgabe 3: Familienbande –
Verrücktes Rätsel 31
IMPRESSUM
lehrer nrw
– G 1781 –
erscheint sieben Mal jährlich
als Zeitschrift des
‘lehrer nrw’
ISSN 2568-7751
Der Bezugspreis ist für
Mitglieder des
‘lehrer nrw’
im Mitgliedsbeitrag enthal-
ten. Preis für Nichtmitglieder
im Jahresabonnement:
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lehrer nrw e.V.
Nordrhein-Westfalen,
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Redaktion
Sven Christoffer,
Ulrich Gräler,
Christopher Lange,
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Sarah Wanders,
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Düsseldorf
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PÄDAGOGIK &
HOCHSCHUL VERLAG
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vom 1. Oktober 2021
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Für unverlangt eingesandte
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währ übernommen werden.
Namentlich gekennzeichnete
Beiträge geben die Meinung
ihrer Verfasser wieder.
Zwischenbilanz
mit vielen
Fragezeichen
Die vermeintlichen Erfolge des ‘Handlungskonzepts
Unterrichtsversorgung’ der NRW-Landesregierung sind
teuer erkauft. Nämlich durch weiter wachsenden Druck auf Bestandslehrkräfte.
S
Schulministerin Dorothee Feller hat im Oktober
die ersten Ergebnisse des ‘Handlungskonzepts
Unterrichtsversorgung’ vorgestellt, mit dem
die Personalsituation an Schulen in Nordrhein-West-
falen verbessert werden soll. Aus Sicht des Ministeri-
ums kommt man Schritt für Schritt voran, aus mei-
ner Sicht bleiben insbesondere die dienstrechtlichen
Maßnahmen jedoch höchstproblematisch.
Mit drei Zahlen belegte die Ministerin,
dass ihre Anstrengungen Wirkung zeigen würden:
Seit April 2023 hat es 205 Abordnungen
mehr an die Grundschulen im Land
Nordrhein-Westfalen gegeben.
510 Lehrkräfte weniger arbeiten in vorausset-
zungsloser Teilzeit als noch im April 2023.
Die Grund- und Förderschulen haben bereits
697 Alltagshelferinnen und Alltagshelfer
seit Beginn des Schuljahres eingestellt.
Teuer erkaufte Erfolge
Aus meiner Sicht sind diese Ergebnisse differenziert
zu betrachten. Dass innerhalb so kurzer Zeit eine so
hohe Anzahl an Alltagshelferinnen und Alltagshel-
fern für den Schuldienst gewonnen wurde, ist zwei-
felsohne ein echter Erfolg. Daneben stehen aber
auch vermeintliche Erfolge wie die Erhöhung von
Abordnungen oder die Rückgänge bei der vorausset-
zungslosen Teilzeit, die teuer erkauft sind – nämlich
mit einem Attraktivitätsverlust des Lehrerberufs und
einer unvermindert hohen Arbeitsbelastung der Be-
standslehrkräfte. Insofern gehört es meiner Meinung
nach zu einer ehrlichen Bestandsanalyse, auch zu er-
heben, wie viele Lehrerinnen und Lehrer zum Bei-
spiel in die Teildienstfähigkeit flüchten oder sogar in
die Kündigung beziehungsweise vorzeitige Zurruhe-
setzung.
Beängstigende Zahlen
Am 12. Oktober 2023 hat das Schulministerium auf
eine kleine Anfrage der SPD-Fraktion geantwortet,
in der es um die Zahl der Lehrkräfte ging, die zum
1. September 2023 in Teilzeit arbeiten. Es waren
73 326. Laut Bericht der Aachener Zeitung’ vom
19. Oktober lag diese Zahl damit um mehr als 3500
über dem Vorjahreswert. Und bereits im Frühjahr
hatte der WDR darüber berichtet, dass Kündigungen
beim Schulpersonal deutlich zugenommen hätten:
»Fast 800 Jobaussteiger an Schulen hat es im Jahr
2022 gegeben. Darunter war auch pädagogisches
Fachpersonal wie Sozialpädagogen, aber 286 Kündi-
gungen kamen von verbeamteten Lehrerinnen und
Lehrern. Insgesamt hat sich die Zahl der Kündigun-
gen damit innerhalb von zehn Jahren fast verdrei-
facht.« Die Vermutung liegt nahe, dass wachsender
Druck und steigende Belastungen die Kolleginnen
und Kollegen in die Teilzeit oder gar in die Kündi-
gung getrieben haben. Für mich lautet die Konse-
quenz: Nur durch Absenkung des Drucks und eine
spürbare Entlastung wird es uns gelingen, die Man-
gelsituation an unseren Schulen zu beseitigen. An-
reize und Freiwilligkeit sind das Gebot der Stunde.
Gefahr der Überforderung
Unter den genannten Aspekten sind die Beschrän-
kungen bei der voraussetzungslosen Teilzeit das völ-
lig falsche Signal. Wer die Kolleginnen und Kollegen
gegen ihren Willen in die Vollzeit drängt, erhöht den
Druck massiv und somit die Gefahr der Überforde-
rung. Wenn diese Menschen dann in die Krankheit
fallen, hat das System Schule nicht nur nichts
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lehrer nrw
UNTER DER LUPE
von SVEN CHRISTOFFER
lehrer nrw ·
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UNTER DER LUPE
gewonnen, sondern auch noch das wertvolle Depu-
tat einer Teilzeitkraft verloren. Teilzeit an Schule ist
vergleichsweise unattraktiv, denn in der Regel sin-
ken mit der Unterrichtsverpflichtung die außerunter-
richtlichen Dienstpflichten nicht proportional. Will
heißen: Menschen, die in die Teilzeit gehen, haben
dafür meist gute Gründe (zum Beispiel den Wunsch,
bis zur Pensionierung im Schuldienst zu verbleiben),
auch wenn die Teilzeit offiziell ‘voraussetzungslos’
ist.
Mut zur Umkehr
Laut Schulministerium hat sich die Zahl der Lehrkräf-
te in voraussetzungsloser Teilzeit von 13 744 um 510
auf 13 234 verringert. Wie viele Stunden Unterricht
mehr dadurch erteilt werden, ist aber nicht kommu-
niziert worden. Die Beschränkungen haben aber
auch dazu geführt, dass etliche Kolleginnen und Kol-
legen gesundheitliche Gründe für die Reduzierung
ihres Deputats geltend gemacht haben. Die Bezirks-
regierungen haben diese Angaben in der Regel
amtsärztlich überprüfen lassen, und in nicht wenigen
Fällen ist eine begrenzte Dienstfähigkeit festgestellt
worden. Diese ‘Teildienstfähigkeiten’ stellen für das
Land eine teure Lösung dar, da ein Zuschuss zum
Teilzeitgehalt gewährt werden muss. Geld, das an
anderer Stelle für Investitionen in die Bildung fehlt.
Am Ende bleibt für mich nur die Hoffnung, dass die
aufgezeigten Verwerfungen auch dem Ministerium
die Augen öffnen. Und dann braucht es nur noch
den Mut, eine kontraproduktive Maßnahme zurück-
zunehmen. Das würde auch den Lehrberuf für künf-
tige Generationen wieder attraktiver machen.
Sven Christoffer ist Vorsitzender des
lehrer nrw
sowie Vorsitzender des HPR Realschulen
E-Mail: christoffer@lehrernrw.de
Wachsender Druck auf Lehrkräfte führt
in die Überforderung und in der Folge nicht selten in
die Krankheit. Nötig wären Anreize und Freiwilligkeit.
Foto: AdobeStock/Andrey Zhuravlev
Der Durchbruch
N
Nach Wochen der Blockade durch die
Arbeitgeber konnte in der dritten
Verhandlungsrunde ein Durchbruch
erzielt werden, der den Beschäftigten der
Länder kurz vor Weihnachten ein Tarifer-
gebnis ‘beschert’, das nach langem Ringen
weitgehend dem Niveau des Abschlusses
für die Beschäftigten bei Bund und Kommu-
nen mit anschließender Schlichtung ent-
spricht. Dass dies in einer aktuell derart po-
litisch schwierigen Lage gelungen ist, kann
als großer Erfolg der Verbände und Gewerk-
schaften gewertet werden, die mit einer
seit vielen Jahren nicht mehr gesehenen
breiten Unterstützung in Form zahlreicher
Streikmaßnahmen ihren Unmut deutlich
und öffentlichkeitswirksam kundgetan ha-
ben.
Wettbewerb mit der freien
Wirtschaft um Fachkräfte
Mit diesem Tarifergebnis wurde ein weiteres
Auseinanderdriften der Arbeitsbedingungen
für die Beschäftigten in den verschiedenen
Gebietskörperschaften (Bund und Kommu-
nen, Länder) verhindert. Die Gefahr, dass
dadurch Attraktivitätsvorteile auf der einen
oder anderen Seite zu Abwanderungen bzw.
Abwerbeversuchen führen könnten, wird
dadurch vermieden. Ziel kann es nur sein,
dass die wesentlichen Bedingungen im ge-
samten Öffentlichen Dienst vergleichbar
und möglichst einheitlich ausgestaltet wer-
den. Ein Konkurrenzkampf innerhalb des
Systems kann sich der Staat in Zeiten des
allgemeinen Fachkräftemangels wirklich
nicht leisten. Stattdessen kann es doch nur
darum gehen, als Arbeitgeber bei der Perso-
nalgewinnung im Wettbewerb mit der freien
Wirtschaft zu bestehen.
3.000 Euro Inflationsaus-
gleich, 200 Euro Sockelbe-
trag, 5,5% Entgelterhöhung
Die Inflationsausgleichsprämie wurde im
gesetzlich verankerten Rahmen vollends
von ULRICH GRÄLER
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lehrer nrw
BRENNPUNKT
Flagge gezeigt: Auch
lehrer nrw
beteiligte sich
deutlich sicht- und hörbar an der Großdemonstration
am 5. Dezember in Düsseldorf und forderte gemein-
sam mit tausenden Landesbeschäftigten mehr Wert-
schätzung und eine angemessene Tariferhöhung.
Fotos: Jochen Smets
Die Streikmaßnahmen und Demonstrationen haben ihre
Wirkung nicht verfehlt: Die dritte und letzte Verhandlungs-
runde mit der Arbeitgeberseite, der Tarifgemeinschaft
deutscher Länder (TdL), brachte ein gutes Ergebnis für die
Landesbeschäftigten. Im Hinblick auf die Lehrerentgeltord-
nung besteht allerdings noch erheblicher Handlungsbedarf.
DAS ERGEBNIS IN KÜRZE IM DETAIL
a) Inflationsausgleichsprämie
(steuer- und sozialabgabenfrei):
1.800 sofort
je 120 von Januar bis Oktober 2024
b) Sockelbetrag:
200 zum
1.November
2024
c) prozentuale
Entgelterhöhung:
5,5% zum
1. Februar 2025
lehrer nrw ·
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BRENNPUNKT
ausgeschöpft. Da diese steuer- und abga-
benfrei gezahlt wird, also ‘brutto für netto’,
ist sie in ihrer betragsmäßigen Wertigkeit
ein erheblicher Gewinn für die Beschäftig-
ten. Insofern ist diese Prämie, die sich von
der Idee her betrachtet auf die Phase des
rasanten Preisanstiegs in Folge der weltpoli-
tischen Krisen mit ihren ökonomischen Fol-
gewirkungen bezieht, eine echte und wir-
kungsvolle Kompensation, auch wenn sie
jetzt erst als verspätete Zahlung die Be-
schäftigten erreicht.
Mit dem Sockelbetrag von 200 Euro für
alle Beschäftigten wird anschließend das
Niveau der gesamten Entgelttabelle ange-
hoben, d.h. für alle Entgeltgruppen. Damit
trägt dieser Tarifvertrag zum einen der Tat-
sache Rechnung, dass der Öffentliche Dienst
seine Anschlussfähigkeit an die Einkom-
mensentwicklung in der Privatwirtschaft
sicherzustellen hat, zum anderen, dass die
höheren Lebenshaltungskosten das Budget
der Verbraucher nach wie vor belasten.
Darüber hinaus wird das dann erreichte
Entgelt zum 1. Februar 2025 um 5,5 Prozent
über alle Entgeltgruppen hinweg erhöht.
Und das bei einer gesamten Laufzeit des
Tarifvertrags von 25 Monaten. Und dies al-
les im Wesentlichen in einem weitgehenden
Gleichklang mit dem Tarifvertrag für die Be-
schäftigten bei Bund und Kommunen aus
dem Frühjahr dieses Jahres.
Der Öffentliche Dienst als
attraktiver Arbeitgeber
Dass dieser Tarifvertrag überhaupt so gelun-
gen ist angesichts der massiven Haushalts-
krise nicht nur des Bundes, sondern auch so
mancher Bundesländer, war von vornherein
nicht zu erwarten. Schließlich waren für
manche Bundesländer, die vergleichbare
‘Sondervermögen’ in ihrem Haushalt gebil-
det hatten, die finanziellen Folgen des Ur-
teils des Bundesverfassungsgerichts noch
nicht absehbar. Und klar war auch nicht, wie
der Arbeitgeber, die Tarifgemeinschaft deut-
scher Länder (TdL), als Verhandlungspartner
der Verbände und Gewerkschaften damit
umgehen würde. Letztendlich hat aber auf
Seiten der TdL die Einsicht obsiegt, dass die
aktuelle personelle Situation in allen Bran-
chen des Öffentlichen Dienstes keine andere
Wahl ließ, auch beim Entgelt als attraktiver
Arbeitgeber wahrgenommen zu werden.
Nie da gewesene
Solidarität
Die Demonstrationen und Streikaktionen
der Verbände, vor allem auch innerhalb des
dbb, taten ihr übriges und waren bei den
nicht mehr zu übersehenden Problemen von
einer nie da gewesenen Solidarität unter-
einander geprägt. Und auch die Zahlen der
Teilnehmer bei diesen Aktionen sprachen
Bände. All das konnte von den Arbeitgebern
nicht (mehr) ignoriert werden.
Ulrich Gräler ist stellv. Vorsitzender des
lehrer nrw
E-Mail: graeler@lehrernrw.de
KOMMENTAR
Zur Unzeit?
Tarifverhandlungen kommen immer
zum falschen Zeitpunkt. Besondere Um-
stände lassen jedes Mal gewerkschaftli-
che Forderungen angeblich als völlig
überhöht erscheinen, gelten als nicht
‘darstellbar’. Hinter dieser ritualisierten
Rhetorik verbirgt sich aber vielfach
schlichtweg Sorglosigkeit, Einfallslosig-
keit oder Tatenlosigkeit, d.h. fehlender
tarifpolitischer Gestaltungswille. So
muss man die Haltung der Arbeitgeber
verstehen, angesichts des Fachkräfte-
mangels allein auf das Prinzip Hoffnung
zu setzen.
In allen Bereichen des Öffentlichen
Dienstes führt diese Haltung schon jetzt
zu Funktionseinschränkungen. Beim
Personalausfall der Bahn fährt der Zug
schlichtweg nicht. Der Reisende kommt
nicht weiter. Im Bildungsbereich führt
dieser Mangel zu Unterrichtsausfall, den
es bereits jetzt schon zu verzeichnen
gibt. Bei Lehrermangel findet dann we-
niger Unterricht statt. Nicht mehr von
der ersten bis zur sechsten Stunde,
sondern nur noch bis zur fünften.
Dass die Arbeitgeber die Zeit bis zu
den Tarifverhandlungen nicht genutzt
haben, um weitere Schritte in der Aus-
gestaltung der Lehrerentgeltordnung
vorzubereiten, ist ein unverzeihliches
Versäumnis. Ausbaden müssen dies die
Schülerinnen und Schüler. Aber auch die
Bestandslehrkräfte.
Dass die Arbeitgeber jetzt lediglich
eine ‘Gesprächszusage’ darüber ange-
kündigt haben, ist angesichts der weiter
um sich greifenden Personalnot ein ta-
rifpolitisches Armutszeugnis. Insbeson-
dere, da fehlende Lehrkräfte derzeit zu-
nehmend über den Seiteneinstieg in
den Beruf gewonnen werden müssen.
Und für diese ist die Lehrerentgelt-
ordnung von erheblicher Bedeutung.
Deshalb gilt nach dem Tarifabschluss
für den Schulbereich bis dato:
Mehrwert? Verwehrt. Verkehrt!
Ulrich Gräler
Die richtige Adresse: Ein Teil der
lehrer nrw
Demonstrierenden bezog vor
dem NRW-Finanzministerium Stellung.
lehrer nrw ·
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JUNGE LEHRER NRW
Marcel Werner ist Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft
junge
lehrer nrw
E-Mail: werner@lehrernrw.de
von MARCEL WERNER
Außerschulischer Lernort
Eine gute Klassenfahrt macht nicht nur Spaß, sondern stärkt
auch das soziale Miteinander und sorgt für
spannende Perspektivwechsel.
E
Eine Klassenfahrt ist für jede Klasse und
ihre Lehrer und Lehrerinnen immer etwas
Besonderes. Die Schüler und Schülerinnen
verbinden mit der Fahrt immer einen spaßi-
gen Charakter (auch wenn Heimweh und
Trennungsängste uns Lehrkräfte immer vor
Herausforderungen stellen). Dennoch gilt
eine Klassenfahrt trotz der ‘Urlaubsgefühle’
als außerschulischer Lernort. Gerade das
Rauslösen aus dem oft eintönigen Schulall-
tag schafft bei den Schülerinnen und Schü-
lern eine intrinsische Motivation.
Ganzheitliches Lernen
Natürlich dreht es sich auf einer Klassenfahrt
nicht primär um Deutsch, Englisch oder Ma-
thematik, aber es geht immer um ein ganz-
heitliches Lernen. Außerschulische Lernorte
entfalten ein enormes Bildungspotenzial und
schaffen die Möglichkeit, selbsttätig und
strukturiert zu lernen. Die Lebenswirklichkeit
einer Klassenfahrt ist daher ein didaktischer
Bezugspunkt, um auf unterschiedlichste Wei-
sen Alltagskompetenzen, die im späteren Be-
rufsleben wichtig sind, zu verinnerlichen. Die
zuständige Lehrperson sollte bei der Planung
darauf achten, einen Lernort auszuwählen,
wo es etwas zu entdecken, zu erfahren oder
zu erforschen gibt. Damit Schüler nachhaltige
Erkenntnisse von einer Klassenfahrt mitneh-
men, ist es daher nicht zwingend, ein Muse-
um nach dem nächsten zu besuchen (obwohl
die meisten inzwischen sehr gute didaktisch-
methodische Prinzipien verfolgen). Vielleicht
wählen Sie eines, das einen aktiven Work-
shop für Ihre Schützlinge bietet.
Wenn Sie Ihre Fahrt planen, bietet jeder
Ort die unterschiedlichsten Lernperspekti-
ven. Die Schüler können sich mit der Ge-
schichte, Kunst, Politik oder gesellschaftli-
chen Themen beschäftigen. Haben Sie keine
Angst davor, Ihren eigenen Stil beim Event
Klassenfahrt zu finden, und richten Sie die
Fahrt nach den aus Ihrer Sicht wichtigen un-
terrichtlichen und pädagogischen Inhalten
für Ihre Lerngruppe aus. Wenn Sie eine
‘schwierige’ Klasse haben, können die
Lerninhalte zurückgestellt werden und
die Gemeinschaft rückt in den Fokus.
Auch eine Fahrt ins benachbarte Ausland
ist für die Schülerinnen und Schüler oft ein
echtes Highlight. So bin ich zum Beispiel mit
meiner Abschlussklasse in der Toskana gewe-
sen. Am Abreisetag wollten wir die Gruppe
teilen und haben der Klasse freigestellt, ob sie
lieber vor Ort bleiben oder noch die schöne
Stadt Pistoia besichtigen wollten. Letztlich
wollten alle mit zur Stadtbesichtigung. Hier-
bei ist eine prägende Aussage eines Jungen,
der mit seinen fünfzehn Jahren das erste Mal
im Ausland war, bei mir hängen geblieben:
»Herr Werner ich bin so dankbar, dass wir
diese Fahrt gemacht haben und genieße je-
den Moment.« Dieser Schüler wird übrigens
seit der fünften Klasse von einigen Kollegen
als ‘Problemschüler’ betitelt. Ich kann Ihnen
nur empfehlen, scheuen Sie sich nicht, eine
Klassenfahrt in Angriff zu nehmen, selbst
wenn die Klasse im Kontext Klassenraum et-
was problematisch ist.
Rechtliche
Rahmenbedingungen
Wesentliche Rahmenbedingungen für eine
Klassenfahrt finden Sie in der BASS 14-12
Nr. 2. Hervorzuheben ist daraus, dass Sie die
Verträge immer im Namen der Schule ab-
schließen und aufgrund dessen nicht privat
haften müssen, und solange Sie sich nicht
fahrlässig verhalten, sind Sie vor allzu gro-
ßem Ungemach bei möglichen Unglücken
geschützt. Dazu ist es aber auch im Hinblick
auf den Rechtsschutz immer ratsam, Mit-
glied eines starken Lehrerverbandes wie
lehrer nrw
zu sein.
Eine Klassenfahrt
eröffnet neue Horizonte.
Da kann sogar eine Wanderung
Spaß machen…
Foto: AdobeStock/Lothar Nahler
Anreize
statt
Druck,
Druck,
Druck!
Im Personalratswahlkampf
setzt
lehrer nrw
Schwer-
punkte bei den Themen
Gewalt, Gehalt und Gesund-
heit. Unser Plakat zum The-
ma Lehrergesundheit liegt
dieser Ausgabe bei.
Der Arbeitsplatz Schule ist schwer ins Wanken geraten.
Es gilt, die Säulen zu stärken, die entscheidend zu attraktiven
und damit auch gesunden Arbeitsbedingungen beitragen.
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lehrer nrw
N
Nur eine gesunde Lehrkraft ist eine gute
Lehrkraft. Dauerstress und Überforderung
infolge permanenter Überlastung, ausufern-
der Bürokratie und fehlender Ressourcen füh-
ren zu Demotivation, Frust und nicht selten in
die Krankheit. Und damit in eine Verschärfung
des Lehrkräftemangels. Fatal ist in diesem Zu-
sammenhang, dass der Politik, um eben die-
sen Mangel zu bekämpfen, wenig mehr ein-
fällt, als das Bestandspersonal noch weiter zu
belasten – zum Beispiel durch Beschränkung
der Teilzeitmöglichkeiten.
Für einen gesunden
Arbeitsplatz Schule
Wer Lehrkräfte stärken und den Lehrberuf
attraktiver machen will, muss für einen ge-
sunden Arbeitsplatz Schule sorgen. Dazu ge-
hört es, Begriffe wie ‘Wertschätzung’, ‘Für-
sorge’, ‘Vereinbarkeit von Familie und Beruf’
sowie ‘zeitgemäße Ausstattung’ nicht nur zu
proklamieren, sondern mit Leben zu füllen.
Leider stehen die politischen Sonntagsre-
den, in denen die Arbeit der Lehrerinnen
und Lehrer sowie des pädagogischen Per-
sonals himmelhoch gelobt wird, in kras-
sem Missverhältnis zur Realität. Die
sieht so aus, dass die Zahl der Überlas-
tungsanzeigen in den vergangenen Jah-
ren deutlich angestiegen ist. Das deutet
stark darauf hin, dass wir es hier mit ei-
ner systemischen Überlastung zu tun ha-
ben. Hier sollte ein fürsorglicher Dienstherr
Abhilfe schaffen – statt weiter an der Belas-
tungsschraube zu drehen. Die freie Wirt-
schaft hat in Zeiten des Fachkräftemangels
längst gelernt, dass Anreize nötig sind, um
gute Leute zu gewinnen und zu halten. Die-
ser Lerneffekt muss dringend auch in der
Bildungspolitik Schule machen: ‘Druck-Erlas-
se’ helfen nicht weiter.
Ministerieller Druck
statt Anreizen
Ein Anreiz wäre zum Beispiel eine bessere
Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Sinn-
voll wäre es, wenn das Schulministerium
den Kolleginnen über attraktive Angebote
eine frühzeitige Rückkehr aus der Elternzeit
schmackhaft machen würde, um dem Lehr-
kräftemangel entgegenzuwirken. Aber auch
hier gibt es keine Anreize, sondern ministe-
riellen Druck – sowohl bei der Anhebung
des Einsatzradius bei der Rückkehr aus der
Beurlaubung als auch bei der Beschränkung
der voraussetzungslosen Teilzeit.
Bitte
mitmachen!
Bitte helfen Sie mit, dass der Kampf
für bessere und gesündere Arbeitsbe-
dingungen an Schulen Wirkung entfal-
tet. Das Plakat von
lehrer nrw
zum The-
ma Lehrkräftegesundheit liegt dieser
Ausgabe bei. Bitte hängen Sie es
an Ihrer Schule aus.
PERSONALRATSWAHL 2024
PERSONALRÄTE
Hauptpersonalrat für Realschulen
Immer den Einzelnen im Blick
W
Wenn man zunächst wie ich Mitglied in
einem Bezirkspersonalrat war und
dann in den Hauptpersonalrat gewählt wird,
erlebt man einen regelrechten Kulturschock.
Im Hauptpersonalrat hat man – anders als in
den Bezirkspersonalräten – den engen Kon-
takt zu den Beschäftigten nur noch selten
und wenn, dann meistens, weil es sich um
Probleme handelt, die auf Ebene der Bezirks-
personalräte mit den Bezirksregierungen
nicht gelöst werden konnten.
Die Arbeit im Hauptpersonalrat – in mei-
nem Fall dem HPR Realschule – ist dennoch
nicht weniger spannend und wichtig. Bei al-
len Vorlagen zu Maßnahmen, die das Minis-
terium für Schule und Bildung plant, gilt es
immer, die Auswirkungen auf und Konse-
quenzen für den einzelnen Beschäftigten im
Blick zu haben und in Verhandlungen (Infor-
mationsgesprächen, Erörterungen) mit den
Vertreterinnen und Vertretern des Ministeri-
ums das Beste für die Beschäftigten zu errei-
chen oder Negatives zu verhindern. An zwei
Beispielen aus dem vergangenen Jahr möch-
te ich Ihnen nun erläutern, was der Haupt-
personalrat für Sie in der Vergangenheit kon-
kret erreichen konnte:
Dienstvereinbarung zum
Einsatz digitaler Formate in
der Lehrerfortbildung
Diese Dienstvereinbarung kam erst auf Ini-
tiative der HPRe zustande. Und sie ist mit
Blick auf die fortschreitende Digitalisie-
rung unerlässlich zum Schutz der Be-
schäftigten. Zentrale Aspekte für
die HPRe waren in diesem Zu-
sammenhang der Schutz vor
Mehrbelastung und Arbeitsverdichtung, der
Schutz vor Leistungs- und Verhaltenskon-
trolle durch diese neuen Formate sowie die
Sicherheit der persönlichen Daten. Auch
wenn es fast zwei Jahre gedauert hat, so
sind wir am Ende zu einem guten Ergebnis
für die Beschäftigten gekommen.
Gewalt gegen Beschäftigte
an Schulen
Der HPR Realschule konnte
durch seine Beharrlichkeit
gegenüber dem Ministeri-
um erreichen, dass dieses
Thema endlich mehr Ge-
hör findet. So wurden –
durch die Hartnäckig-
keit von HPR und Be-
zirkspersonalräten –
konkrete Ansprechpersonen mit juristischer
Expertise in jeder Bezirksregierung für Be-
schäftigte an Realschulen benannt. Diese
können bei erfahrener Gewalt in Schule di-
rekt kontaktiert werden. Darüber hinaus sind
wir auf einem guten Weg, auch Soziale An-
sprechpartner (SAPs), die es bislang nur in
Arnsberg und Detmold gibt, für alle Bezirke
zu installieren. Auch die Forderung des HPR
Realschule aus der GB am 27. März 2023 mit
Schulministerin Dorothee Feller, die ‘AG Ge-
walt’ zu reaktivieren, wurde mittlerweile er-
füllt. Angesichts der zunehmenden Problem-
anzeigen und Einzelfälle aus diversen Schu-
len unseres Landes muss auch das Ministeri-
um sich ganz klar hinter die Beschäftigten
stellen!
Bevor Sie sich die Frage stellen, warum der
HPR die dienstrechtlichen Maßnahmen (oder
wie ich sie nenne: Liste der Grausamkeiten)
im Handlungskonzept Unterrichtsversorgung
nicht verhindert hat: Es handelt sich um ein
im Landtag beschlossenes Gesetz, wir waren
deshalb leider nicht in der Mitbestimmung.
Das heißt, wir konnten lediglich unsere Ab-
lehnung zum Ausdruck bringen, ohne dass
dies jedoch die Maßnahmen hätte aufhalten
oder verzögern können.
Am Ende möchte ich Sie bitten, uns im Ju-
ni nächsten Jahres bei den Personalratswah-
len Ihre Stimme zu geben, damit wir uns
weiterhin für Ihre Interessen einsetzen, Be-
gonnenes weiterverfolgen und Neues für Sie
auf den Weg bringen können.
Sarah Wanders
Sarah Wanders,
stellvertretende HPR-Vorsitzende
PERSONALRÄTE
S
Seit Oktober 2020 bin ich Mitglied im
HPR für Gesamtschulen, Sekundarschu-
len und Primusschulen. Damit habe ich Neu-
land für den Verband
lehrer nrw
betreten,
da wir erstmalig in diesem Gremium vertre-
ten sind. Es war ein Start in spezieller Zeit,
denn zu den gewohnten Aufgaben kamen
noch neue hinzu.
Corona: Neben der praktikablen Umset-
zung der Maßnahmen im Schulbetrieb ging
es vor allem auch um den Schutz der Kolle-
ginnen und Kollegen, die zu den vulnerablen
Gruppen zählen.
Digitalisierung: Die permanent vorgetra-
gene Forderung nach einer guten digitalen
Ausstattung der Schulen in Nordrhein-West-
falen ist ein Topthema in unserem Personal-
rat. Sowohl die Frage, wie es mit der Platt-
form LOGINEO NRW weitergehen wird, als
auch die Forderung nach geeigneter Hard-
ware und der Anwendersicherheit im Schul-
betrieb werden mit dem MSB verhandelt. Es
gilt, immer wieder warnend auf Defizite hin-
zuweisen und an deren Behebung zu arbei-
ten.
Gesundheitsschutz: Die Gespräche mit
Vertreterinnen und Vertretern der BAD
GmbH (arbeitsmedizinische und sicherheits-
technische Betreuung) gehören zu einem
Beratungs- und Mitbestimmungsprozess
zwischen MSB und Hauptpersonalräten, bei
dem auf die Notwendigkeit einer Aktualisie-
rung der Angebote und Maßnahmen hinge-
arbeitet wird. Das Erreichen eines besseren
Bekanntheitsgrades der Unterstützungs-
möglichkeiten ist ebenfalls immer ein zen-
trales Thema. Auch das Thema Gewalt in der
Schule wird in den Fokus genommen. Hier
setzen wir uns unermüdlich dafür ein, dass
die betroffenen Kolleginnen und Kollegen
mehr Rückendeckung durch den Dienstherrn
erhalten.
Entlastung der Kolleginnen und Kolle-
gen mit korrekturintensiven Hauptfä-
chern: Die Möglichkeit der Reduzierung von
Klassenarbeiten in den Jahrgängen 7 und 8
bringt eine deutliche Entlastung der Kolle-
ginnen und Kollegen, die aufgrund des Lehr-
kräftemangels und der ausufernden zusätz-
lichen Aufgaben in Schule häufig am Limit
sind. Dass diese Entscheidung von den
Fachkonferenzen zu treffen ist – und nicht
von der Schulkonferenz – begrüßen wir sehr.
Betrachtet man die angestrebten Ziele
von
lehrer nrw
und deren Realisierung, kann
von einer erfolgreichen Vertretung der Kolle-
ginnen und Kollegen über starke
lehrer nrw
Personalräte gesprochen werden. Perma-
nente und auch neue Anforderungen an den
Lehrerberuf in einer zunehmend digitalen
Welt warten auf Lösungen im Interesse und
zum Wohle der Lehrerschaft und des päda-
gogischen Personals.
Aus diesem Grund bin ich bereit, für eine
erneute Kandidatur im HPR Gesamtschule
und hoffe auch auf Ihre Stimme.
Ellen Bollig
Hauptpersonalrat für Gesamt- und Sekundarschulen
Steter Tropfen höhlt den Stein
Ellen Bollig, HPR-Mitglied
11
7/2023 ·
lehrer nrw
PERSONALRATSWAHLEN 2024
Im kommenden Jahr finden wieder die Personalratswahlen statt.
Zur Einstimmung auf diese wichtige Wahl berichtet
lehrer nrw
in
einer kleinen Serie über die Arbeit der Personalräte auf Bezirks- und
Landesebene, in denen
lehrer nrw
vertreten ist. Diesmal sind die
beiden Spitzenkandidatinnen der Hauptpersonalräte für Real-
schulen sowie für Gesamt- und Sekundarschulen an der Reihe.
Bildnachweis: AdobeStock/Instantly
Die Big Band der Erich-Klausener-Realschule Herten begeisterte
einmal mehr mit tollem Sound und verdiente sich Standing Ovations.
lehrer nrw ·
7/2023
12
TITEL
Bildung
gestern –
heute –
morgen
alle Fotos: Smets
Rund 130 Teilnehmende erlebten beim
54. Mülheimer Kongress am 22. und
23. November ein spannendes Programm.
Der 54. Mülheimer Kongress bot eine stimmige Mischung aus intellektu-
ellem Gehalt, Fachinformation, Unterhaltung und Zusammengehörig-
keitsgefühl. Die Referenten gaben den rund 130 Besucherinnen und
Besuchern faszinierende Einblicke in die Entwicklung der Bildung.
‘Bildung – quo vadis?’ lautete das Motto der Podiumsdiskussion
(v.l.): Martin Hüppe (IServ), Christoph Pienkoß (Verband Bildungsmedien),
Staatssekretär Dr. Urban Mauer (MSB NRW) und Moderator Jochen Smets.
TITEL
13
7/2023 ·
lehrer nrw
S
Schon der erste Kongresstag bot ex-
trem spannende Gegensätze: hier der
dezidierte Digitalisierungs-Optimist
Prof. Dr. Olaf-Axel Burow, dort der ausge-
wiesene Digitalisierungs-Skeptiker Prof. Dr.
Jochen Krautz. Beide trafen nicht im direk-
ten wissenschaftlichen Disput aufeinander,
sondern konnten das Publikum nacheinan-
der von ihren Argumenten überzeugen.
Revolution des Lernens
Burow gehörte die Bühne am Vormittag.
Und er nutzte sie zu einem schonungslosen
Ausblick auf die Zukunft der Bildung. Seine
Eingangsthese: »Im 21. Jahrhundert werden
wir eine Veränderung der Lebensbedingun-
gen, Anforderungen und Möglichkeiten des
Menschen erleben, die in ihrer Intensität et-
wa dem Wandel der zurückliegenden 20 000
Jahre Menschheitsgeschichte entsprechen.«
Die Konsequenz: »Eine zukunftssichere
Schule muss auf schnellen Wandel einge-
stellt sein«, betonte Burow. Daher müssten
Schulen eine neue Lehr- und Lernkultur un-
ter kreativer Nutzung digitaler Medien und
von Künstlicher Intelligenz (KI) proaktiv ent-
wickeln, um personenbezogen Talente und
Neigungen zu fördern.
KI-Agenten und interaktive Lernplattfor-
men bedeuten aus Burows Sicht nicht weni-
ger als eine Revolution des Lernens. So kön-
ne eine Software automatisch individuell
passende Übungs-Aufgaben generieren, die
so aufgebaut sind, dass der Schüler nach
kunftsvision fesselte die Big Band der Erich-
Klausener-Realschule Herten auf ganz ande-
re Weise. Mit ihrem warmen und zugleich
ungeheuer kraftvollen Sound begeisterte die
Band das Mülheimer Publikum einmal mehr
restlos. Vom sanften »Smooth Operator« bis
zum treibenden »We will rock you«, reichte
das Spektrum der Arrangements. Einen Son-
derapplaus erhielt die 16-jährige Emilia für
ihre wunderbare Gesangseinlage zu »Can
you feel the love tonight« aus »König der
Löwen«. Mit Standing Ovations wurde die
EKS Big Band verabschiedet.
»Chat GPT und KI kennen
keine Empathie und keine
Wertschätzung«
Der Nachmittag des ersten Kongresstages
gehörte dann Prof. Dr. Jochen Krautz. Sein
Plädoyer ‘Für eine Renaissance der Schule’
war zugleich ein Gegenentwurf zur Bu-
rowschen Zukunftsvision. Die Annahme,
dass die heutige Schule unmodern sei oder
sich gar dem Fortschritt verweigere, sei
zehn richtigen Lösungen automatisch auf
die nächste Schwierigkeitsstufe geführt
wird. Eine im Hintergrund mitlaufende Ana-
lyse- und Dokumentationssoftware ermögli-
che es der Lehrkraft, die Arbeitsweise und
die Lernschwierigkeiten des Lernenden
nachzuverfolgen, um passgenau Hilfen ge-
ben zu können. Der Lernstoff werde in Kom-
petenzraster gegliedert, die die Schülerin-
nen und Schüler selbstständig bearbeiten.
Die Rolle der Lehrkraft in der von Burow
skizzierten Schule der Zukunft blieb indes
eher vage. Es wird jedoch eine grundlegend
andere sein. Burow sprach von KI als
»Gamechanger«: Digitale Assistenten könn-
ten als Coaches genutzt werden, um »pass-
genau« bzw. »personengemäß« zu lernen.
Dadurch gewännen Lehrerinnen und Lehrer
mehr Zeit, um Talente und Neigungen zu
entdecken und zu fördern.
»We will rock you«
Nach dieser einerseits faszinierenden, ande-
rerseits aber auch äußerst disruptiven Zu-
lehrer nrw ·
7/2023
14
TITEL
Digitalisierungs-Skeptiker:
Prof. Dr. Jochen Krautz
Der Integrationsforscher Prof. Dr. Aladin
El-Mafaalani zeigte schonungslos auf,
vor welchen Herausforderungen unser
Bildungssystem steht.
Moderator Thorsten Schmalt führte ebenso
souverän wie unterhaltsam durch das Kon-
gressprogamm.
Digitalisierungs-Optimist:
Prof. Dr. Olaf-Axel Burow
falsch, so Krautz: »Denn die pädagogi-
schen Aufgaben von Schule bleiben die
gleichen.« Der Vision von Lehrkräften als
Moderatoren selbstgesteuerter Lernprozes-
se erteilte er ebenfalls eine Absage, weil
Schülerinnen und Schüler mit einer realen
Person in Beziehung treten möchten, um
sich an ihr zu orientieren und auch mal zu
reiben. »Chat GPT und KI kennen keine
Empathie und keine Wertschätzung. Sie
können weder selbst verstehen, noch an-
dere verstehen lehren. Selbstgesteuertes
Lernen ohne Anleitung sorgt dafür, dass
schwache Schülerinnen und Schüler
schwach bleiben.«
Natürlich mache die Digitalisierung vor
der Schule nicht Halt, weiß Krautz. Demzu-
folge sollten digitale Medien darin eine
angemessene Rolle spielen, aber eben kei-
ne zentrale. Aus Sicht des Bildungsfor-
schers muss Schule auch ein Schutzraum
sein, der Kinder vor den Verlockungen digi-
taler Medien bewahrt, die in vielen Fällen
auf Abhängigkeit designt seien. Krautz‘ Fa-
zit: »Die Schule der Zukunft ist eine analo-
ge Schule mit realen Menschen – oder sie
wird keine Schule mehr sein.«
Es gab also schon am ersten Kongress-
tag reichlich Diskussionsstoff, der in vielen
Gesprächen in kleineren und größeren
Runden vertieft wurde. Auch das macht
den Mülheimer Kongress aus: das Mit-
einander, der Austausch, die Gemeinschaft.
Das galt natürlich auch für die traditionelle
Abendveranstaltung in familiärer Atmo-
sphäre und bester musikalischer Unterhal-
tung durch die ‘Doris D Band’.
Nicht die Schule erzeugt
ungleiche Bildungschan-
cen, sondern der Staat
Ein weiteres Highlight des von Thorsten
Schmalt exzellent moderierten Kongresses
war der faszinierende Vortrag ‘Mythos Bil-
dung’ des Integrationsforschers Prof. Dr.
Aladin El-Mafaalani zum Auftakt des zwei-
ten Tages. Er schlug den Bogen vom Hum-
boldtschen Bildungsbegriff bis zur heuti-
gen superdiversen Gesellschaft mit ihren
mannigfaltigen Nationalitäten, Kulturen
und Sprachen. El-Mafaalani berichtete von
deutschen Schulen, in denen in nur einer
Klasse zwölf und mehr unterschiedliche
Sprachen gesprochen würden. Dass das für
Schulen und Lehrpersonal eine immense
Herausforderung ist, der sie gerade in Zei-
ten des Lehrkräftemangels kaum gerecht
werden können, liegt auf der Hand. Inso-
fern sei es wenig verwunderlich, dass die
Zahl der Jugendlichen ohne Schulabschluss
stetig wachse. »Eine Gesellschaft, die darin
das riesige Potenzial an ungenutzten Res-
sourcen erkennen würde, hätte das niemals
zugelassen«, erklärte El-Mafaalani. Daher
sei es auch nicht die Schule, die ungleiche
Bildungschancen erzeuge, sondern der
Staat.
Podiumsdiskussion mit
erlesener Expertenriege
Den Schlusspunkt bildete eine von
lehrer
nrw
-Pressesprecher Jochen Smets moderier-
te Podiumsdiskussion mit einer erlesenen
Expertenriege. Dabei hob Dr. Urban Mauer,
Staatssekretär im NRW-Schulministerium,
erste Erfolge des Handlungskonzepts zur
Unterrichtsversorgung hervor, zum Beispiel
eine Erhöhung von Abordnungen oder
Rückgänge bei der voraussetzungslosen
Teilzeit. Dass diese vermeintlichen Erfolge
aus Sicht von
lehrer nrw
teuer erkauft sind
– nämlich mit einem Attraktivitätsverlust
des Lehrerberufs und einer unvermindert
hohen Arbeitsbelastung der Bestandslehr-
kräfte – blieb jedoch nicht verborgen.
Christoph Pienkoß, Geschäftsführer des
Verbandes Bildungsmedien, sah digital und
analog als zwei Seiten derselben Medaille.
Das gedruckte Schulbuch habe weiterhin
einen hohen Stellenwert, und ergänzend
dazu böten die Verlage heute eine große
Vielfalt an digitalem Lehr- und Lernmateri-
al. »Wir hören hin, was die Lehrkräfte brau-
chen«, so Pienkoß.
Martin Hüppe, Geschäftsführer von IServ,
einem führenden Anbieter von Schulplatt-
formen, hatte eine klare Haltung zur schuli-
schen Nutzung solcher Plattformen: »Es
kann nicht sein, dass Supportfragen und
Administrationsthemen vielfach immer
noch bei den Lehrkräften abgeladen wer-
den. Wir sehen es auch als unsere Aufgabe
an, das zu ändern.« Jochen Smets
Zwischen heutigem
Fortschritt und morgigem Stillstand
Was bei der Schuldigitalisierung jetzt wichtig ist
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7/2023 · lehrer nrw
von TOBIAS BRAUNE
Mitglied des Hauptpersonales für Realschulen
In den letzten Jahren, während der Planung und
Umsetzung des DigitalPakts, wurde schnell klar,
dass nichts klar ist. Während bei neuen Aufga-
ben in der Politik üblicherweise zusätzliche Ressour-
cen bereitgestellt werden, geschah dies beim Digi-
talPakt nicht in ausreichendem Maße. In der Politik
wurde versäumt, klare Konzepte zu entwickeln. Un-
genaue politische Vorgaben und unklare Zustän-
digkeiten führten in den Kommunen und Schulen
zu Verzögerungen.
Dabei ist das Gelingen von Schuldigitalisierung
von vielen Faktoren abhängig. Lehrkräfte müssen
Medienkonzepte erstellen, sie müssen TPEKs schrei-
ben, Apps und digitale Medien für den Unterricht
testen und evaluieren und sich privat fort- und wei-
terbilden. Die ständige Zunahme von zusätzlichen
Aufgaben erfordert enormen Aufwand und verur-
sacht Erschöpfung. Die Politik will davon jedoch
nichts hören. Es werden weiterhin fleißig Aufgaben
auf die Lehrerinnen und Lehrer verteilt.
Wie so vieles andere auch, steht die digitale
Transformation im Bildungssystem aber noch am
Anfang. Bestehende Probleme sind weitgehend un-
gelöst, und die benötigten Ressourcen sind sogar
noch größer geworden. Die Schuldigitalisierung ist
eine der zentralen Säulen moderner Bildung. Es ist
jedoch schwer vorstellbar, dass eine didaktisch
sinnvolle Schuldigitalisierung unter den jetzigen
Rahmenbedingungen gelingen kann.
Schuldigitalisierung: Probleme erkennen
und zukunftsorientiert handeln
Aktuell werden viele Schulen durch die Fördergel-
der aus dem DigitalPakt ausgestattet. Da Planun-
gen und Konzepte weitestgehend abgeschlos-
Foto: AdobeStock/insta_photos
Noch immer keine
Selbstverständlichkeit:
Eine leistungsstarke digitale Infrastruktur,
eine gesicherte Finanzierung, ein langfristiger
Investitionsplan und zuverlässiger Support
sind essentiell für die Schuldigitalisierung.
sen sind, soll in einem ersten Schritt kurz auf die aktuel-
len Probleme eingegangen werden, die sich aufgrund
baulicher Maßnahmen und/oder maroder Schulgebäu-
de ergeben haben.
In einem zweiten Schritt soll dann ein umfassenderer
Blick auf die Herausforderungen und Überlegungen
geworfen werden, die sich ergeben haben und ergeben
werden. Hier soll es im besonderen Maße darum gehen,
proaktiv zu sein und die Veränderungen, die auf uns zu-
kommen, vorherzusehen und rechtzeitig darauf zu rea-
gieren.
DigitalPakt: Wenn Planung auf Realität trifft
Es ist klar, dass eine zeitnahe Lösung für die aktuellen Pro-
bleme, die die Nutzung der Gelder aus dem DigitalPakt
betreffen, von entscheidender Bedeutung ist. Besonders
die Kombination aus baulichen Problemen und der noch
vorhandenen begrenzten Durchführungszeit kann die Um-
setzung von Schuldigitalisierungsmaßnahmen aus dem
DigitalPakt erheblich beeinträchtigen. Als besonders
dringliche Maßnahme erscheint in diesem Zusammen-
hang deshalb eine schnelle Anpassung des Bewilligungs-
und Durchführungszeitraums für das Förderprogramm.
Eine Verlängerung würde Schulen und Kommunen mehr
Zeit geben, um notwendige bauliche Maßnahmen durch-
zuführen und Technologien einzuführen. Möglicherweise
könnten die Fördermittel auch flexibler eingesetzt werden.
Die Verlängerung des Bewilligungs- und Durchfüh-
rungszeitraums könnte eine temporäre Lösung sein, um
sicherzustellen, dass die Fördermittel effektiv genutzt
werden können, während bauliche Sanierungs- und/
oder Elektroarbeiten durchgeführt werden. Dies würde
den Schulen die Möglichkeit geben, sowohl ihre techno-
logischen Anforderungen zu erfüllen als auch bauliche
Verbesserungen vorzunehmen, ohne Gefahr zu laufen,
Fördermittel zu verlieren.
Digitalisierung 2.0: Antizipieren,
was auf Bildungseinrichtungen zukommt
Die Schuldigitalisierung hat in den letzten Jahren an
Bedeutung zugenommen, insbesondere aufgrund der
Covid-19-Pandemie. Ein erster ‘kleiner’ Schritt ist gegan-
gen, viele weitere müssen folgen. Es geht nicht nur um
iPads im Klassenraum oder Online-Hausaufgaben. Eine
gut durchdachte Schuldigitalisierung muss viele Facet-
ten berücksichtigen.
Aktuell springen wir im Schulsystem von Förderpro-
gramm zu Förderprogramm. Es gibt keinerlei Konzepte,
die eine dauerhafte Finanzierung für Schuldigitalisie-
rung vorsehen. Es scheint, als ob es immer wieder kurz-
fristige Förderprogramme gibt, aber keine langfristige
Strategie, um eine nachhaltige Digitalisierung in Schu-
len sicherzustellen. Dies kann dazu führen, dass Bemü-
hungen ins Leere laufen und die Wirksamkeit der Maß-
nahmen beeinträchtigen.
Eine dauerhafte Finanzierung ist jedoch entschei-
dend, um sicherzustellen, dass Schulen kontinuierlich Zu-
gang zu den erforderlichen Ressourcen haben und die
technologische Infrastruktur, aber zum Beispiel auch die
Schulung von Lehrkräften langfristig unterstützt werden
können. Die andauernde Unsicherheit über die Finanzie-
rung, basierend auf befristeten Förderprogrammen, hat
dabei mehrere negative Konsequenzen, zum Beispiel:
Es erschwert Schulen und Kommunen, verlässliche
Pläne für die Digitalisierung zu entwickeln. Dies führt
zu ineffizientem Ressourceneinsatz, da Schulen kurz-
fristige Entscheidungen auf Basis verfügbarer Förder-
mittel treffen müssen, anstatt strategisch zu handeln.
Schulen setzen vornehmlich auf Basistechnologien,
um zumindest den minimalen Anforderungen ge-
recht zu werden. Dabei müssen sie zwischen grundle-
genden technologischen Anforderungen und dem
Streben nach innovativen Lösungen balancieren.
Der ständige Bedarf, Förderanträge zu stellen und
Zwischenlösungen zu suchen, erfordert einen enor-
men administrativen Aufwand.
Bildungsungleichheiten werden vertieft, da nicht alle
Schulen gleichermaßen Zugang zu Fördermitteln haben.
Die Planungssicherheit ist in erheblichem Maße
beeinträchtigt, da die Qualität und Kontinuität von
Digitalisierungsprojekten stark von einer dauerhaften
Finanzierung abhängig sind.
Eine dauerhafte Finanzierung für die Digitalisierung in
Schulen ist nicht nur eine Investition in Technologie, son-
dern auch in die Zukunft unserer Kinder und der gesam-
ten Gesellschaft. Es ist entscheidend, dass Bund und Län-
der langfristige Finanzierungskonzepte entwickeln, die
eine nachhaltige Integration digitaler Technologien in
das Bildungssystem ermöglichen. Dies würde nicht nur
die genannten Probleme mildern, sondern auch die
Chancen für Schülerinnen und Schüler verbessern, von
den Vorteilen der digitalen Bildung zu profitieren.
Nachfolgend ein paar Beispiele, die verdeutlichen sol-
len, dass nur durch langfristige Finanzierungskonzepte
eine echte Transformation im Schuldigitalisierungspro-
zess möglich ist (nicht vollständig oder abschließend!)
Von Grün zu Digital: Warum der IT-Support
in Schulen immer wichtiger wird
Die Bereitstellung von IT-Support für eine größere An-
zahl von Geräten, insbesondere in Schulen, ergibt sich
16 7/2023 · lehrer nrw
von ganz allein. Je mehr digitale Geräte in einer
Schule vorhanden sind, desto mehr Support wird
benötigt. Mit zusätzlichen Ressourcen für den IT-
Support können Probleme schneller erkannt und
behoben werden, was zu einer besseren Nutzerer-
fahrung für Lehrkräfte sowie Schülerinnen und
Schüler führt.
Mehr Ressourcen bedeuten normalerweise auch
kürzere Wartezeiten für die Behebung von techni-
schen Problemen. Dies trägt dazu bei, den Unter-
richtsfluss weniger zu unterbrechen, so dass sich die
Lehrkräfte auf ihre primären Aufgaben im Unter-
richt konzentrieren können, während technische
Angelegenheiten von speziell dafür abgeordneten/
ausgebildeten Personen behandelt werden. Auch
eine regelmäßige Wartung und Aktualisierung der
Geräte kann in diesem Zusammenhang besser ko-
ordiniert werden, was die Lebensdauer der Geräte
verlängert und die Wahrscheinlichkeit von System-
ausfällen verringert.
Insgesamt ist die Bereitstellung von ausreichen-
dem IT-Support eine komplexe Herausforderung.
Eine sorgfältige Planung und ausreichend Ressour-
cen sind notwendig, um sicherzustellen, dass die
positiven Auswirkungen maximiert und die negati-
ven Auswirkungen minimiert werden.
Vom Altgerät zum Neustart: Regelmäßige
Updates für effektiven Schulunterricht
Der regelmäßige Austausch nach einem Zeitraum
von vier bis sechs Jahren oder bei kaputten Geräten
in Schulen ist von großer Bedeutung, um die Quali-
tät der Bildung und die Effektivität des Unterrichts
sicherzustellen. Denn die Technologie entwickelt
sich in einem rasanten Tempo weiter. Die Geräte,
die vor einigen Jahren neu und leistungsfähig wa-
ren, könnten heute nicht mehr den Anforderungen
gerecht werden. Der regelmäßige Austausch stellt
sicher, dass Schulen Zugang zu den neuesten und
leistungsfähigsten Technologien haben. Neue Gerä-
te sind zudem weniger anfällig für Ausfälle und
erfordern weniger Wartungskosten im Vergleich zu
älteren Modellen. Auch wenn es um das Thema Si-
cherheit und Datenschutz geht, bieten neue Geräte
in der Regel verbesserte Sicherheitsfunktionen und
Schutzmechanismen.
Ein regelmäßiger Austausch gewährleistet zudem
eine gerechte Verteilung der Technologie-Ressour-
cen. Schulen mit älteren oder nicht funktionieren-
den Geräten haben die Möglichkeit, auf die gleiche
Technologie wie andere Schulen zuzugreifen, was
die Chancengleichheit fördert. Zudem ist die Fähig-
keit, mit den neuesten Technologien zu arbeiten, ei-
ne Schlüsselkompetenz für Schülerinnen und Sc-
ler, um in der modernen Welt erfolgreich zu sein.
Insgesamt ist der regelmäßige Austausch von di-
gitalen Geräten in Schulen unerlässlich, um mit den
Anforderungen der digitalen Welt Schritt zu halten,
einen zeitgemäßen und effektiven Schul- bzw. Bil-
dungsbetrieb zu gewährleisten und das volle Poten-
zial digitaler Technologien auszuschöpfen und die
Bildungsqualität zu steigern.
Das Fundament digitaler Pädagogik: Der
Imperativ eines robusten Internetzugangs
In der heutigen Bildungslandschaft sind ein funk-
tionierendes und leistungsstarkes WLAN sowie ein
Glasfaseranschluss für jede Schule von essenzieller
Bedeutung. Diese technologischen Infrastrukturen
bilden die Grundlage für eine moderne und zu-
kunftsorientierte Bildung. Das leistungsstarke WLAN
ist für Schulen unverzichtbar, um digitale Lehrme-
thoden, E-Learning oder interaktive Lernaktivitäten
zu ermöglichen. Es erlaubt den Zugriff auf eine Viel-
zahl von Online-Ressourcen, die den Unterricht be-
reichern, sowie die Implementierung von kollabora-
tiven Lehr- und Lernansätzen.
Der Glasfaseranschluss und ein stabiles WLAN
gewährleisten eine schnelle und zuverlässige Inter-
netverbindung. Die steigende Anzahl von digita-
len Geräten erfordert eine höhere Datenübertra-
gungsrate, um einen reibungslosen Betrieb zu
gewährleisten. Allerdings sind die Kosten für den
Glasfaseranschluss beträchtlich gestiegen, da
Schulen den steigenden Bedarf an Bandbreite
bewältigen müssen. Die Investition in ein zuverläs-
siges WLAN und einen Glasfaseranschluss ist uner-
lässlich, um die Bildungseinrichtungen auf die
Anforderungen der digitalen Ära vorzubereiten
und die Möglichkeiten der Schuldigitalisierung
optimal zu nutzen.
Bauen für eine digitale Zukunft: Warum
bauliche Anpassungen unerlässlich sind
Die Integration von moderner Technologie in Bil-
dungseinrichtungen erfordert eine zukunftsfähige
Infrastruktur, die Neubauten und Sanierungen mit-
bedenkt. Ein entscheidender Schritt in dieser Rich-
tung ist die Stärkung der Wände sowie die Bereit-
stellung ausreichender Steckdosen und Datenan-
schlüsse. Diese Maßnahmen sind von großer Bedeu-
tung, um den reibungslosen Betrieb der techno-
17
7/2023 · lehrer nrw
18 7/2023 · lehrer nrw
logischen Systeme sicherzustellen und eine effektive
Schuldigitalisierung zu ermöglichen. Im Zeitalter der
Schuldigitalisierung sind zahlreiche Geräte – von iPads
bis hin zu Ladegeräten – auf eine zuverlässige Stromver-
sorgung angewiesen. Die Stärkung der Wände schafft
eine sichere und stabile Basis für die Installation von
technischer Ausrüstung.
Kommunen und Land sollten klare Finanzierungskon-
zepte entwickeln, die die Kosten für die notwendige In-
frastrukturverbesserung berücksichtigen und sicherstel-
len, dass Schulen die technologische Infrastruktur erhal-
ten, die sie benötigen, um modernen Bildungsanforde-
rungen gerecht zu werden.
Neubauten und Sanierungen sind entscheidende In-
vestitionen in die Zukunft der Bildung. Durch die Schaf-
fung einer robusten und technologisch fortschrittlichen
Infrastruktur können Schulen den Herausforderungen
der Schuldigitalisierung effektiv begegnen und eine
zeitgemäße Bildung gewährleisten. Die Berücksichti-
gung dieser Aspekte erfordert eine sorgfältige Planung,
Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren und
eine langfristige strategische Vision.
Mehr Technik, mehr Absicherung: Der
wachsende Bedarf an Versicherungsschutz
Die Integration von digitalen Technologien und digita-
len Geräten im Bildungsumfeld bringt nicht nur viele
Vorteile mit sich, sondern erfordert auch eine verstärk-
te Absicherung in Form von erhöhten Versicherungs-
summen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Ein-
führung moderner Technologien auch neue Risiken
und Herausforderungen mit sich bringt. Beispielsweise
können technische Ausfälle, Diebstahl, Datenschutz-
verletzungen oder Sachschäden an teurer Technologie
zu erheblichen finanziellen Verlusten führen. Die Erhö-
hung der Versicherungssummen dient nicht nur dem
Schutz vor finanziellen Verlusten, sondern auch der Si-
cherstellung eines reibungslosen Schulbetriebs. Im Fal-
le eines Schadens oder Vorfalls kann eine ausreichen-
de Versicherung dazu beitragen, die Kosten für Repa-
raturen, Ersatzbeschaffungen oder Datenwiederherstel-
lungen abzudecken. Dies gewährleistet die Kontinuität
des Schulbetriebs und minimiert potenzielle Ausfallzei-
ten.
Insgesamt ist die Erhöhung der Versicherungssummen
eine notwendige Schutzmaßnahme, um die Bildungs-
einrichtungen vor den Risiken der modernen Technolo-
gie zu bewahren. Die Investition in eine angemessene
Absicherung ist ein wichtiger Schritt, um die Vorteile der
Schuldigitalisierung in einem sicheren und geschützten
Umfeld zu nutzen.
DigitalPakt und darüber hinaus:
Was wir heute für die Bildung von morgen
benötigen
Die Forderung der Lehrkräfte nach ‘noch mehr’ im Zu-
sammenhang mit der aktuellen Erstausstattung durch
den DigitalPakt zeigt die steigenden Anforderungen an
digitale Ressourcen im Bildungssystem und erfordert zu-
sätzliche Unterstützung in verschiedenen Bereichen.
Apps, Software, eBooks, digitale Lehrmaterialien, Fortbil-
dungsangebote für Lehrkräfte oder die Forderung nach
einem iPad für alle Schülerinnen und Schüler sind nur
einige Beispiele.
Die Forderung nach ‘noch mehr’ verdeutlicht die Be-
strebungen der Lehrerinnen und Lehrer, Bildung auf in-
novative und interaktive Weise gestalten zu wollen. Um
jedoch eine zeitgemäße und zukunftsorientierte Bildung
zu gewährleisten, muss das Land die benötigten Res-
sourcen und die technische Unterstützung bereitstellen.
Dies erfordert nicht nur eine gesicherte Finanzierung,
sondern auch eine strategische Herangehensweise.
Fazit: Finanzierung, Infrastruktur, Strategie
In der Schuldigitalisierung gibt es verschiedene Schlüs-
selthemen, die die Notwendigkeit einer umfassenden
und ausgewogenen Herangehensweise verdeutlichen.
Besonders die finanzielle Seite scheint ein kritischer Fak-
tor zu sein. Eine nachhaltige Finanzierung ist entschei-
dend, um langfristig von den Möglichkeiten der Schuldi-
gitalisierung profitieren zu können. Die Bereiche Förde-
rung, Budgetplanung und Finanzierung von digitalen
Geräten sowie Lehrerfortbildungen müssen sorgfältig
bedacht werden, um den Bildungsbetrieb erfolgreich
auf digitale Wege zu führen.
Zu betonen ist auch, wie wichtig eine stabile technolo-
gische Infrastruktur ist, die den Anforderungen der mo-
dernen Bildung gerecht wird. Ein zuverlässiges WLAN
und ein leistungsstarker Glasfaseranschluss sind Grund-
voraussetzungen, um digitale Bildungsansätze effektiv
umzusetzen.
Insgesamt wird deutlich, dass die Schuldigitalisierung
eine umfassende Strategie erfordert, die technologische,
finanzielle und pädagogische Dimensionen abdeckt.
Die enge Zusammenarbeit zwischen Bildungsbehörden,
Technologieexperten und Lehrkräften ist unerlässlich,
um den Bildungsprozess effektiv zu modernisieren und
die Potenziale der digitalen Welt in den Dienst einer
qualitativ hochwertigen Bildung zu stellen.
Nur ein ganzheitlicher Ansatz wird sicherstellen, dass
unsere Schulen in der Lage sind, Schülerinnen und Schü-
lern eine zeitgemäße und inspirierende Lernerfahrung
zu bieten.
INFO
Gabi Schmidt:
Präsenz & Stimme
Für mehr innere
Stärke und
Freude im
Lehrberuf
320 Seiten,
Softcover,
ISBN: 978-3-862
27-641-7,
Preis: 35,90 Euro
SCHULE & POLITIK
19
7/2023 ·
lehrer nrw
Innere Stärke und Freude
im Lehrerberuf
D
Das Fachbuch ‘Präsenz und Stimme –
Für mehr innere Stärke und Freude im
Lehrberuf’ von Gabi Schmidt ist ein Trai-
ningsbuch für Lehrkräfte. Das Buch ist im
Jahr 2023 beim Helbling-Verlag erschienen
und hat 320 Seiten. Es ist ein praktisches
Handbuch für alle persönlichen Fragen rund
um den Lehrerberuf.
Durch den wertschätzenden Schreibstil
von Gabi Schmidt wird man leicht mitge-
nommen und motiviert. Mit vielen praxiser-
probten Tipps, 106 Übungen und 53 unter-
stützenden Audio- und Video-Dateien nimmt
die Autorin die Leserinnen und Leser an die
Hand und begleitet sie auf einem sehr per-
sönlichen Übungsweg. Sie bietet ein wert-
volles Gegengewicht zu den steigenden Ar-
beitsbelastungen von Lehrkräften. Wie wer-
de ich gelassener, klarer und präsenter? Wie
kann Präsenz meine Persönlichkeit stärken?
Wie kann ich meine Stimme schonend und
wirkungsvoll einsetzen? Wie gelingt es mir,
trotz Stress gut auf mich zu achten und was
kann mich dabei stärken? Das Buch lebt von
der reichhaltigen Erfahrung der Autorin im
Bereich mentale und stimmliche Gesundheit
von Lehrenden. Übungsroutinen und -tipps
für Präsenz und Stimme lassen sich in den
täglichen Ablauf gut integrieren, können
entspannen und zu mehr Gelassenheit füh-
ren.
Ich bin sicher, dass dieses Buch ein wich-
tiger Begleiter für den Berufsalltag aller
Lehrenden sein kann. Ob Sie das ganze
Buch lesen oder in einzelnen Kapiteln blät-
tern und sich in das vertiefen, was Sie gera-
de am meisten anspricht: Dieses Buch kann
darin unterstützen, mit Selbstvertrauen,
voller Präsenz und wohlklingender Stimme
Ihren Unterricht oder Vortrag gut zu bewäl-
tigen. Petra Wiora-Köster
lehrer nrw ·
7/2023
20
Lehramtsstipendium Ruhr
Ein breites Bündnis aus Stiftungen, Universitäten und dem Land Nordrhein-Westfalen
will Lehramtsstudierende gezielt für den Einsatz an Schulen in herausfordernder Lage
im Ruhrgebiet gewinnen. Unter dem Motto ‘Lehramtsstipendium Ruhr – Deine Region.
Deine Chance.’ wird dazu ein attraktives Paket geschnürt.
D
Die RAG-Stiftung und die Wübben
Stiftung Bildung haben gemeinsam
mit dem NRW-Schulministerium und
den drei Ruhrgebietsuniversitäten Duisburg-
Essen, Bochum und Dortmund ein Stipen-
dienprogramm entwickelt, über das die Stu-
dierenden während ihres Studiums finanziell
gefördert und zugleich systematisch auf ei-
ne Tätigkeit an Schulen in herausfordernder
Lage vorbereitet werden sollen.
»Das ‘Lehramtsstipendium Ruhr’ wird da-
zu beitragen, auch in herausfordernder Lage
des Ruhrgebiets faire Bildungschancen zu
sichern. Indem wir gezielt Schulen unter-
stützen, die besondere Herausforderungen
zu bewältigen haben, folgen wir einmal
mehr dem Ansatz, Ungleiches ungleich zu
behandeln. Für das große Engagement der
RAG-Stiftung, der Wübben Stiftung Bil-
dung und der drei Ruhrgebietsuniversitä-
ten bin ich sehr dankbar. Gemeinsam zei-
gen wir: Nordrhein-Westfalen ist Bildungs-
land und das Ruhrgebiet eine Chancenre-
gion«, erklärt Schulministerin Dorothee
Feller.
300 Euro monatlich
für Studierende
Die Eckpunkte des Stipendienprogramms
sehen vor, dass an den drei Hochschulen
der Universitätsallianz Ruhr ab den Jahren
2024 und 2025 jeweils 70, insgesamt also
bis zu 140 Studierende verschiedener Lehr-
ämter während ihres Bachelorstudiums mit
monatlich 300 Euro gefördert werden. Die
RAG-Stiftung stellt dafür mehr als 1,5 Mil-
lionen Euro zur Verfügung. Die Umsetzung
des Programms wird durch die Ruhr-Uni-
versität Bochum koordiniert und von der
Wübben Stiftung Bildung unterstützt, die
zudem Geld für die Vernetzung der Stipen-
diatinnen und Stipendiaten bereitstellt.
Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied im
Vorstand der RAG-Stiftung, betont: »Gera-
WEITERE INFOS
www.lehramt.ruhr/lehramtsstipendium-ruhr/
Foto: AdobeStock/Daniel Ernst
SCHULE & POLITIK
de an Schulen in herausfordernder Lage im
Ruhrgebiet gibt es überproportional viele
junge Menschen, die traditionell von Aus-
bildungschancen und Arbeitsplätzen im
Bergbau profitiert hätten. Durch unser ge-
meinsames Stipendienprogramm werden
dringend benötigte Lehrkräfte für genau
diese Schulen gewonnen und dort einge-
setzt. Diese Verbesserung der Bildungs-
chancen kommt zahlreichen Kindern zugu-
te, die von der Kontinuität der Lehrkräfte-
Betreuung profitieren. Und es ist ein nach-
haltiger Beitrag zur Bildungsförderung und
Fachkräftesicherung im Ruhrgebiet, was
uns Stiftungen ein gemeinsames großes
Anliegen ist.«
Intensive Vorbereitung
Neben der finanziellen Förderung um-
fasst das Lehramtsstipendium Ruhr ein
besonderes Studienprofil, das von der
Universitätsallianz Ruhr entwickelt wird,
um die Stipendiatinnen und Stipendiaten
über das reguläre Lehramtsstudium hi-
naus gezielt auf die Arbeit an Schulen in
herausfordernder Lage vorzubereiten.
Dazu gehört unter anderem der Aus-
tausch mit Bildungsexpertinnen und
-experten aus Praxis, Wissenschaft,
Politik und Gesellschaft.
»Mit jährlich rund 1700 Masterab-
schlüssen im Lehramt spielt die Universi-
tätsallianz Ruhr eine große Rolle für die
Lehrerausbildung im Land Nordrhein-
Westfalen, sowohl für das Ruhrgebiet als
auch darüber hinaus«, erklären die drei
beteiligten Hochschulen. »Mit dem Lehr-
amtsstipendium Ruhr können wir nun ei-
nen weiteren Beitrag zu mehr Bildungs-
gerechtigkeit im Ruhrgebiet leisten.«
Einsatz als Lernhelfer
Um die größtmögliche Wirkung zu entfal-
ten, werden sich die Stipendiatinnen und
Stipendiaten neben dem Studium als Lern-
helferinnen und Lernhelfer gezielt an den
Schulen engagieren, an denen der Unter-
stützungsbedarf besonders groß ist. Als eine
wesentliche Grundlage für die Auswahl der
Schulen wird der jüngst aktualisierte Schul-
sozialindex dienen. Die Tätigkeit als Lernhel-
ferinnen und Lernhelfer, die sich am Pro-
gramm ‘talents4teachers’ orientieren wird,
können sich die Studierenden auf die Pra-
xisphasen im weiteren Verlauf ihres Studi-
ums anrechnen lassen.
Eine weitere große Chance des Stipendien-
programms liegt darin, dass die geförderten
Studierenden nach dem Masterabschluss ih-
ren Vorbereitungsdienst (‘Referendariat’) an
einer Schule in herausfordernder Lage im
Ruhrgebiet absolvieren sollen. Dazu werden
sie bevorzugt den Zentren für schulprakti-
sche Lehrerausbildung in der Metropolregion
Ruhr zugewiesen und gezielt Schulen in
herausfordernder Lage zugeordnet.
Um ihre Zusammenarbeit zu besiegeln,
haben alle Beteiligten am 12. September in
Düsseldorf einen Letter of Intent unterzeich-
net, in dem die Eckpunkte des gemeinsa-
men Vorhabens abgefasst sind.
An Schulen mit besonders großem Unter-
stützungsbedarf werden sich die Stipen-
diatinnen und Stipendiaten neben dem
Studium als Lernhelferinnen und Lern-
helfer engagieren.
lehrer nrw ·
7/2023
22
SCHULE & POLITIK
Neugschwender
übernimmt
Im Rahmen seiner Bundesvorstandssitzung hat der Bundesvor-
stand des Verbandes Deutscher Realschullehrer (VDR) den bishe-
rigen Geschäftsführer Ralf Neugschwender (44) zum neuen Vor-
sitzenden gewählt. Neugschwender, ein erfahrener Realschulleh-
rer mit langjähriger Verbandsexpertise, folgt auf Jürgen Böhm,
der im Juli 2023 zum Bildungsstaatssekretär in Sachsen-Anhalt
berufen wurde.
»
»O
Ob die Attraktivität des Arbeitsplat-
zes Schule, die Herausforderungen
der Digitalisierung an Schulen oder der
Lehrkräftemangel in nahezu allen Bundes-
ländern und Schulformen: Die Stimme der
Lehrkräfte ist dringend gefragt, wenn es
um Verbesserungen und Lösungen im Bil-
dungssystem geht«, so Neugschwender am
10. November bei seiner Bewerbungsrede
vor dem Bundesvorstand in Hannover. Seine
mit großer Mehrheit erfolgte Wahl nehme er
mit großem Respekt an und betrachte diese
als Auftrag, die angesprochenen Themen-
komplexe sichtbar zu machen und voranzu-
bringen. »Es freut mich sehr, dass ich mich
bundesweit für Bildung einsetzen darf
Der Sächsische Lehrerverband nominierte
Madeleine Helbig für den Posten der Schrift-
führerin. In ihrer kurzweiligen und prägnan-
ten Vorstellung betonte die 40-jährige, dass
sie in ihrer Arbeit maßgeblich für ‘3 K – Ko-
operation, Kreativität, Kritik’ einstehe und
sich wünsche, dass sie auch mitreden darf,
wenn sie genug geschrieben hat. Mit ihrer
herzlichen Art wurde sie einstimmig ins Amt
gewählt.
ZUR PERSON
Ralf Neugschwender ist seit 2017 Geschäftsführer des Bayerischen Realschul-
lehrerverbandes und übte dieses Amt bisher auch im Bundesverband aus. Geboren
wurde er 1978 in Rothenburg ob der Tauber und legte am dortigen Reichsstadt-
Gymnasium sein Abitur ab. Er ist ausgebildeter Realschullehrer in den Fächern
Deutsch, Geschichte sowie Sozialkunde und besitzt einen Abschluss als Magister
Artium in Germanistik und Volkswirtschaftslehre der Julius-Maximilians-Universi-
tät Würzburg. Er hat in Padua in Italien ein Auslandssemester absolviert und konn-
te über das Robert-Schuman-Stipendium des Europäischen Parlaments im Außen-
büro des Parlaments in Wien Erfahrungen in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
sammeln. Nach seinem Referendariat in Bayern hat er an bayerischen Realschulen
unterrichtet und war anschließend mehrere Jahre als wissenschaftlicher Referent
zu den Themenfeldern Bildung, Schule und Sport im Bayerischen Landtag tätig.
Der neue Geschäftsführende Vorstand des VDR: (v.l.) Bernd Bischoff (stellvertretender Vorsitzender), Sven Christoffer
(stellvertretender Vorsitzender), Waltraud Eder (Pressesprecherin), Ralf Neugschwender (Vorsitzender), Madeleine Helbig (Schriftführerin),
Ingo Lürbke (Schatzmeister), Dirk Meußer (stellvertretender Vorsitzender)
Foto: VDR
Ralf Neugschwender
ist der neue VDR-Bundesvorsitzende
Foto: Florian Böhm
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lehrer nrw
SCHULE & POLITIK
Ziele und Schwerpunkte
des neuen Vorsitzenden
Breites Themenspektrum
Mit dem nun vollständigen geschäftsfüh-
renden Vorstand begann der inhaltliche
Austausch zu verschiedenen Themen. Dirk
Meußer, neben Sven Christoffer und Bernd
Bischoff einer von drei stellvertretenden
Bundesvorsitzenden, berichtete über die
Satzungskommission des VDR und die da-
mit verbundene Diskussion über das Leit-
bild, während Ingo Lürbke über die Finan-
zen des Dachverbands informierte. Es wur-
den auch die Zusammenarbeit mit der dbb
akademie in Bezug auf Seminare der Quer-
schnittsorganisationen sowie aktuelle Ent-
wicklungen im didacta Verband und im
Bündnis Ökonomische Bildung besprochen.
Waltraud Eder gab einen Einblick in die
neueste Ausgabe der Bundeszeitschrift und
die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, bei der
künftig die Vielfalt der Landesverbände des
VDR mehr zum Tragen kommen soll.
Lehrkräftemangel:
Ernüchternder Bericht
über SWK-Pläne
Bernd Bischoff berichtete über seine Teil-
nahme an einer Sitzung der Ständigen
Wissenschaftlichen Kommission, die in den
Räumlichkeiten der Kultusministerkonfe-
renz tagte. Sein Bericht ernüchterte die an-
wesenden Zuhörerinnen und Zuhörer et-
was in Bezug auf Ideen zur Bewältigung
des Lehrkräftemangels. Auch der Ab-
schlusskongress zur ‘Qualitätsoffensive
Lehrerbildung’ habe nicht die erhofften
Ergebnisse gebracht.
Der neue Bundesvorsitzende würdigte
das große Engagement der Landesverbän-
de des VDR bei den Regionalkonferenzen
des dbb zur Vorbereitung der Einkommens-
runde. Dabei wurde deutlich, dass ein ge-
schlossenes Auftreten der verschiedenen
Gewerkschaften und Verbände des dbb ei-
nen starken Eindruck hinterlässt. Ulrich
Gräler ergänzte die Ausführungen von Ralf
Neugschwender mit einem Bericht zum ak-
tuellen Sachstand der Verhandlungsrunden
mit der Tarifgemeinschaft deutscher Län-
der. Kerstin Mück/VDR
»Wer ein Warum hat, dem ist kein
Wie zu schwer«. Mit diesem ver-
kürzten Zitat von Friedrich Nietzsche eröff-
nete Ralf Neugschwender seine Vorstel-
lungsrede in der Bundesvorstandssitzung.
Das »Warum« definierte der neue Bundes-
vorsitzende als die entscheidende Klam-
mer, die alle ehrenamtlich Arbeitenden im
VDR und den Landesverbänden miteinan-
der verbindet. Denn das »Warum« zeige
die Motivation, etwas bewegen, gestalten
und verbessern zu wollen – auf vielerlei
Ebenen.
Der neue Bundesvorsitzende hat sich im
Vorfeld seiner Kandidatur auch mit der
Frage nach dem »Wie« auseinanderge-
setzt. Dieses soll vor allem durch den in-
tensiven, transparenten Austausch mit-
einander und auf Augenhöhe erfolgen.
Denn der Austausch mit anderen helfe da-
bei, eigene Vorstellungen zu schärfen oder
auch zu verwerfen. In seiner künftigen Ar-
beit will er gemeinsam Ziele definieren und
die vielfältigen Wege dorthin diskutieren.
Dabei soll der Teamgedanke, das gegensei-
tige Zuhören und vor allem Wertschätzung
Basis für die Zusammenarbeit sein.
Ein VDR unter der Leitung von Ralf
Neugschwender soll nicht nur Probleme
benennen, sondern auch echte Lösungen
anbieten. Dabei soll der VDR noch sichtba-
rer werden und die Inhalte aus den ver-
schiedenen Landesverbänden, also von
der Basis aus, in den Mittelpunkt stellen.
Für seine Arbeit im VDR will der neue Bundesvorsitzende
Schwerpunkte setzen bei Themen wie
dem Erhalt des Leistungsprinzips in Schulen,
der Qualitätssicherung in Unterricht und Schule,
dem Erhalt der differenzierten Bildungsgänge,
den vielfältigen Übergängen von Schule in den Beruf,
dem Beitrag schulischer Bildung für die Gesellschaft,
der Aufgabe von Lehrkräften, in gesamtpolitischen
Spannungsfeldern Orientierung zu geben,
der aktuellen Weltlage, die ein Mehr an Konzepten zur Demokratieerziehung
in Schulen und Programmen gegen Antisemitismus erfordert,
dem Schutz von Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern vor Gewalt an Schulen,
einer diverseren Ausrichtung der Verbandsarbeit,
um die Realität im Schuldienst besser abzubilden,
eine Veränderung der Verbandsarbeit, um die verschiedenen Lebensphasen
und das ehrenamtliche Engagement besser vereinbaren zu können,
der Aufteilung von Verantwortung in der Verbandsleitung auf mehrere Schultern,
dem Engagement des VDR in verschiedenen Gremien wie zum Beispiel dem dbb,
der Fachkommission für Schule, Bildung und Wissenschaft oder in der Tarifkommission,
einer Stärkung der Pressearbeit auf Bundesebene,
und vor allem die Unterstützung der Landesverbände durch
gezielte gemeinsame Aktionen mit dem Bundesvorstand. Kerstin Mück
lehrer nrw ·
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FORTBILDUNGEN
Präsenz und Resilienz
Wie Lehrkräfte ihre Präsenz im Unterricht stärken können und wie sie zu einer resilienten
Lebenshaltung finden können, ist Thema zweier
lehrer nrw
Seminare. Weitere Fortbildungs-
Highlights finden Sie in der Tabelle rechts. Anmeldungen sind online möglich.
Präsenz – Erfolgsfaktor
im Classroom Management
Die Präsenz einer Lehrkraft ist das Tor zur Aufmerksamkeit
der Schülerinnen und Schüler. Sie ist die Grundlage für ei-
ne effektive und klare Unterrichtsführung. Ebenso sind die
individuelle Ausstrahlung und Gegenwärtigkeit eines Pä-
dagogen zentrale Faktoren für ein Vertrauensverhältnis zu
Schülerinnen und Schülern und eine offene Lernatmosphä-
re. Im Seminar erklärt Gabi Schmidt, Trainerin und Coach,
wie die Teilnehmenden den Persönlichkeitsfaktor ‘Präsenz’
stärken und ihre Wirksamkeit als Lehrkraft deutlich erhö-
hen können.
Referentin: Gabi Schmidt
Seminar-Nr.: 2023-0315
Ort: Leonardo Düsseldorf City Center
Ludwig-Erhard-Allee 3 | 40227 Düsseldorf
Termin: Donnerstag, 14. März und Freitag,
15. März 2024
Uhrzeit: 10:00 bis 16:30 Uhr
Kosten: 300 Euro
lehrer nrw
Mitglieder, 350 Euro
sonstige Teilnehmer (jeweils inklusive Übernachtung
und Tagesverpflegung)
ANMELDUNG
www.lehrernrw.de/lehrernrw-de-fortbildungen/lehrernrw-de-fortbildungsuebersicht/
Sich unter schwierigen
Bedingungen behaupten:
Auch das kann ein Resilienz-Faktor
sein. Wege zur Stärkung der eige-
nen Resilienz werden im
lehrer nrw
Seminar am 18. und 19. März ge-
zeigt.
Foto: AdobeStock/Enso
Resilienz entdecken und stärken
Was die einzelnen Resilienzaspekte für Menschen bedeuten, die unterrich-
ten, erziehen und begleiten, erläutert die Trainerin, Beraterin und Dozentin
Dorthe Leschnikowski-Bordan den Teilnehmenden mit Hilfe des Dynamischen
Resilienzkonzeptes nach Gruhl/Körbächer. Konkret bedeutet die Auseinander-
setzung mit der eigenen Resilienz unter anderem,
eine optimistische Haltung zu entwickeln,
Krisen und Herausforderungen anzunehmen und
flexibel und kreativ darauf zu reagieren,
die Fähigkeit, den Blick auf Lösungen von Problemen zu richten,
Vertrauen in die Selbstwirksamkeit und das eigene Handeln zu erkennen,
eine Ausgeglichenheit zwischen Anforderung
und Entspannung herzustellen,
den Blick auf eigene vorhandene Ressourcen zu aktivieren.
Referentin: Dorthe Leschnikowski-Bordan
Seminar-Nr.: 2023-0318
Ort: Ringhotel Drees | Hohe Straße 107 | 44139 Dortmund
Termin: Montag, 18. März und Dienstag, 19. März 2024
Uhrzeit: 10:00 Uhr bis 16:30 Uhr
Kosten: 300 Euro
lehrer nrw
Mitglieder, 350 Euro sonstige Teilnehmer
(jeweils inklusive Übernachtung und Tagesverpflegung)
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lehrer nrw
FORTBILDUNGEN
Seminar
Nr. Titel Kurzinhalt Referenten Wo Wann Uhrzeit
Gebühr
lehrer nrw-
Mitglied
Gebühr
sonst.
Teilnehmer
Anmelde-
schluss
2024-0119 Das iPad in der Grundschule In dieser Fortbildung werden konkrete Einsatzmöglichkeiten des iPads
im Grundschulbereich aufgezeigt und spezifische Apps wie zum Beispiel
der Book Creator, Kahoot, QRafter und Stop-Motion in der Praxis erprobt.
Im weiteren Verlauf sollen konkrete Einsatzmöglichkeiten im Unterricht
erarbeitet werden.
Moritz Becker
und
Piotr Wysluch
Realschule Kastanienallee
Raum 41
Kastanienallee 32
42549 Velbert
Freitag
19.01.2024
14:00 bis
17:00 Uhr
25 EUR 40 EUR 09.01.2024
2024-0126 Den Überblick behalten
im App-Dschungel
In dieser Veranstaltung soll ein Überblick zu vorinstallierten und optio-
nalen Apps insbesondere für das iPad gegeben werden. Dabei sollen
Apps in den Bereichen Feedback geben, Urteilen, kollaboratives Lernen,
Einstiegsimpulse und allgemeine Unterrichtsorganisation vorgestellt und
erprobt werden.
Moritz Becker
und
Piotr Wysluch
Realschule Kastanienallee
Raum 41
Kastanienallee 32
42549 Velbert
Freitag
26.01.2024
14:00 bis
17:00 Uhr
25 EUR 40 EUR 12.01.2024
2024-0209 Das iPad im Fremdsprachen-
unterricht
In dieser Fortbildung sollen die Einsatzmöglichkeiten des iPads im
Fremdsprachenunterricht aufgezeigt werden. Es werden exemplarisch
Quizlet, Übersetzer-App, der Unterrichtsassistent, Tastatureinstellungen
und weitere Applikationen thematisiert.
Moritz Becker
und
Piotr Wysluch
Realschule Kastanienallee
Raum 41
Kastanienallee 32
42549 Velbert
Freitag
09.02.2024
14:00 bis
17:00 Uhr
25 EUR 40 EUR 26.01.2024
2024-0216 Arbeitsblätter und Unterrichts-
materialien mit Pages, Notizen,
Keynote und Freeform erstellen
In dieser iPad Schulung sollen konkret die Einsatzmöglichkeiten der
Apps Pages, Notizen, Keynote und Freeform für den Unterrichtsalltag
aufgezeit und in Praxisphasen erprobt werden.
Moritz Becker
und
Piotr Wysluch
Realschule Kastanienallee
Raum 41
Kastanienallee 32
42549 Velbert
Freitag
16.02.2024
14:00 bis
17:00 Uhr
25 EUR 40 EUR 02.02.2024
2024-0304 »Alle mal herhören, bitte!« –
Die Stimme als unterschätzter
Erfolgsfaktor im Unterricht
In diesem Seminar geht es darum, wie Sie Ihre Stimme und Ihre Sprache
in unterschiedlichen Unterrichtssituationen variabel und zielführend
verwenden können. Darüber hinaus werden Tipps für einen schonenden
Umgang mit der Stimme gegeben.
Gabi Schmidt Ringhotel Drees
Hohe Straße 107
44139 Dortmund
Montag
04.03.2024
9:30 bis
17:00 Uhr
140 EUR 190 EUR 22.01.2024
2024-0315 Die Präsenz einer Lehrkraft –
persönlicher Erfolgsfaktor für
gelungenen Unterricht
Die Präsenz einer Lehrkraft ist das Tor zur Aufmerksamkeit der
Schülerinnen und Schüler. Die Stärkung des Persönlichkeitsfaktors
‘Präsenz’ ist also eine lohnenswerte Investition, die Ihre Wirksamkeit
als Lehrkraft deutlich erhöhen kann.
Gabi Schmidt Leonardo Düsseldorf
City Center
Ludwig-Erhard-Allee 3
40227 Düsseldorf
Do. - Fr.
14.03. bis
15.03.2023
10:00 bis
16:30 Uhr
300 EUR 350 EUR 01.02.2024
2023-0318 Resilienz Was die einzelnen Resilienzaspekte für Menschen bedeuten, die
unterrichten, erziehen und begleiten, wird mit Hilfe des Dynamischen
Resilienzkonzeptes nach Gruhl/ Körbächer in diesem Seminar näher-
gebracht. Des Weiteren wird seine Wirkung in individuellen Alltags-
und Schulsituationen erörtert.
Dorthe
Leschnikowski-
Bordan
Ringhotel Drees
Hohe Straße 107
44139 Dortmund
Mo. - Di.
18.03. bis
19.03.2024
10:00 bis
16:30 Uhr
300 EUR 350 EUR 05.02.2024
Krieg und Schule
Der Kinder- und Jugendpsychiater Dr. Stefan Battel gibt in seiner Kolumne regelmäßig
Antworten auf Fragen aus dem Lehreralltag. Diesmal geht es um die Frage,
ob und wie auch in der Schule ‘Friedensarbeit’ möglich ist.
»
»W
Wozu sind Kriege da?“, sang Udo
Lindenberg 1981 in einem sehr
bewegenden Lied. »Sie steh‘n sich gegen-
über und könnten Freunde sein, doch be-
vor sie sich kennenlernen, schießen Sie
sich tot«, heißt es darin. Wie kann es uns
gelingen, den Wahnsinn des Krieges sach-
und kindgerecht im Unterricht zu themati-
sieren? Hier möchte ich einen Artikel von
Michael Felten aus der letzten Ausgabe
dieser Zeitschrift (
lehrer nrw
6/2023, S.15-
18) hervorheben: Es macht mehr als nur
Sinn, bei entmutigten, aggressiven oder
verhaltensauffälligen Schülerinnen und
Schülern immer nach dem Thema hinter
dem Thema zu fragen.
Was das mit Kriegen in unserer Zeit zu
tun hat? Ich finde hier auf der Beziehungs-
mikroebene einen von vielleicht vielen
Schlüsseln, um so etwas wie ‘Friedenstüch-
tigkeit’ zu entwickeln. Dies impliziert auch,
dass wir als Erwachsene vermitteln, was es
heißt, Freundschaften zu leben bzw. Bezie-
hungen einzugehen und Respekt vor je-
dem Menschen zu haben, Konflikte im ge-
meinsamen Diskurs respektvoll zu lösen
versuchen. Zwar nicht alles anerkennen
müssend, was der andere Mensch weltan-
schaulich vertritt, aber doch immer res-
pektvoll bleibend, auch wenn es mitunter
schwer fallen mag.
Wie lassen sich nun Stichworte wie
Gemeinschaft, Freundschaft, Respekt im
schulischen Alltag mit Leben füllen? Viel-
leicht, indem beispielsweise in einem Rol-
lenspiel der Umgang mit anderen Meinun-
gen geübt wird. Dabei sollte es zunächst
nicht um ‘weltbewegende’, hochgradig
konfliktbeladene Themen gehen. Genug Er-
kenntnisse über die positive Wirkung einer
gewaltfreien Diskussion gibt es längst
auch aus der Hirnforschung. Wichtig ist,
sich wirklich für die Meinung des Anderen
zu interessieren und sie nicht direkt abwer-
tend einzuordnen und sich selbst damit er-
höhen zu wollen. Noch mehr Beziehung
als Distanzierung in Klassenräumen, mehr
Würdigung statt schneller Kritik und Ab-
wertung (positiv Reframing) sollten größe-
ren Raum einnehmen. Vielleicht klingt dies
alles für Sie wie hohle Phrasen oder Kalen-
dersprüche, aber es könnte um genau das
gehen: Wie gehen wir mit den Krisen unse-
rer Welt um? So gerne ich es wollte, den
Frieden in Nahost und in der Ukraine kann
ich nicht bringen, aber ich kann in meinem
Lebensbereich ‘Friedensarbeit’ leisten, in-
dem ich in ruhigen Worten, mit dem Gefühl
von Augenhöhe und nicht von oben abwer-
tend mit meinen Mitmenschen umgehe. Hier
sollten wir alle Vorbilder sein, auch wenn
uns das manchmal schwer fällt. Denn es
lohnt sich, und es steht nicht wenig auf dem
Spiel.
ZUR PERSON
Dr. med. Stefan
Battel ist Facharzt
für Kinder- und Ju-
gendpsychiatrie
und -psychothera-
pie (tätig in einer
Praxis in Bonn) und
seit 2012 systemi-
scher Familienthe-
rapeut (DGSF). Im
Rahmen des
lehrer
nrw
-Fortbildungs-
programms greift
er in einer Vor-
tragsreihe regel-
mäßig verschiede-
ne Themen aus
dem Bereich der
Jugendpsychologie
auf.
Foto: Andreas Endermann
lehrer nrw ·
7/2023
26
BATTEL HILFT
SENIOREN
Erlebnisreiche Herbstfahrt
nach Würzburg
V
Vom 22. bis 25. Oktober besuchten 23
Seniorinnen und Senioren von
lehrer
nrw
die Stadt Würzburg. Bei guter Stim-
mung konnten die Teilnehmer die Sehens-
würdigkeiten der Stadt, die fränkische Kü-
che und auch den Frankenwein genießen.
Die Fahrt begann mit einem ‘Stelldichein’
auf der Mainbrücke bei Gesang und Wein.
Es folgte eine Schifffahrt auf dem Main
nach Veitshöchheim zu den wunderschönen
Rokokogärten. Auf dem Programm stand
auch der Besuch der Residenz mit einer sehr
informativen Führung, die Besichtigung des
Hofgartens und die anschließende Fahrt mit
der Kleinbahn. Dabei konnten bequem die
Sehenswürdigkeiten der Stadt erkundet
werden. Bei einer Führung durch die Fes-
tung Marienburg erfuhren die Gäste aus
Nordrhein-Westfalen in sehr anschaulicher
Schilderung viel über die Lebensumstände
auf der Burg bis ins 18. Jahrhundert.
Eine etwas andere Weinprobe ohne Ver-
kaufscharakter am letzten Abend in unserem
Hotel mit viel Informationen und einem zu
den Weinen passenden fränkischen Abend-
brotteller beeindruckte sehr und sorgte für
fröhliche Stunden.
Die Herbstfahrt endete mit dem Besuch
des Käppele, einem Ort, an dem viele Pilger
einkehren. Pfarrer Treutlein empfing uns in
der Wallfahrtskirche, gab uns Informationen
über die Historie und zeigte die Besonderhei-
ten der beeindruckenden Kirche mit ihren
Decken- und Wandmalereien.
Das Fazit lautete unisono: Es waren erleb-
nisreiche und heitere Tage in Würzburg. Die
gute Stimmung sowie die wunderbare Aus-
sicht auf die Stadt, die Weinberge, die histori-
schen Gebäude, die vielen Erlebnisse und
auch die Gastfreundlichkeit im Hotel bescher-
ten allen eine wunderschöne Herbstfahrt.
Die Seniorinnen und Senioren des
lehrer nrw
erlebten einige
wunderbare Tage in Würzburg.
lehrer nrw ·
7/2023
28
DDiiee SScchhuulllleeiittuunngg
RReecchhttee uunndd PPfflliicchhtteenn iimm BBiinnnneennvveerrhhäällttnniiss
vvoonn SScchhuulllleeiittuunngg uunndd LLeehhrrkkrrääfftteenn
E
Es gibt an den Schulen in Nordrhein-
Westfalen (hoffentlich) keine Wild-
west-Zustände. Aber eine Analogie
sei mit Blick auf das Personal an einer
Schule erlaubt: Es gibt Häuptlinge, und es
gibt ‘Fußvolk’ – das heißt: die Schulleitung
und die ‘einfachen’ Lehrerinnen und Leh-
rer. Mit anderen Worten: Es gibt Chefinnen
oder Chefs, die einerseits die Richtung vor-
geben, die sich andererseits aber auch um
Belange kümmern, die über den Tätigkeits-
und Verantwortungsbereich der oder des
Einzelnen hinausgehen.
Speziell im Schulalltag kommt es häufig
dazu, dass die einzelne Lehrkraft aber
nicht weiß, inwieweit die Schulleitung in
ihre Aufgabenwahrnehmung, insbesondere
den Unterricht und die pädagogische Frei-
heit, eingreifen darf. Nicht selten ist auf
der anderen Seite aber auch, dass Lehre-
rinnen und Lehrer sich nicht darüber im
Klaren sind, welche – oftmals auch unan-
genehmen – Aufgaben die Schulleitung ih-
nen abnehmen kann. Manche Fragekon-
stellationen tauchen dabei immer wieder
auf, auch wenn sie dem einen oder ande-
ren banal erscheinen mögen.
Über Hauptfunktionen und wesentliche
Aufgaben der Schulleitung geben zunächst
die §§ 59 ff. Schulgesetz NRW (SchulG)
und §§ 20 ff. der Allgemeinen Dienstord-
nung für Lehrerinnen und Lehrer an öffent-
lichen Schulen (ADO) Auskunft. Daraus er-
geben sich auch die Grundsätze der Zu-
sammenarbeit von Schulleitung und ‘einfa-
chen’ Lehrkräften.
RECHT§AUSLEGER
von CHRISTOPHER LANGE
Es gibt solche
und solche
Schulleitungen:
Der autoritäre Führungsstil
könnte allerdings zu
schwachen Sympathie-
werten innerhalb
der Lehrerschaft führen.
Foto: AdobeStock/terovesalainen
29
7/2023 ·
lehrer nrw
Wer ist und was darf
Schulleitung?
Die Frage, wer überhaupt zur Schulleitung
zählt und wer nicht, beantwortet vor allem
§ 60 SchulG. Die Schulleitung besteht aus
der Schulleiterin oder dem Schulleiter und
der ständigen Vertreterin oder dem ständi-
gen Vertreter. Soweit eine zweite Konrek-
torin oder ein zweiter Konrektor bestellt
ist, gehören auch diese oder dieser dazu.
An Schulen wie insbesondere Gesamtschu-
len, die hinsichtlich Zügigkeit und Ausbau-
stand zahlenmäßig stark sind, kann die
Schulleitung auch noch um weitere Perso-
nen ergänzt werden, soweit das Ministeri-
um entsprechende Regelungen trifft (§ 60
Absatz 1 SchulG, § 36 Absatz 1 ADO). Da-
von zu unterscheiden ist die Übertragung
einzelner Leitungsaufgaben auf Lehrkräfte
zur eigenständigen Wahrnehmung, ohne
dass diese zur Schulleitung aufsteigen und
dass diese sich damit ihrer Verantwortung
für die Aufgaben entledigen kann (§ 60
Absatz 3 SchulG).
Klar scheint, dass bei Verhinderung der
Schulleiterin oder des Schulleiters die stän-
dige Vertretung übernimmt. Nicht allseits
geläufig ist dagegen, dass die dienstältes-
te Lehrkraft die Leitung übernimmt, sollte
auch eine ständige Vertretung nicht vor-
handen oder verhindert sein (§ 60 Absatz 2
SchulG).
Wer sich darüber im Klaren ist, wer zur
Schulleitung zählt, weiß – ganz platt aus-
gedrückt – auch, wer ihr oder ihm etwas
zu sagen hat. Denn die Schulleiterin oder
der Schulleiter können als Vorgesetzte al-
len an der Schule tätigen Personen in der
Erfüllung ihrer Aufgaben Weisungen ertei-
len (§ 59 Absatz 2 Satz 2 SchulG, § 21
ADO). Stellt eine Lehrkraft in Frage, ob
eine Weisung der Schulleitung rechtlich
korrekt oder fachlich zweckmäßig ist, soll-
te sie dies im Wege einer Remonstration
geltend machen. Weicht die Schulleitung
dann nicht von ihrer Anweisung ab, kann
sich die Lehrkraft an die Schulaufsicht
wenden, muss die Weisung aber zunächst
dennoch ausführen.
Auch für unpopuläre
Maßnahmen zuständig
Im Hinblick auf die pädagogische Arbeit
der Lehrkräfte gilt, dass die Schulleitung
diese in Fragen der Unterrichts- und Erzie-
hungsarbeit und der individuellen Förde-
rung zwar beraten darf. Eingreifen darf die
Schulleitung nur bei Verstößen gegen Vor-
schriften, Anordnungen der Schulaufsicht
oder Konferenzbeschlüsse oder wenn eine
geordnete Unterrichts- und Erziehungsar-
beit nicht gewährleistet ist (§21 Absatz 2
ADO). Unbeschadet dessen ist die Schullei-
tung für den Bildungs- und Erziehungsauf-
trag der Schule (§22 ADO) und die Quali-
tätsentwicklung und -sicherung verant-
wortlich (§59 Absatz 2 Nummer 3 SchulG).
Daraus ergibt sich letztlich auch die he-
rausragende Pflicht, darauf hinzuwirken,
dass der Unterricht nach Möglichkeit unge-
kürzt erteilt wird (§59 Absatz 2 Nummer 4
SchulG, §22 Absatz 1 Nummer 4 ADO).
Dies gilt zwar nur im Rahmen der Personal-
ressourcen, bringt aber eben mit sich, dass
möglichst ausgefeilte Vertretungspläne zu
erstellen sind, was dann auch für die Lehr-
kräfte die eine oder andere leidige Unter-
richtsstunde mit sich bringt, die über das
eigentliche Deputat hinausgeht.
Auch eine weitere Aufgabe der Schullei-
tung führt dazu, dass sich Lehrerinnen und
Lehrer über den eigenen Unterricht hinaus
zur Verfügung halten müssen: Da die
Schulleitung verantwortlich dafür ist, dass
zum Unterrichtsbeginn des neuen Schul-
jahres alle Vorbereitungen abgeschlossen
sind (§ 59 Absatz 2 Nummer 5 SchulG),
haben sich die Lehrkräfte in der letzten
Woche vor Unterrichtsbeginn zur Dienst-
leistung für schulische Aufgaben bereitzu-
halten (§ 14 Absatz 2 Satz 2 ADO). So kann
es sich ergeben, dass wegen einer Lehrer-
konferenz Einschränkungen für eine ganze
Ferienwoche hinzunehmen sind.
Bollwerk in unangeneh-
men Situationen
Schulleitungen fordern jedoch ihr Kollegi-
um von Lehrerinnen und Lehrer nicht nur,
sie können auch ein Bollwerk in manch
unangenehmer Situation bieten. So wer-
den nach den Richtlinien für Schulfahrten
(BASS 14-12 Nummer 2) Verträge mit Be-
förderungs- und Beherbergungsunterneh-
men im Namen der Schule und nicht im
Namen der betreffenden Lehrkräfte ge-
schlossen. Diese können beispielweise bei
vertraglichen Schwierigkeiten mit einem
Reiseunternehmen auch die Schulleitung
miteinbeziehen.
Auch in leider immer wieder vorkom-
menden und zum realen Leben gehören-
den Fällen, in denen Eltern ihren Informa-
tions- und Beratungsanspruch nach §44
SchulG bezüglich ihres Kindes dahinge-
hend auslegen, dass sie meinen, die Lehr-
kraft in der Schule bedrohen oder ihr in
sonstiger unangemessener Weise gegen-
über auftreten zu können, kann sich die
Lehrkraft mit der Schulleitung abstim-
men. Denn die Schulleitung kann Eltern
gegenüber ein Hausverbot erteilen, so-
weit weiterhin schriftliche oder fern-
mündliche Kommunikation möglich ist.
So muss die Lehrkraft nicht selbst Eltern
am Betreten des Schulgeländes hindern
oder sie davon verweisen. Dies folgt aus
dem Hausrecht, das die Schulleitung zur
Aufrechterhaltung oder Wiederherstellung
eines sicheren und geordneten Schulbe-
triebs auf dem Schulgrundstück ausübt
59 Absatz Nummer 6 SchulG, §35
ADO).
Auch andere Situationen sind leider
heutzutage denkbar, in denen sich Lehr-
kräfte gegebenenfalls unerwartet einer
vermeintlichen Aufgabe ausgesetzt sehen,
die sie gerne von sich schieben würden –
so wenn im Zuge besonderer Vorkommnis-
se an der Schule wie ein Unfall, ein Amok-
lauf oder Gewaltereignisse plötzlich ein
Reporter vor einem steht und das Aus-
kunftsinteresse der Presse einfordert.
Auch hier kann darauf verwiesen werden,
dass ohne besondere Ermächtigung allein
die Schulleitung auskunftsbefugt ist
27 ADO).
RECHT§AUSLEGER
Christopher Lange leitet die Rechtsabteilung
des
lehrer nrw
E-Mail: Rechtsabteilung@lehrernrw.de
lehrer nrw ·
7/2023
30
ANGESPITZT
I
In Kalifornien ist neulich der häss-
lichste Hund der Welt gekürt wor-
den. ‘Scooter’ heißt der triumphale
Sieger, und er gehört zur Gattung
‘Chinesischer Schopfhund’. Auf sein Aus-
sehen wollen wir an dieser Stelle nicht
im Detail eingehen – nur so viel: Der
Titel ist mehr als verdient! Mehr als ver-
dient ist auch das mit der Auszeichnung
verbundene Preisgeld von 1.380 Euro.
1.380 Euro – das dürfte in etwa dem
Stundensatz eines Supermodels aus
der Kategorie Gisele Bündchen (und
aufwärts) entsprechen. Das zeigt uns:
Schönheit zahlt sich aus. Das gilt übri-
gens auch an der Schule. Denn dort
benoten Lehrerinnen und Lehrer ihre
Schützlinge nicht zuletzt nach dem Aus-
sehen. Das jedenfalls will ein Attraktivi-
tätsforscher (!) an einer nordrhein-
westfälischen Schule nachgewiesen
haben, wie kürzlich in der ‘Neuen West-
fälischen’ zu lesen war.
Demnach werden besonders attrakti-
ve Schülerinnen und Schüler im Durch-
schnitt um eine dreiviertel Note besser
bewertet als besonders unattraktive –
bei gleicher objektiver Leistung. Eine
dreiviertel Note, das kann viel Holz sein
– zum Beispiel wenn der picklige Finn-
Malte und der hübsche Justus beide
zwischen Vier und Fünf stehen.
Natürlich würde keine Lehrerin und
kein Lehrer einen Schüler wissentlich
nach dem Aussehen bewerten. Das
Ganze spielt sich auf einer unterbe-
wussten Ebene ab. »Wir gehen davon
aus, dass attraktive Menschen die bes-
seren Menschen sind«, wird der besag-
te Attraktivitätsforscher im NW-Artikel
zitiert. Und besser heiße im Schulkon-
text eben auch intelligenter. Umgekehrt
würden wir bei Fehlverhalten oder
schlechten Leistungen von attraktiven
Menschen auch eher zu Nachsicht nei-
gen. »Attractiveness Glamour Effect«
nennen das die Forscher.
Was also kann die geneigte Lehrkraft
mit diesen Erkenntnissen anfangen?
Wie können Lehrerinnen und Lehrer ru-
higen Gewissens die Untiefen der At-
traktivitätsdiskriminierung elegant um-
fahren? Mit einer großzügig gewährten
Gnaden-Drei für Finn-Malte? Oder einer
prophylaktisch eingestreuten Vier minus
für Justus? Wir empfehlen: Nehmen Sie
nicht alles so ernst und vertrauen Sie
Ihrem gesunden Lehrerverstand.
Übrigens: Gisele Bündchen hat mit
15 Jahren die Schule abgebrochen.
Womöglich hat sie sich über eine nicht
mit ihrem Aussehen korrespondierende
Note geärgert. Jochen Smets
Attraktivitätsdiskriminierung
Heike Loosen
Bilder verbinden
Verrückte Buchstaben
Diese Aufgabe hat es
in sich: Sie finden in
dem Gitter jeweils zu-
sammengehörige
Paare. Diese müssen
Sie durch Linien mit-
einander verbinden.
Dabei dürfen sich die
Linien nicht kreuzen
und kein Feld darf
leer bleiben.
LÖSUNG Aufgabe 3
Das Bild zeigt seinen eigenen Sohn, denn der Vater dieses Mannes ist der Sohn seines Vaters. Da er keine Geschwister hat, muss er selbst der Vater des Mannes auf dem Bild sein.
HIRNJOGGING
31
7/2023 ·
lehrer nrw
In diesem kurzen Text spielen die Buchstaben verrückt. Zwischendurch haben sich Ziffern eingeschlichen und einige Buchstaben
machen sich größer oder kleiner, als es sich gehört. Worum handelt es sich bei dem angeblichen Kauderwelsch?
»Mo7OoMeNt76BiTt4eSaG7en1sie9Jetz3tnicHtS8H9ilde7gaRd64M9itIHnEn4teIL8tM3eIneENtE1D8aSwaSseRniCh8T!12A0c6HwA6s!57MÄ9
n5NeR3uN8dfRa8UeN5Pas8SeN2eI8nFaCh0nIcHt7ZusAm0MeN96w1IeD5eNn?wO9dEn6N?wAsD7eN4n94iC5hHeI8ße3ERwIn3lInDe-
MaNn9B8In66jAhR2eA7lTm5Ei8Net6OChtEr4Ö0FfN8eTImhEr4BsT6Ei8NehErReNb0OuTi1Qu5E8iNwU9pPeRtAl76eBEn8N9I66c6H3t69eIn5k
LA2v4IeR1EiNk4LaV3Ie5R38aC6h9sO4A1ch7W7a0S«
LÖSUNG Aufgabe 2:
Loriot lässt grüßen! Seine bekanntesten Sätze, die immer wieder gerne zitiert werden: »MooMeNt BiTteSaGen sie Jetzt nicHtS HildegaRd«
| »Mit IHnEn teILt MeIne ENtE DaS waSseR niChT!« | »AcH wAs!« | »MÄnNeR uNd fRaUeN PasSeN eInFaCh nIcHt ZusAmMeN« | »wIe DeNn? wO dEnN? wAs
DeNn?« | »iCh HeIße ERwIn lInDeMaNn Bin 66 jAhRe AlT mEiNe tOChtEr ÖFfNeT Im hErBsT EiNe hErReNbOuTiQuE iN wUpPeRtAl« | »eBEn NIcHt« | »eIn kLAvIeR
EiN kLaVIeR« | »aCh sO AchWaS?«
Familienbande –
Logisches Rätsel
Ein Mann steht allein auf einem Flur und betrachtet ein Gemälde an der Wand. Dann denkt er mit Blick auf das Bild:
»Ich habe keine Schwester und auch keinen Bruder, doch der Vater dieses Mannes ist der Sohn meines VatersWen zeigt das Bild?
AUFGABE 1:
AUFGABE 2:
AUFGABE 3:
Über Feedback zu meinen
Gehirnjogging-Übungen würde ich mehr sehr freuen: mail@heike-loosen.de
LÖSUNG Aufgabe 1: