3

Unter der Lupe

Ratio versus
Realität

1
3

Schule & Politik

Auf dem Weg zur
gesunden Schule

28

Recht§ausleger

Des einen Pflicht,
des anderen Recht

6

Im Brennpunkt

Besoldungsungerechtigkeit:
Ich klage!

Bildung im PISA-Zeitalter

Schlechte Rahmenbedingungen

Pädagogik & Hochschul Verlag
.
Graf-Adolf-Straße 84
.
40210 Düsseldorf · Foto: AdobeStock

1781 | Ausgabe 5/2026 | NOVEMBER | 70. Jahrgang

INHALT

lehrer nrw ·
5/2026

2

UNTER DER LUPE

Sven Christoffer:

Ratio versus Realität
3

BRENNPUNKT

Tom Schipper:
Ich klage!

Von der Selbstverständlichkeit, ungerechte
Bezahlung nicht hinzunehmen.
6

JUNGE LEHRER NRW

Tobias Braune:
Wer kümmert
sich eigentlich um uns?

Teil 1: Was ist aus unserem Beruf geworden?
8

TITEL

Sarah Wanders:
PISA 2025:
Wer bessere Bildung will,
muss bessere Bedingungen schaffen
1
0

SCHULE & POLITIK

Rente gut, alles gut?
1
4

Jochen Smets: Auf dem Weg
zur gesunden Schule
1
6

Die Glücksmomente in der Demokratie
1
8

‘Hauptschule hat Zukunft’:

Gemeinsame Kampagne gestartet
2
0

RECHT
§
AUSLEGER

Christopher Lange:
Des einen Pflicht, des anderen Recht

Neue Rechtsprechung: Die Bedeutung
der Pflicht zur Teilnahme an Klassenfahrten
2
2

FORTBILDUNGEN

Kein Bock auf Schule?
2
6

SENIOREN

Monika Holder: Goldener Herbst im Harz
2
8

Manfred Berretz: Dein Handy,

das unbekannte Wesen?
2
9

ANGESPITZT

Jochen Smets:
Zwischen
Adrenalinkick und Herzklabaster
30

HIRNJOGGING

Aufgabe 1: Herbstliche Wortleitern

Aufgabe 2: Erntezeit in Zahlen
3
1

IMPRESSUM

lehrer nrw
– G
1
7
8
1 –

erscheint sechs Mal jährlich
als Zeitschrift des
‘lehrer nrw’

ISSN 2568-7751

Der Bezugspreis ist für
Mitglieder des
‘lehrer nrw’
im Mitgliedsbeitrag enthal
-
ten. Preis für Nichtmitglieder
im Jahresabonnement:
€
35,– inklusive Porto

Herausgeber und

Geschäftsstelle

lehrer nrw e.V.

Nordrhein-Westfalen,

Gra
f
-
Adol
f-
Straße 84,

40
2
1
0 Düsseldorf,

Tel.: 0
2
1
1/1
6
4
0
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71,

Fax: 0
2
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6
4
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72,

Web: www.lehrernrw.de

Redaktion

Sven Christoffer,

Christopher Lange,

Tom Schipper,

Jochen Smets,
Sarah Wanders,

Tobias Braune,

Düsseldorf

Verlag und

Anzeigenverwaltung

PÄDAGOGIK &

HOCHSCHUL VERLAG –
dph
v-
verlags-

gesellschaft mbH,

Graf-Adolf-Straße 84,

40210 Düsseldorf,

Tel.: 0
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5
5
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04,

Fax: 0
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Zur Zeit gültig:

Anzeigenpreisliste Nr. 24
vom 1. Oktober 2023

Zuschriften und

Manuskripte nur an

lehrer nrw
,

Zeitschriftenredaktion,

Graf-Adolf-Straße 84,

40
2
1
0 Düsseldorf

Für unverlangt eingesandte
Manuskripte kann keine
Gewähr übernommen werden.
Namentlich gekennzeichnete
Beiträge geben die Meinung
ihrer Verfasser wieder.

Ratio versus

Realität

Am 16. September fand in Berlin die Fachtagung
‘PISA 2025 – Erkenntnisse und Implikationen’ des
Zentrums für internationale Bildungsvergleichsstu-
dien (ZIB) statt, an der ich als Vertreter des Bundesverban-
des Reale Bildung teilgenommen habe. Da ich die PISA-Ergebnisse
bereits im Vorfeld sorgfältig durchgearbeitet hatte, erwartete ich keinen
großen Erkenntnisgewinn, wurde jedoch eines Besseren belehrt.

D
D
er ZIB-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Samuel Greiff
gab nicht nur die wesentlichen Ergebnisse der
PISA-Studie wieder, sondern stellte auch die zen
-
tralen Handlungsfelder der ‘Roadmap von Bund und Län
-
dern’ vor, die 2026 mit dem Ziel vereinbart wurde, eine
Trendumkehr bei den Kompetenzen von Schülerinnen
und Schülern zu erreichen. Im Einzelnen geht es darum,

■
■
Daten systematisch und zielgerichtet zu nutzen
(‘Datengestützte Qualitätsentwicklung’);

■
■
unterschiedliche individuelle Lernvoraussetzungen
sowie soziale und emotionale Ausgangslagen
mitzudenken;

■
■
ein gemeinsames Verständnis für Leitungshandeln
zu entwickeln;

■
■
den Erwerb bildungssprachlicher Kompetenzen zu
priorisieren – nicht nur in der frühkindlichen Bildung,
sondern auch für spät zugewanderte Kinder und
Jugendliche (‘Frühkindliche und adaptive Sprach-
bildung’);

■
■
die Qualität von Bildungs- und Unterrichtsmaterialien
(analog und digital) zu sichern;

■
■
die Lehrkräftebildung in allen Phasen (Studium, Vorbe
-
reitungsdienst und Fortbildung) weiterzuentwickeln;

■
■
Bildungsforschung viel stärker als bisher zu nutzen
und ins System zu bringen.

Funktionale Grundbildung sichern

Prof. Dr. Felicitas Thiel, Co-Vorsitzende der Ständigen Wis
-
senschaftlichen Kommission (SWK), identifizierte in ihrem
Vortrag ‘Funktionale Grundbildung sichern! Herausforde
-
rungen und Ansatzpunkte für die Bildungspolitik’ vier he
-
rausfordernde Bereiche, für die Lösungen gefunden wer
-
den müssten: Basale Kompetenzen, Heterogenität, Moti
-
vation und psychische Belastung / Verhaltensprobleme.
Dass die Diagnose und Förderung grundlegender sprachli
-
cher und mathematischer Kompetenzen zu den zentralen
Herausforderungen unserer Bildungslandschaft gehören,
habe die SWK bereits 2022 in ihrem Gutachten ‘Basale
Kompetenzen vermitteln – Bildungschancen sichern’ he
-
rausgestellt. PISA bestätige nun, dass die Förderung basa
-
ler Kompetenzen noch stärker als bisher in den Fokus rü
-
cken müsse.

Auf die Lehrkraft kommt es an

Der Unterricht müsse auf die Verschiedenartigkeit (Hetero
-
genität) in einer Klasse durch Passung reagieren. Adaptiver
Unterricht passe das Lernangebot an den aktuellen Leis
-
tungsstand, das Vorwissen und das Lerntempo der einzel
-
nen Schülerinnen und Schüler an. Dabei betonte Prof. Thiel
die zentrale Rolle der Lehrkraft für den Lernerfolg der Kin
-
der und Jugendlichen und verwies in diesem Zusammen
-
hang auf die Hattie-Studie ‘Visible Learning 2.0’.

Dem Motivationsproblem bei Schülerinnen und
Schülern müsse durch Motivierung begegnet werden.
Es gebe zahlreiche Studien, die belegen würden, dass
stetiges Erklären, warum Lernen nützlich sei, insbeson
-
dere die Leistung lernschwächerer Schülerinnen und
Schüler steigere.

Ansatzpunkte für
die Bildungspolitik

Um zu besseren Ergebnissen zu gelangen, empfahl Prof.
Thiel, den eingeschlagenen Weg der datengestützten Un
-
terrichtsentwicklung konsequent weiterzugehen. Dabei
war es ihr wichtig, den Blick nicht nur auf Lernstandserhe
-
bungen zu richten, sondern auch sozial-emotionale Merk
-
male zu messen. Mentale Gesundheit habe einen enor
-
men Einfluss auf die Lernleistung. Daneben müssten
evidenzbasierte Fördermaterialien entwickelt und

3

5/2026 ·
lehrer nrw

UNTER DER LUPE

von
SVEN CHRISTOFFER

bereitgestellt werden. Zudem brauche es wirksame Unter
-
stützung für Lehrkräfte und Schulleitungen in Form von
passgenauen Fortbildungen und Coachingangeboten.

Ein völlig anderer Blickwinkel

Aus einem völlig anderen Blickwinkel beleuchtete der
Bildungs- und Migrationsforscher Prof. Dr. Aladin El-
Mafaalani die Ergebnisse der PISA-Studie in seinem Vor
-
trag ‘Bildungsungleichheit im Wandel: Alte Probleme,
neue Herausforderungen’. Bereits in seinem Eingangssta
-
tement machte er deutlich, dass die bildungspolitischen
Herausforderungen
so groß und der ge
-
sellschaftliche Wan
-
del so rasant seien,
»dass wir nicht hin
-
terherkommen«. Zur
Illustration nannte er
Zahlen einer Bochu
-
mer Grundschule.
Dort lernen 180 Schü
-
lerinnen und Schüler
aus 50 Ländern. Sie
sprechen 24 Sprachen
(Deutsch ist teilweise
nicht einmal Zweit-,
sondern Dritt- oder
Viertsprache) und ge
-
hören acht unter
-
schiedlichen Religi
-
onsgemeinschaften
an. KiTas und Grund
-
schulen seien Vorrei
-
ter der Superdiversität in unserer Gesellschaft. Gleichzei
-
tig seien sie die wichtigsten Bildungseinrichtungen (»Al
-
les, was an Grundschulen nicht passiert, werden wir an
weiterführenden Schulen nicht mehr regeln können.«). In
diesem Zusammenhang verwies El-Mafaalani auf die
Heckman-Kurve. Sie zeige, dass Investitionen in frühkindli
-
che Bildung die höchste wirtschaftliche und gesellschaftli
-
che Rendite erzielten.

Die Schere geht auseinander

Nicht die Bildungsinstitutionen seien ursächlich für die
Bildungsungleichheit, sondern die ungleichen Bildungsvo
-
raussetzungen. Im Gegenteil: Die Schere gehe nach dem
Eintritt in die Institutionen langsamer auseinander als vor
-
her, aber die Institutionen würden es nicht schaffen, die
Schere zu schließen. Für den Ausgleich sozialer Ungerech
-
tigkeiten durch KiTa und Grundschule seien eine hohe
Qualität und entsprechende Rahmenbedingungen die
Voraussetzung (»Einfach nur Ganztag, einfach nur KiTa
bringt nichts!«). Angesichts der vielfältigen pädagogi
-
schen Herausforderungen und auch des mittelfristig nicht
zu behebenden Fachkräftemangels sprach sich der Sozio
-
loge klar für ein breit aufgestelltes ‘multiprofessionelles
Team’ in KiTa und Grundschule aus.

Verfestigte Armutsstrukturen

Auch wenn in Deutschland die quantitative Dimension
von Armut nicht unbedingt stark zugenommen habe,
habe sich das Auf
-
wachsen in Armut
laut Prof. El-Mafaala
-
ni über die Jahrzehn
-
te stark verändert: In
den 1970er Jahren
kam die Motivierung
fürs Lernen aus dem
Milieu, es herrschte
Gestaltungsoptimis
-
mus: Großeltern und
Eltern vermittelten
ihren Kindern, dass
sozialer Aufstieg bei
entsprechender An
-
strengung möglich
und wahrscheinlich
sei. Bereits in den
1990er Jahren sei
dies deutlich anders
gewesen: Das Milieu
habe zunehmend
resigniert, heute würde man diese Resignation nicht nur
im Milieu finden, sondern auch in Teilen der Lehrerschaft.
Die resignativen Strukturen hätten sich in die Gesell
-
schaft hineingefressen. Wenn aber niemand mehr an die
-
se Kinder und Jugendlichen glaube, dann dürfe es nicht
verwundern, dass sie nicht an sich selbst glaubten und
die Anstrengungsbereitschaft in der Schule entsprechend
gering ausfalle.

Ein Stück weit fasziniert hat mich die Gegensätzlich
-
keit der Vorträge. Um es ein wenig überspitzt zu formu
-
lieren, hatten Prof. Greiff und Prof. Thiel die Brille der
Wissenschaft und Theorie auf (Empirieorientierte und
evidenzbasierte Qualitätsentwicklung an Schulen wer
-
den die Wende bringen!), während Prof. El-Mafaalani
deutlicher die Lebenswirklichkeit an den Schulen in den
Fokus nahm (Die finanzielle und personelle Ausstattung
ist in KiTa und Grundschule nicht ausreichend und ent
-

lehrer nrw ·
5/2026

4

UNTER DER LUPE

Unterschiedliche

Sichtweisen:
Während

Prof. Dr. Felicitas Thiel als Co-
Vorsitzende der SWK dafür plä
-
dierte, den eingeschlagenen
Weg der datengestützten Un
-
terrichtsentwicklung konse
-
quent weiterzugehen, …

Foto: Sven Christoffer

…verwies der Bildungs- und
Migrationsforscher Prof. Dr. Ala
-
din El-Mafaalani auf die Lebens
-
wirklichkeit an vielen Schulen.
Die sei vielerorts geprägt von
extremer Diversität und zugleich
von mangelnden personellen
und finanziellen Ressourcen.

Foto: Sven Christoffer

spricht nicht der Bedeutung dieser Bildungsinstitutio
-
nen. Dadurch werden letztlich auch der Sozialstaat und
der Wohlstand unserer Gesellschaft gefährdet!).

‘Organisierte
Unverantwortlichkeit’

So unterschiedlich der Blick auf die PISA-Ergebnisse aus
-
fiel, so einig waren sich Prof. Thiel und Prof. El-Mafaalani
an zwei Stellen in der abschließenden Podiumsdiskussi
-
on:

■
■
Ein Umbau der Schulstruktur sei nicht die geeignete
Antwort auf die PISA-Ergebnisse. Der mit einem sol
-
chen Umbau verbundene Aufwand binde Energien und
Ressourcen, die man besser in die Weiterentwicklung
der bestehenden Strukturen investieren sollte.

■
■
Sehr offene, projektorientierte Lernformen würden ein
gewisses Risiko für lernschwächere Schülerinnen und
Schüler bergen, da die unterschiedlichen Lerntempi, in
denen die Aufgaben in diesen Lernformen bearbeitet
würden, Bildungsungleichheit vergrößern würden.
Prof. Thiel sprach in diesem Zusammenhang sogar von
‘organisierter Unverantwortlichkeit’.

Abkehr von ‘radikaler’
Kompetenzorientierung?

Offen diskutiert wurde in der Runde auch die Frage, ob
die ‘radikale’ Kompetenzorientierung, mit der Deutsch
-
land nach der Jahrtausendwende auf den
PISA-Schock reagiert hat, möglicherweise zu noch
schlechteren Ergebnissen in den Folgejahren und der Ge
-
genwart geführt habe. Auslöser für diesen Gedankengang
ist ein Blick auf das Vereinigte Königreich: England hat
vor etwa fünfzehn Jahren seine kompetenzorientierten
Lehrpläne durch Lehrpläne ersetzt, die das Fachwissen in
den Vordergrund stellen. Die anderen Nationen des Verei
-
nigten Königreichs, wie Schottland und Wales, haben ei
-
nen anderen Weg eingeschlagen und auf kompetenzori
-
entierte Lehrpläne gesetzt. In den Folgejahren vergrößerte
sich der Abstand zwischen England und dem Rest des Ver
-
einigten Königreichs in PISA: England liegt deutlich vorn.

Vielleicht liegt hier das eigentlich Bemerkenswerte:
Während PISA versucht, Bildung in mess- und vergleich
-
bare Kompetenzschablonen zu pressen, schneiden Länder
besser ab, die sich genau davon lösen …

Sven Christoffer ist Vorsitzender des
lehrer nrw
sowie stellv. Vorsitzender des HPR Realschulen

E-Mail: christoffer@lehrernrw.de

UNTER DER LUPE

Die Zeit der Trostpflaster ist vorbei.
Das Land muss die durch die A13-Überführung
entstandene Besoldungs-Ungerechtigkeit für
Lehrkräfte im ersten Beförderungsamt endlich
korrigieren. Um das zu erreichen, hat ein Mitglied
von
lehrer nrw
nun Klage gegen das
Land NRW eingereicht.

lehrer nrw ·
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6

BRENNPUNKT

Ich klage!

Von der Selbstverständlichkeit,

ungerechte Bezahlung nicht hinzunehmen.

I
I
ch beginne meinen aktuellen Artikel
mit einer Feststellung. Sie lautet so:
Der Sinn von Beförderungen in nord
-
rhein-westfälischen Schulen ist es, fleißige
Lehrkräfte zu belohnen, Führungspositio
-
nen auf Schulleitungsebene zu besetzen
oder Anreize für gute Leistung zu schaffen.
(Im Folgenden lasse ich die Beförde
-
rungsmöglichkeiten auf eine Schul
-
leitungsstelle außer Acht.) In der
Ausschreibung zu den Beför
-
derungsstellen wird zwi
-
schen Kegelstellen und
Koordinationsstellen
unterschieden. Der
Hauptunterschied
zwischen ihnen liegt
unter anderem in
der Art des Aufga
-
benbereichs sowie
der Verantwortungstie
-
fe. Kegelstellen umfas
-
sen meist ein rein unter
-
stützendes Zuarbeiten, wäh
-
rend Koordinatorenstellen feste
Funktionsämter mit eigenständiger
Leitungsfunktion und Zugehörigkeit zur
erweiterten Schulleitung sind.

Eine verdiente
Beförderung

In den vergangenen Jahrzehnten hatte
man als
A
12-Lehrkraft, also als Lehrkraft
für die Sekundarstufe I, die Möglichkeit,
bei erfolgreicher Revision eine Beförde
-
rungsstelle
A
13 zu erlangen. Für die Kolle
-
ginnen und Kollegen mit dem Einstiegsamt

Foto: AdobeStock/Drubig Foto

von
TOM SCHIPPER

A
13 (Lehrkraft für die Sekundarstufen I
und II) bot sich entsprechend die Möglich
-
keit, sich auf eine
A
14-Stelle zu bewerben,
um befördert zu werden. Ich hatte mich im
Schuljahr 2010/2011, damals noch als Leh
-
rer an einer Realschule, auf eine Beförde
-
rungsstelle beworben. Zu meiner Freude
erhielt ich im Sommer 2011 dann die posi
-
tive Nachricht, dass ich im ersten Beförde
-
rungsamt eine Kegelstelle besetzen würde.
Damit einhergehend war mehr Lohn ver
-
bunden – aus mir wurde nach offizieller
Ernennung ein
A
13-Lehrer.

Mehr Gerechtigkeit hier,
neue Ungerechtigkeiten
dort

Viele Jahre vergingen. In den 2020er Jah
-
ren erfolgte, auch aufgrund der erfolgrei
-
chen Arbeit von
lehrer nrw
, die schrittwei
-
se Angleichung der Eingangsbesoldung
A
12/ E
G
11 in die Besoldungsgruppe
A
13/E
G
13. Dieser Prozess der Anglei
-
chung ist mittlerweile abgeschlossen; seit
dem 1. August 2026 ist das Einstiegsamt
A
12 Geschichte. Ein wichtiger Sieg im Be
-
mühen um eine gerechte Besoldung war
erlangt. Auch an die Inhaber der
A
13-
Koordinatorenstellen wurde gedacht:
sie erhalten nun eine Zulage, um den
Abstand zum Einstiegsgehalt zu wahren.

Wer wurde vergessen? Richtig, alle
Lehrerinnen und Lehrer, die eine Kegel
-
stelle besetzen. Und dazu gehöre auch
ich. Nur zur Erinnerung: Für diese Stelle
musste ich mich einer anstrengenden Re
-
vision unterziehen und mich gegen meh
-
rere Konkurrentinnen und Konkurrenten
durchsetzen. So erfolgreich die Kampagne
‘
A
13 für alle’ auch war – und ich freue
mich, dass ein großes Stück Besoldungs
-
ungerechtigkeit ausgeglichen wurde –,
es dürfen nicht diejenigen vergessen wer
-
den, die ihre Karriere durch eine Revision
nach oben gepusht haben, und zwar in
Form einer Kegelstelle. Wenn Lehrkräfte
im ersten Beförderungsamt nun keine fi
-
nanzielle Entlohnung für ihre daraus re
-
sultierende Mehrarbeit haben, ist das für
mich ungerecht.

Notlösungen statt
gerechter Bezahlung

Die Reaktion aus Düsseldorf auf diese
Lohnungerechtigkeit, auf die
lehrer nrw
im
Ministerium natürlich wiederholt und ein
-
dringlich hingewiesen hat, fiel abwehrend
aus. Auf dieses Problem hatte man keine
entsprechende Antwort. Man wolle die
Sachlage aber prüfen und verwies darauf,
dass die Schulen überlegen müssten, wie
sie damit umgehen können. Viele Schulen
haben nun den entsprechenden betroffe
-
nen Lehrerinnen und Lehrern aus dem so
-
genannten Lehrertopf Entlastungsstunden
gegeben, wohl wissend, dass einige ande
-
re Kolleginnen und Kollegen dadurch nun
keine Entlastung mehr für ihre zusätzliche
Arbeit haben. Dass dies zu Ärger und
Spannungen innerhalb des Kollegiums
führt, kann man sich gut denken. Auch ich
habe nun eine Entlastungsstunde für eine
Tätigkeit, für die ich eigentlich höher be
-
zahlt werden müsste, so wie bislang auch.
Nun geht es mir aber eben nicht um die
eine Entlastungsstunde, sondern um mehr
Geld. Das hat überhaupt nichts mit Geld
-
gier zu tun; ich erwarte lediglich, dass ich
für meine Beförderung einen finanziellen
Mehrwert erhalte, der sich von der Besol
-
dung des Eingangsgehaltes abhebt. Dies
ist im Übrigen in jedem anderen Beruf so;
ich erwarte, dass diese Regelung deshalb
auch für meinen Job gilt!

Klage gegen das Land
Nordrhein-Westfalen

Da sich, wie oben bereits erwähnt, das
Ministerium in dieser Angelegenheit eher
ablehnend äußert, habe ich mich nach ei
-
niger Überlegung dazu entschlossen, das
Land Nordrhein-Westfalen zu verklagen!
Ich bin kein aggressiver Bollerkopp und
auch kein klagefreudiger Mensch. Die Tat
-
sache, dass ich meinen Arbeitgeber (der
darüber hinaus noch ein ganzes Bundes
-
land ist) vor Gericht ziehe, ist nicht in mei
-
ner eher friedfertigen Natur angesiedelt.
Der Satz »Thomas Schipper gegen das
Land Nordrhein-Westfalen« geht mir kei
-
neswegs locker über die Lippen! Allerdings
hilft alle Friedfertigkeit nicht mehr; ich for
-
dere nichts weiter als das, was mir meines
Erachtens nach zusteht, Stichwort: Einhal
-
tung des Abstandsgebotes. Und darum ha
-
be ich mich zur Klage entschlossen, denn
die Übernahme meiner zusätzlichen Aufga
-
be im Rahmen meines ersten Beförde
-
rungsamtes muss finanziell für mich at
-
traktiv bleiben. Das sehen auch andere
Betroffene so. Sollte sich nichts ändern
und die Ungleichheit bestehen bleiben,
droht – ganz allgemein – die Gefahr, dass
Schulentwicklung ausgebremst wird. Wa
-
rum soll sich noch jemand um eine Beför
-
derungsstelle (verbunden mit zusätzlichen,
die Schule unterstützenden Aufgaben) be
-
mühen, wenn dies nicht erkennbar zu fi
-
nanziellen Vorteilen führt?

Ein Urteil mit
Symbolcharakter?

lehrer nrw
unterstützt mich juristisch und
übernimmt die Prozesskosten. Dafür möch
-
te ich mich an dieser Stelle herzlich beim
Verband bedanken. Ob und inwieweit mei
-
ne Klage Erfolg hat, wird sich im Laufe der
nächsten Monate zeigen. Zunächst einmal
ist ein Anwalt von
lehrer nrw
beauftragt
worden, um die Klage in meinem Namen
einzureichen. Dann geht alles seinen ge
-
ordneten Gang. Selbstverständlich werden
die (Zwischen-)Ergebnisse hier in unserer
Mitgliederzeitschrift veröffentlicht.

Bitte drücken Sie mir die Daumen, denn
bei erfolgreicher Klage hätte das Urteil
wegweisenden Charakter. Andere Lehrerin
-
nen und Lehrer im ersten Beförderungsamt
könnten dann davon profitieren. Denn es
kann nicht sein, dass das Eingangsamt und
das erste Beförderungsamt besoldungs
-
gleich sind.

BRENNPUNKT

7

5/2026 ·
lehrer nrw

FRAGE

Wie ist Ihre Meinung dazu? Ich freue mich über
Ihre Reaktionen, kritische sowie zustimmende:
schipper@lehrernrw.de

Tom Schipper ist stellvertretender
Vorsitzender des
lehrer nrw

E-Mail: schipper@lehrernrw.de

lehrer nrw ·
5/2026

8

JUNGE LEHRER NRW

Wer kümmert sich
eigentlich um uns?

Teil 1: Was ist aus unserem Beruf geworden?

E
E
s ist 7:20 Uhr. Der Unterricht hat
noch nicht begonnen. Auf meinem
Tisch liegen noch Klassenarbeiten
von gestern. Im digitalen Postfach wartet
die Nachricht eines Vaters, geschrieben um
21:14 Uhr. Eine Kollegin ist krank, ich bin
für die dritte und vierte Stunde in Vertre
-
tung eingetragen. Auf dem Flur wartet
eine Schülerin, die dringend mit mir reden
möchte. Eigentlich wollte ich nur noch
schnell die Arbeitsblätter für die erste Stun
-
de kopieren. Manchmal frage ich mich in
solchen Momenten: Wann genau ist aus
unserem Beruf eigentlich das geworden,
was er heute ist?

Wenn Unterrichten
erzwungenermaßen zur
Nebensache wird

Natürlich unterrichten wir. Das ist der Kern
unseres Berufes und für viele von uns der

von
TOBIAS BRAUNE

Ein Beruf zwischen Freude…

Foto: AdobeStock/contrastwerkstatt

Foto: AdobeStock/contrastwerkstatt

…und Frust. Das Pendel kann in beide Richtungen
ausschlagen – manchmal auch innerhalb eines Tages.

Grund, warum wir ihn gewählt haben. Aber
längst beschreibt Unterrichten nur noch ei
-
nen kleinen Teil unserer Arbeit. Wir beraten
und erziehen, schlichten Konflikte, führen
Elterngespräche, dokumentieren, fördern
und kümmern uns um Inklusion, Integrati
-
on, Medienbildung, Demokratieerziehung
und Gewaltprävention. Fast jede dieser Auf
-
gaben ist wichtig. Genau das macht die Dis
-
kussion so schwierig. Natürlich müssen wir
reagieren, wenn Kinder Probleme haben.
Natürlich muss Schule etwas gegen Mob
-
bing tun und junge Menschen auf eine digi
-
tale Welt vorbereiten. Das Problem liegt
nicht in der einzelnen Aufgabe, sondern in
ihrer Summe. Wenn in unserer Gesellschaft
ein neues Problem sichtbar wird, dauert es
selten lange, bis der Ruf danach kommt, das
Problem in die Schule zu geben. Nur wird
eine Frage dabei erstaunlich selten gestellt:
Wenn wir etwas Neues übernehmen sollen,
was sollen wir dafür künftig nicht mehr ma
-
chen? Meistens lautet die Antwort: nichts.

Von außen sieht unser Beruf
manchmal ganz anders aus

Gleichzeitig hat sich ein erstaunlich langle
-
biges Bild unseres Berufes gehalten. Wir alle
kennen die Sprüche, dass Lehrerinnen und
Lehrer oft Ferien haben, einen sicheren
Arbeitsplatz, ein sicheres Einkommen und
das sie am frühen Nachmittag zu Hause
sind. Und wer zusätzlich noch verbeamtet
ist, dürfe sich ohnehin nicht beschweren.

Natürlich hat unser Beruf gute Seiten.
Ein sicherer Arbeitsplatz ist etwas Wertvol
-
les, ebenso eine verlässliche Besoldung.
Doch nur weil ein Beruf bestimmte Vorteile
hat, bedeutet das nicht, dass man über Be
-
lastungen nicht reden darf. Denn das eine
hebt das andere nicht auf. Man kann beruf
-
liche Sicherheit haben und trotzdem er
-
schöpft sein. Man kann seinen Beruf lieben
und trotzdem sagen, dass es so dauerhaft
nicht weitergehen darf. Was von außen häu
-
fig unterschätzt wird, ist vor allem die Inten
-
sität unserer Arbeit. Eine Unterrichtsstunde
besteht nicht daraus, 45 Minuten lang einen
vorbereiteten Vortrag zu halten. Während
wir erklären, beobachten wir gleichzeitig
den Raum. Hinten entsteht ein Konflikt, vor
-
ne kommt jemand nicht mit, eine Schülerin
ist ungewöhnlich still und ein anderer Schü
-
ler versucht gerade, die Aufmerksamkeit der
Klasse auf sich zu ziehen. Innerhalb weniger
Sekunden müssen wir entscheiden, ob wir
eingreifen, weiterunterrichten, beruhigen
oder zuhören. Dann klingelt es. Die nächste
Klasse kommt. Sie weiß nichts davon, was
vorher passiert ist. Sie hat ein Recht darauf,
dass wir wieder voll da sind. Also sind wir
wieder da.

Was vor dem Schultor
passiert, kommt mit hinein

Auch gesellschaftliche Probleme verschwin
-
den nicht am Schultor. Familiäre Krisen, psy
-
chische Belastungen, soziale Unsicherheit
oder Konflikte aus sozialen Medien sitzen
morgens mit im Klassenraum. Das ist keine
Klage über »die heutige Jugend«. Viele Kin
-
der und Jugendliche können nichts für die
Belastungen, die sie mitbringen. Gerade
deshalb brauchen sie Erwachsene, die hin
-
schauen. Und wir schauen hin. Wir merken,
wenn ein Kind plötzlich still wird. Wir fragen
nach, führen Gespräche, telefonieren mit
Eltern oder holen Unterstützung. Manchmal
erfahren wir dabei Dinge, die uns selbst be
-
schäftigen. Manche Schülerinnen und Schü
-
ler nehmen wir gedanklich mit nach Hause.
Beim Abendessen fällt einem ein Satz wie
-
der ein, den ein Schüler morgens gesagt
hat. Am Sonntag denkt man an das schwie
-
rige Gespräch, das am Montag ansteht.

Diese Arbeit steht in keinem Stundenplan,
aber sie existiert. Vielleicht erklärt das, wa
-
rum die öffentliche Wahrnehmung unseres
Berufes und unser eigenes Erleben manch
-
mal so weit auseinanderliegen. Von außen
ist vor allem die Unterrichtsstunde sichtbar.
Vieles von dem, was diesen Beruf anstren
-
gend macht, findet davor, danach oder noch
im Kopf statt.

Warum wir trotzdem
wiederkommen

Und trotzdem gehen wir am nächsten Mor
-
gen wieder hin. Wir sind nicht Lehrerin und
Lehrer geworden, weil wir Formulare lieben.
Wir sind Lehrerin und Lehrer geworden, weil
wir gerne mit jungen Menschen arbeiten.
Wir kennen die Augenblicke, die erklären,
warum wir diesen Beruf lieben. Wenn ein
Kind plötzlich etwas versteht, woran es
lange gescheitert ist. Wenn ein schwieriger
Schüler nach Monaten Vertrauen fasst. Wenn
eine ehemalige Schülerin Jahre später er
-
zählt, dass ein Satz aus unserem Unterricht
etwas bei ihr verändert hat. Für solche Mo
-
mente machen wir diesen Beruf.

Vielleicht liegt genau darin aber auch un
-
sere Verletzlichkeit. Wenn man weiß, dass
am anderen Ende der eigenen Entscheidun
-
gen Kinder und Jugendliche stehen, lässt
man Aufgaben nicht einfach liegen. Man
übernimmt, organisiert und improvisiert.
Man versucht, dafür zu sorgen, dass die
Schülerinnen und Schüler möglichst wenig
davon merken, was hinter den Kulissen fehlt.
Und das funktioniert erstaunlich lange. Aber
nicht unbegrenzt. Deshalb sollten wir nicht
nur darüber sprechen, was Schule alles leis
-
ten soll. Wir müssen endlich auch die Frage
stellen, wie viel den Menschen noch zuge
-
mutet werden soll, die dieses System Tag
für Tag am Laufen halten.

Ja, viele von uns sind Beamte. Ja, unser
Beruf bietet Sicherheit. Ja, wir haben ein si
-
cheres Einkommen und haben Schulferien.
Dafür müssen wir uns nicht rechtfertigen. Ein
guter Beruf kann trotzdem ein anstrengender
Beruf sein. Man kann seinen Beruf gerne ma
-
chen und trotzdem erschöpft sein. Man kann
berufliche Sicherheit schätzen und gleichzei
-
tig sagen, dass Grenzen erreicht sind.

Denn nur weil wir viel auffangen können,
heißt das nicht, dass man uns immer mehr
zumuten darf.

INFO

In der nächsten Ausgabe geht es um einen
Satz, den fast jeder von uns kennt: »Ihr
habt doch mittags frei.« Wir schauen auf
die Arbeit, die nach dem Klingeln weiter
-
geht und auf all das, was niemand sieht,
wenn wir das Schulgebäude verlassen.

JUNGE LEHRER NRW

9

5/2026 ·
lehrer nrw

Tobias Braune
ist Vorsitzender der
Arbeitsgemeinschaft
junge
lehrer nrw

E-Mail: braune@lehrernrw.de

lehrer nrw ·
5/2026

10

TITEL

Wer bessere Bildung will,
muss bessere Bedingungen schaffen

D
D
ie neuen PISA-Ergebnisse sind er
-
nüchternd. Deutschland verliert
beim Lesen und in Mathematik
weiter an Boden. Doch die nächste Schuld
-
debatte über Schulen und Lehrkräfte hilft
keinem einzigen Kind. PISA 2025 sollte
vielmehr Anlass sein, über die Bedingun
-
gen zu sprechen, unter denen Bildung in
Deutschland gelingen kann. Die Zahlen
lassen sich nicht schönreden. Bei PISA
2025 erreichen die 15-Jährigen in Deutsch
-
land durchschnittlich 465 Punkte im Lesen,
464 Punkte in Mathematik und 486 Punkte
in den Naturwissenschaften. Das sind noch
niedrigere Ergebnisse als in der ersten PISA-
Studie vor 25 Jahren. Damals schaffte es der
‘PISA-Schock’ bei der Wahl zum Unwort des
Jahres auf Platz zwei. Die Ergebnisse von
2022 markierten einen historischen Tief
-
punkt. Die Hoffnung, dass es sich dabei vor
allem um einen vorübergehenden Einbruch
infolge der Corona-Pandemie handeln könn
-
te, erfüllt sich nach Veröffentlichung der
jüngsten PISA-Studie jedoch nicht. Deutsch
-

INFO

Den ausführlichen Bericht PISA 2025:
Bildung im Spannungsfeld von Innovation
und Transformation finden Sie hier:

https://www.zib.education/fileadmin/Dokumente/
PISA/PISA_2025/PISA2025-
Nationaler-Berichtsband.pdf

P
PI
IS
SA
A
2
20
02
25
5

Wackliges Gebilde:
Die jüngste PISA-Studie stellt
Deutschland – mal wieder –
ein schlechtes Zeugnis
aus.

Foto: AdobeStock/Phushutter

land steht vor einem längerfristigen
Bildungsproblem.

Jeder dritte Jugendliche
mit erheblichen
Schwierigkeiten

Grundlegende Kompetenzen sind für zu vie
-
le Jugendliche keine Selbstverständlichkeit
mehr. Rund 34 Prozent der Jugendlichen er
-
reichen in Mathematik nicht die grundle
-
gende Kompetenzstufe 2. Beim Lesen sind
es etwa 32 Prozent, in den Naturwissen
-
schaften rund 27 Prozent. Etwa jeder fünfte
Jugendliche verfehlt die Mindestanforderun
-
gen sogar in allen drei Bereichen gleichzei
-
tig. Ausreichende Lese- und Mathematik
-
kompetenzen jedoch sind Voraussetzung für
einen erfolgreichen Bildungsweg, für beruf
-
liche Perspektiven und für gesellschaftliche
Teilhabe. Die entscheidende Frage lautet
nun: Welche Konsequenzen ziehen wir da
-
raus? Die reflexhafte Suche nach Schuldigen
in Lehrerzimmern wäre die einfachste – und
zugleich die falsche Antwort.

11

5/2026 ·
lehrer nrw

TITEL

Reaktionen in Nordrhein-Westfalen

Die Parteien

Der Landtag hat sich in einer Aktuellen Stunde am
17. September 2026 mit den Ergebnissen der PISA-
Studie sowie des Bildungsmonitors 2026 befasst.

SPD-Fraktionschef Jochen Ott
sieht individuelle
Bildungsbiografien, gesellschaftliche Teilhabe und
die wirtschaftliche Zukunft gefährdet. Die soziale
Lage einer Familie sei der entscheidende Faktor für
den Bildungserfolg eines Kindes – »weit bedeutsamer
als die Frage nach Migration«. Schwarz-Grün müsse
mit einem Sofortprogramm für mehr Personal und
eine bessere Förderung an Schulen sorgen.

Franziska Müller-Rech (FDP)
betont, PISA sei nicht
nur ein Schultest, sondern zeige auch, ob das Auf
-
stiegsversprechen in Nordrhein-Westfalen funktionie
-
re. Es brauche mehr Personal, zusätzliche Lernangebo
-
te in den Ferien, mehr Förderung in Kleingruppen und
eine bessere Zusammenarbeit mit Berufskollegs.

Florian Braun (CDU),
Vorsitzender des Ausschusses
für Schule und Bildung, betonte, die Landesregierung
wirke entgegen und habe unter anderem das ‘Hand
-
lungskonzept Unterrichtsversorgung’ eingeführt, mit
deutlich mehr Personal an Schulen. Mit dem ‘Schul
-
kompass 2030’ gebe es eine »strategische Linie« für
alle Beteiligten im Schulwesen. Die geplanten ABC-
Klassen für vorschulische Kurse seien zudem ein
»echter Gamechanger«.

Lena Zingsheim-Zobel (Grüne)
stellte Handlungsbe
-
darf fest. Jedoch handle die Koalition und investiere
beispielsweise in frühkindliche Bildung und Sprachför
-
derung, unter anderem durch Einführung der ABC-
Klassen. Sie investiere in Ganztagsplätze und multipro
-
fessionelle Teams. Man mache strukturelle Änderun
-
gen, um strukturelle Benachteiligungen abzubauen.

Die Ministerin

Schulministerin Doro
-
thee Feller
betonte in
der aktuellen Stunde:
»Wir haben mit der
Aufholjagd bereits be
-
gonnen.« 45 Prozent
des Gesamthaushalts
flössen in die Bildung,
damit belege Nordrhein-
Westfalen Platz 1 im
Ländervergleich. Die
Erzählung, dass Bildung
keine Priorität habe,
sei falsch. Feller hob zu
-
gleich hervor: »Wir ha
-
ben auch in Nordrhein-
Westfalen sehr tolle
Schülerinnen und Schü
-
ler, auf die wir stolz sein
können, ob mit oder
ohne Migrationshinter
-
grund.«

Die Presse

Madeleine Gullert, Aachener Zeitung,
betont in
ihrem Kommentar zur PISA-Studie am 9. September
2026: »Hieß es eingangs nicht, es gebe Hoffnung?
Ja, denn all das, was die PISA-Macher fordern, ist,
wenn wir auf Nordrhein-Westfalen blicken, bereits
umgesetzt oder auf dem Weg. Schulen, an denen be
-
sonders viele Kinder mit schlechten Voraussetzungen
sind, erhalten mehr Geld als andere: über das soge
-
nannte Startchancenprogramm. Bereits seit längerem
ist in den Grundschulen die Lesezeit eingeführt, der
Fokus liegt bei den Kleinen zudem auf den Kompeten
-
zen beim Lesen, Schreiben und Rechnen. Kinder, die
2028 schulpflichtig werden, werden bereits früher
und ausführlicher als bislang auf ihre Sprachfähigkeit
getestet. Nordrhein-Westfalen führt sogenannte ABC-
Klassen ein, in denen diese Kinder bis zum Schulstart
gefördert werden sollen. Und ja, es gibt noch viele
Fragen und Kritik an dem Programm, aber es gibt im
-
merhin eines. Auch hat NRW-Schulministerin Feller die
geforderte datengestützte Analyse des Unterrichts
eingeführt: Nur wenn man weiß, was schlecht läuft,
kann man besser werden.«

Die Parteien im Düsseldorfer Landtag
kommentierten die PISA-Ergebnisse
mit routiniertem Alarmismus.

Foto: AdobeStock/janvier

Konsequenzen und Handlungsoptionen

Im PISA-Bericht werden folgende Handlungsoptionen abgeleitet:

Handlungsoptionen zu Teil I:

Kognitive Kompetenzen in PISA 2025

■
■
Handlungsoption 1:
Kompetenzförderung datengestützt steuern
und ihre Effektivität kontinuierlich prüfen

■
■
Handlungsoption 2:
Ausreichende Basiskompetenzen für alle
Schülerinnen und Schüler systematisch sichern

■
■
Handlungsoption 3:
Potenziale kompetenzstarker Schülerinnen und Schüler systematisch fördern

■
■
Handlungsoption 4:
Frühe Bildungsprozesse nutzen, um Kompetenzerwerb anzubahnen

Handlungsoptionen von Teil II:
Bildungsungleichheit PISA 2025

■
■
Handlungsoption 1:
Ressourcen
bedarfsorientiert zuweisen

■
■
Handlungsoption 2:
Frühzeitige Diagnostik und Förderung
verbindlich und verpflichtend etablieren

■
■
Handlungsoption 3:
Ganztagsschulen gezielt
pädagogisch nutzen

lehrer nrw ·
5/2026

12

TITEL

Die Sicht von
lehrer nrw

Es geht nicht um Schuld, es geht um Lösungen

D
ie von der jetzigen Landesregierung initiierten Maßnahmen
mögen auf lange Sicht greifen. Darüber hinaus benötigen wir
aber dringend Konzepte für die Schülergeneration, die hiervon nicht
mehr profitieren wird. Ihre Zeit, aufzuholen und berufliche Perspekti
-
ven zu entwickeln, ist begrenzt und bedarf daher einer besonderen
Fokussierung.

Immer mehr Aufgaben,
immer weniger Ressourcen

Lehrerinnen und Lehrer tragen Verantwortung für guten Unterricht.
Das gehört zum Kern unseres Berufes und steht außer Frage. Lehr
-
kräfte unterrichten die Schülerinnen und Schüler, die morgens in
unseren Schulen ankommen – mit unterschiedlichen sprachlichen
Voraussetzungen, unterschiedlichen Bildungserfahrungen, unter
-
schiedlichen Möglichkeiten der Unterstützung zu Hause und teil-
weise erheblichen sozialen Belastungen. Gleichzeitig sollen Schulen
heute weit mehr leisten als reine Wissensvermittlung. Sie überneh
-
men Aufgaben bei Integration und Inklusion, Sprachförderung und
Digitalisierung, Medien- und Demokratiebildung, Ganztagsbetreu
-
ung und Berufsorientierung. Hinzu kommen die zunehmenden sozia
-
len und psychischen Herausforderungen, mit denen Kinder und Ju
-
gendliche in die Schule kommen. All diese Aufgaben sind wichtig.
Aber Aufgaben brauchen Ressourcen. Förderung braucht Zeit. Und
gute Schule braucht Personal.

Eine Lehrkraft kann gesellschaftliche Ungleichheit nicht im Allein
-
gang kompensieren. Sie kann fördern. Sie kann motivieren. Sie kann
guten Unterricht gestalten und Kindern Chancen eröffnen. Aber sie
kann fehlende Sprachförderung im Vorschulalter, schwierige soziale
Verhältnisse oder mangelnde Unterstützungssysteme nicht einfach
wegunterrichten. Ein Bildungssystem kann nicht dauerhaft immer
mehr Aufgaben an seine Schulen delegieren und gleichzeitig erwar
-
ten, dass diese mit begrenzten personellen und zeitlichen Ressour
-
cen jede gesellschaftliche Herausforderung auffangen.

Die richtigen Debatten führen

Nach schlechten Bildungsstudien folgen häufig dieselben Diskussio
-
nen: Schülerinnen und Schüler müssten leistungsbereiter sein. Eltern
müssten ihre Kinder stärker unterstützen. Lehrkräfte müssten anders
unterrichten. Schulen müssten sich verändern. In allen diesen Berei
-
chen kann es Dinge geben, die verbessert werden können. Auch wir als
Lehrkräfte dürfen uns der Frage nach gutem Unterricht und wirksamer
Förderung nicht entziehen. Aber eine ernsthafte Analyse darf dort nicht
stehen bleiben. Wenn sich Leistungen über viele Jahre verschlechtern,
wenn soziale Herkunft einen außergewöhnlich großen Einfluss auf den
Bildungserfolg hat und wenn Schulen gleichzeitig mit Personalmangel
und einer wachsenden Zahl zusätzlicher Aufgaben umgehen müssen,
dann haben wir es nicht mit dem Versagen einer einzelnen Berufsgrup
-
pe zu tun. Wir haben es mit einer bildungspolitischen Aufgabe zu tun.
Wer bessere Ergebnisse will, muss dauerhaft in die Voraussetzungen
guter Bildung investieren. Dazu gehören eine verlässliche Unterrichts
-
versorgung und ausreichend qualifizierte Lehrkräfte.

Schulen benötigen multiprofessionelle Teams und eine deutlich
stärkere Unterstützung durch Schulsozialarbeit und weitere Fach
-
kräfte. Sprach- und Leseförderung müssen früh beginnen, und Schu
-
len in besonders herausfordernden sozialen Lagen benötigen zusätz
-
liche Ressourcen.

Entscheidend ist: Verlässlichkeit

Gleichzeitig müssen Lehrkräfte wieder mehr Zeit für das erhalten,
wofür sie ausgebildet wurden: Unterricht vorzubereiten, Schülerin
-
nen und Schüler zu fördern, Leistungen zu diagnostizieren und päda
-
gogisch zu arbeiten. Deshalb gehört der Abbau unnötiger Bürokratie
weiterhin auf die bildungspolitische Agenda. Vor allem aber braucht
Bildungspolitik Verlässlichkeit: langfristige Strategien, ausreichende
Finanzierung und Planungssicherheit, statt Schulstrukturdebatten,
deren Umsetzung unser Bildungssystem wieder über Jahre lahmle
-
gen würde, statt Verbesserungen zu bewirken.
Sarah Wanders

»

lehrer nrw ·
5/2026

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SCHULE & POLITIK

Rente gut, alles gut?

Warum sich Schülerinnen und Schüler beim econo=me
Wettbewerb Wirtschaft und Finanzen mit dem Thema
Altersvorsorge beschäftigen.

D
D
ie Rente scheint für viele junge
Menschen noch weit entfernt. Tat
-
sächlich aber werden die Entschei
-
dungen von heute darüber mitbestimmen,
wie die Altersvorsorge von morgen aus
-
sieht. Daher steht die zwölfte Runde des
econo=me Wettbewerbs Wirtschaft und Fi
-
nanzen unter dem Motto ‘Rente gut, alles
gut? Thema: Altersvorsorge’. Das diesjähri
-
ge Thema betrifft junge Menschen stärker,
als viele zunächst vermuten. Die Altersvor
-
sorge in Deutschland basiert auf drei Säu
-
len: der gesetzlichen Rente, der betriebli
-
chen Altersvorsorge und der privaten Vor
-
sorge. Besonders die gesetzliche Rente
steht jedoch vor großen Herausforderun
-
gen. Die Menschen werden älter, gleichzei
-
tig gibt es weniger junge Erwerbstätige,
die in das System einzahlen. Dadurch
wächst der Reformdruck. Die Ideen liegen
auf dem Tisch: Seit die Rentenkommission
im Juni 2026 ihre 33 Vorschläge zur lang
-
fristigen Sicherung der Altersvorsorge prä
-
sentiert hat, ringt die Koalition um ihre po
-
litische Umsetzung.

Wirtschaft betrifft einfach unsere ganze Welt und jeden
Teil unseres Lebens. Für mich ist es wichtig, diese Zusam
-
menhänge zu verstehen, um die Probleme von heute zu
begreifen und später im Leben die richtigen Entscheidun
-
gen zu treffen.«
Hanna – Schülerin der Sekundarstufe I

Altersvorsorge?
Für Schülerinnen und Schüler ist dieses Thema in vielerlei Hinsicht
noch weit weg. Dennoch ist es gerade für junge Menschen enorm wichtig, sich damit früh
zu beschäftigen. Darum richtet der econo=me Wettbewerb 2027 genau darauf den Fokus.

Foto: AdobeStock/JK_kyoto

Wie funktioniert das
eigentlich mit der Rente?

Im Rahmen des econo=me Wettbewerbs
beschäftigen sich die Teilnehmenden mit
genau diesen Problemen. Schülerinnen
und Schüler der Sekundarstufe I erklären
unter anderem die Funktionsweise der
gesetzlichen Rente und des Generationen
-
vertrags sowie die Auswirkungen des de
-
mografischen Wandels. Anschließend ent
-
wickeln sie ein kreatives Informationsange
-
bot für Gleichaltrige. In der Sekundarstufe
II werden die Entwicklung des Rentensys
-
So verbinden die Teilnehmenden wirtschaft
-
liches Fachwissen mit Kreativität, Teamar
-
beit und digitalen Kompetenzen. Wie beein
-
druckend die Ergebnisse solcher Projekte
sein können, zeigte die vergangene Wettbe
-
werbsrunde des Schuljahres 2025/2026. Un
-
ter dem Thema ‘Was ZOLL das? Wir und der
Welthandel’ analysierten Schülerinnen und
Schüler die Folgen von Handelsbeschrän
-
kungen auf das eigene Leben, auf Verbrau
-
cherinnen und Verbraucher, Erwerbstätige
sowie auf Unternehmerinnen und Unter
-
nehmer. Die prämierten Beiträge machten
deutlich, wie differenziert junge Menschen
wirtschaftliche Zusammen
-
hänge erfassen und bewer
-
ten können.

Kreative
Umsetzungsmöglichkeiten

Besonders reizvoll ist die Freiheit bei der
Umsetzung. Die Beiträge können beispiels
-
weise als Film, Podcast, Magazin, Website,
Blog, Comic oder Spiel gestaltet werden.

Attraktive Preise

Neben spannenden Einblicken in Wirt
-
schaft und Finanzen winken attraktive
Preise. Die fünf besten Teams je Sekundar
-
stufe werden zur Preisverleihung nach
Köln eingeladen. Darüber hinaus erhalten
die Gewinnerinnen und Gewinner unter
anderem Sachpreise (iPads, AirPods und
Mini-Beamer), Gutscheine sowie Klassen
-
ausflüge. Für alle eingereichten Beiträge
gibt es Teilnahmeurkunden. Lehrkräfte er
-
halten zudem umfangreiche Unterrichts-
und Recherchematerialien, die die Projekt
-
arbeit unterstützen.

Auch beim Thema Alters
-
vorsorge geht es darum,
komplexe Zusammenhänge
zu verstehen und unterschiedliche Perspek
-
tiven einzubeziehen. Fragen nach Genera
-
tionengerechtigkeit, staatlicher Verantwor
-
tung, individueller Vorsorge und langfristi
-
ger Finanzplanung lassen sich nicht mit
einfachen Antworten lösen. Gerade deshalb
eignet sich das Thema hervorragend für ei
-
ne vertiefte Auseinandersetzung im Unter
-
richt, zur Binnendifferenzierung oder in
Projektwochen.

tems analysiert, aktuelle Reformvorschläge
bewertet und diskutiert, welche Bedeutung
Altersvorsorge für junge Menschen hat.

»

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5/2026 ·
lehrer nrw

SCHULE & POLITIK

INFO + ANMELDUNG

Eine Anmeldung zur econo=me Wettbe
-
werbsrunde 2027 ist ab sofort möglich,
Einsendeschluss ist der 26. Februar 2027.
Die Preisverleihung findet am 23. Juni
2027 statt. Wer erfahren möchte, warum
die Altersvorsorge schon heute ein rele
-
vantes Thema für junge Menschen ist,
hat im Rahmen des econo=me Wettbe
-
werbs die Gelegenheit, wirtschaftliche
Fragen eigenständig zu erforschen und
verständlich aufzubereiten.

Weitere Informationen:

www.econo-me.de

Foto: Flossbach von Storch Stiftung

Nur wer informiert ist, ist resistent
gegenüber Desinformation und
Propaganda.«
Kilian – Schüler der Beruflichen Oberschule

Szene von der Preisverleihung 2026:
In Person von Hacer Acici ist lehrer
nrw in der Jury des econo=me Wett
-
bewerbs vertreten. Hier zeichnet sie
die Gewinner im Sek I Bereich aus.

lehrer nrw ·
5/2026

16

SCHULE & POLITIK

Auf dem Weg zur
gesunden Schule

Die Karl-Lehr-Realschule ist als ‘Duisburger Beispiel’ ausge
-
zeichnet worden. Damit würdigen die Stadt und die Kranken
-
kasse Novitas BKK das Engagement der Schule in den Berei
-
chen Essstörungen, psychische Gesundheit, Mobbing und Ge
-
waltprävention. Es ist ein Engagement, das die Schulgemeinde
zusammengeschweißt hat.

A
A
ls Jana Crämer aus Ihrem Buch vor
-
liest, ist es mucksmäuschenstill in
der Sporthalle der Karl-Lehr-Real
-
schule. ‘Das Mädchen aus der ersten Reihe’
heißt der autobiographische Roman, in dem
sie ihren unfassbar schweren und zugleich
unfassbar ermutigenden Weg beschreibt:
vom Mobbing-Opfer zur Mutmacherin. Jana
Crämer war schwer essgestört, wog noch
vor wenigen Jahren fast 180 Kilo. Dann
nahm sie hundert Kilo ab und ihr Leben in
die Hand, wie sie auf ihrer Homepage
schreibt. Seit 2016 besucht sie im Rahmen
ihrer Konzertlesereisen mit dem Musiker
Batomae bundesweit Schulen.

»Manches hat uns
fassungslos gemacht«

Am 16. Juni 2026 berichtet sie in der Karl-
Lehr-Realschule in radikaler Offenheit von
ihrer Reise zu sich selbst. Nach der Lesung
steht sie den Schülerinnen und Schülern
noch lange für Fragen zur Verfügung. Es
sind Momente, in denen Sandra Schaar das
Herz aufgeht. Die Konrektorin der Duisbur
-
ger Realschule und das gesamte Kollegium
haben viel Zeit und Herzblut in das von der
Novitas BKK geförderte Projekt ‘Bauchge
-
fühl’ investiert. Nicht erst am Tag der Kon
-
zertlesung zeigt sich, dass sich das gelohnt
hat – und dass es bitter nötig war. Denn
Essstörungen sind auch an der Karl-Lehr-
Realschule ein Thema, sagt Sandra Schaar.
Getriggert durch Social Media, wo es regel
-
rechte Anleitungen zum schnellen ‘Runter
-
hungern’ gibt, führen falsche Schönheits
-
ideale zu einem zwanghaften Schlankheits-
und Selbstoptimierungswahn. »Bauchgefühl
ist ein Projekt, das den Schülerinnen, Schü
-
lern und auch uns Lehrkräften, viel Vertrau
-
en abverlangt hat, in dem zugleich aber
enorm viel Vertrauen gewachsen ist«, be
-
tont die Konrektorin. »An Projekttagen ha
-
ben mehrere Kinder zum Beispiel freiwillig
ihre Social Media Accounts geöffnet. Wir
haben die Klassen nach Jungen und Mäd
-
chen getrennt und darüber gesprochen. Für
uns als Pädagogen war da vieles Neuland –
und manches hat uns fassungslos gemacht.
Denn einiges, was sich Schülerinnen und
Schülern über ihr Aussehen oder ihr Gewicht
anhören müssen, kommt nicht über Social
Media, sondern aus dem Elternhaus.«

Die Probleme sind da

Für nicht wenige Schülerinnen und Schüler
wird die Schule daher zu einer Art ‘safe
space’, zu einem Zufluchtsort. Viele tragen

Man kann eine Stecknadel fallen hören, als Jana Crämer an der Seite ihres
Partners Batomae von ihrem Weg in die Essstörung und zurück berichtet.

Foto: Karl-Lehr-Realschule

einen unsichtbaren Rucksack mit sich he
-
rum. »Dem müssen wir uns stellen«, sagt
Sandra Schaar. »Wir können gesellschaftli
-
che Entwicklungen nicht einfach ignorieren
und uns auf den Standpunkt zurückziehen,
dass unsere Aufgabe nur das Unterrichten
ist. Die Probleme sind da.« Ein Gespür für
die Sorgen und Nöte junger Menschen zu
entwickeln, gesprächsbereit sein, auch nach
Schulschluss, und gemeinsam Lösungen zu
suchen – das gehört für sehr viele Kollegin
-
nen und Kollegen (nicht nur an der KLRS)
längst zum Alltag. Daher ist das Projekt
‘Bauchgefühl’ so wichtig und so wertvoll.
Es gab Fortbildungen, Videoinfos und einen
Elternabend zum Thema Essstörungen. Das
hat so manches Aha-Erlebnis ausgelöst.

Gesunde Schule
mit breitem Profil

Im Schuljahr 2025/26 ist ‘Bauchgefühl’ in
der Karl-Lehr-Realschule angelaufen. Schon
etwas länger, seit rund fünf Jahren, ist die
KLRS eine sportbetonte Schule. Bewegung,
Gesundheit und Fairness bilden dabei einen
wesentlichen Bestandteil des Schulprofils.
Darauf aufbauend soll das Profil in den
nächsten Jahren hin zu einer ‘Gesunden
Schule’ weiterentwickelt werden. Dabei soll
Gesundheitsförderung nicht nur körperliche

Aktivität umfassen, sondern ebenso
psychosoziale Gesundheit, Resilienz,

Boxtraining mit dem
Deutschen Meister

Ein zentraler Baustein dieses Konzepts ist
die bereits seit fast sieben Jahren bestehen
-
de Kooperation mit ‘Boxing for Personality’
im Rahmen des Projekts ‘Wertevermittlung
durch Sportunterricht’. Gemeinsam mit ei
-
nem ausgebildeten Trainer erleben Schüle
-
rinnen und Schüler der Jahrgänge 6, 7, 8
und 9 ein Training, das auf den Grundlagen
des Boxsports basiert. Der Trainer ist übri
-
gens kein Geringerer als der Deutsche Meis
-
ter im Mittelgewicht: Alex Schiller holte im
Dezember 2025 als krasser Außenseiter den
Titel. Er vermittelt den Schülerinnen und
Schülern nicht nur Boxtechnik, sondern
auch und besonders Werte wie Respekt,
Fairness, Disziplin, Verantwortungsbewusst
-
sein und die Einhaltung klarer Regeln.
Gleichzeitig bietet das Training den Jugend
-
lichen die Möglichkeit, sich körperlich aus
-
zupowern, Selbstvertrauen aufzubauen und
Konflikte konstruktiv zu lösen. »Aggressio
-
nen unter Schülern, die früher oft in hand
-
greifliche Auseinandersetzungen mündeten,
haben wir fast gar nicht mehr«, freut sich
Sandra Schaar, die mit Schulleiter Stan Orlo
-
vic und dem ersten Konrektor das Leitungs
-
team der Karl-Lehr-Realschule bildet.

Eine Prämie,
wertvoller als Geld

Die Auszeichnung der KLRS als ‘Duisburger
Beispiel’ ist für die gesamte Schulgemeinde
eine schöne Bestätigung, dass der einge
-
schlagene Weg zur ‘gesunden Schule’ richtig
ist. Die Ehrung ist übrigens nicht mit einer
Geldprämie, sondern mit etwas viel Wertvol
-
lerem verbunden, denn es kommt direkt den
Schülerinnen und Schülern zugute: Die No
-
vitas BKK wird die Projekte ‘Bauchgefühl’
und ‘Boxing for Personality’ auch in Zukunft
fortsetzen.
Jochen Smets

Prävention sowie ein wertschätzendes
und respektvolles Miteinander. Denn nur
Kinder, die seelisch und körperlich gesund
sind, können gut lernen.

17

5/2026 ·
lehrer nrw

SCHULE & POLITIK

Dankbar nahm das Leitungsteam der Karl-Lehr-
Realschule den Preis als ‘Duisburger Beispiel’
entgegen (v.l.): Konrektorin Sandra Schaar,
Schulleiter Stan Orlovic und Konrektor Olaf
Sichelschmidt.

Foto: Karl-Lehr-Realschule

lehrer nrw ·
5/2026

18

SCHULE & POLITIK

Die Glücksmomente
in der Demokratie

Der diesjährige Hauptschultag des Schulministeriums in Essen
stand ganz im Zeichen des Einsatzes für die freiheitlich-demo
-
kratische Grundordnung in Deutschland. Eindrücke von einer
Veranstaltung, die sich zunehmender Beliebtheit erfreut und
zu einer festen Tradition werden soll.

M
M
anchmal ist es der gute alte Brief,
der überraschende Entwicklungen
einleitet. Es ist nicht lange her,
dass sich Schüler der Gemeinschaftshaupt
-
schule Drimborn in Aachen unwohl fühlten,
wenn sie auf die Schultoilette gingen. Also
schickten sie ein handschriftlich verfasstes
Schreiben mit dem Wunsch, Trennwände
einzubauen, ans Schulamt. Eine Reaktion
erwarteten die jungen Verfasser nicht, doch
genau diese kam – und sie war äußerst po
-
sitiv: Die Stadt kündigte Baumaßnahmen
an. Wenig später standen die separierenden
Teile und das Schamgefühl beim Besuch der
stillen Örtchen verschwand. »Für uns und
die Schule ist das toll«, bilanziert Linda
Moussaoui, die Lehrerin der Schüler. Denn
diese haben nicht nur eine umgebaute
Toilette bekommen, sondern vor allem ge
-
merkt, dass ihre Anliegen von Entscheidern
ernstgenommen und gehört werden. Sie
haben die Erfahrung gewonnen, dass Mit
-
wirkung in einer Demokratie Früchte trägt.

Hauptsache Hauptschule

Es sind diese kleinen Glücksmomente, die
das Vertrauen in die parlamentarisch-demo
-
kratische Grundordnung stärken und dafür
sorgen können, dass sich schon Schülerinnen
und Schüler für diese Staatsform stark ma
-
chen. Beim zweiten Hauptschultag, den das
Schulministerium unter dem Titel ‘#Haupt-
sache Hauptschule 2.0’ in einem Tagungs-
hotel im Essener Ruhr-Turm veranstaltete,
standen genau solche Situationen im Mittel
-
punkt. Im Fachvortrag, einer Fotoausstellung,
in Expertengesprächen und Präsentationen
ging es um Demokratiebildung und um die
zahlreichen Bedrohungen für Beteiligungs
-
prozesse in der heutigen Zeit. Schulministerin
Dorothee Feller zitierte in ihrer Rede zur Er
-
öffnung des Hauptschultages einen Satz, der
deutlich macht, wie sehr sich jeder Einsatz
für freie Meinungsäußerungen, gegenseiti
-
gen Respekt und den Schutz von Minderhei
-
ten lohnt: »Viele kleine Leute, an vielen klei
-
nen Orten, die viele kleine Dinge tun, können
das Gesicht der Welt verändern.«

»Demokratie an Schule
ist für mich, wenn…«

Viele solcher kleinen Dinge zum Schutz der
Demokratie feierten die rund fünfhundert
Teilnehmenden in Fachgesprächen auf der
Bühne, in Workshops und auf dem Markt der

In seinem Vortrag erläuterte Professor Dr. Andreas Petrik vom Institut
für Politikwissenschaft der Martin-Luther-Universität Halle-Witten
-
berg die Gefahren, die von Links- und Rechtsterrorismus ausgehen.

Fotos: MSB NRW/Andrea Bowinkelmann

Der Hauptschultag bot Schulleitungen ein breites Angebot aus Workshops, fachlichem Aus
-
tausch und Möglichkeiten zur Vernetzung. Auf einem ‘Markt der Möglichkeiten’ stellten
Schulen und weitere Akteure erfolgreiche Beispiele und Unterstützungsangebote vor. Nicht
nur Schulministerin Dorothee Feller zeigte sich begeistert von dem vielfältigen Angebot.

Möglichkeiten, der eine Fülle von Angebo
-
ten und Informationen vereinte. Landesinsti
-
tutionen wie das Schulministerium oder die
‘Qualitäts- und Unterstützungsagentur –
Landesinstitut für Schule’ (QUA-LiS NRW)
zeigten sich ebenso wie zahlreiche Schulen
Nordrhein-Westfalens. Viele der Anwesen
-
den füllten ausliegende Zettel aus, die mit
dem Satzanfang »Demokratie an Schule ist
für mich, wenn…« begannen. Die Vervoll
-
ständigungen dienten als Impulsgeber und
Denkanstöße für Diskussionen. Musikalische
Auflockerung brachte der Chor der Wald
-
schule Kinderhaus in Münster. Er sang von
friedlichen Zeiten, Wertschätzung und einer
Welt, in der sich die Menschen wohlfühlen.

Schuldemokratie und Lehrer
-
bildung wehrhaft machen

Wie sehr unsere Welt im Gegensatz zu die
-
sem Ideal aktuell unter Druck steht, unter
-
mauerte Professor Dr. Andreas Petrik vom
Institut für Politikwissenschaft der Martin-
Luther-Universität Halle-Wittenberg, mit
wissenschaftlichen Fakten. Links- und
Rechtsterrorismus, in vielen Ländern verbrei
-
tet, stelle eine große Gefahr für die Demo
-
kratie dar. Junge Menschen seien empfäng
-
lich für lautstark vorgetragene und vorge
-
gaukelte einfache Lösungsmuster, was eben
auch bedeute, dass Schulen mit verstärkten
und neuen Strategien demokratische Bil
-
dung gestalten müssten. Es brauche viele
Anstrengungen, um ‘Schuldemokratie und
Lehrerbildung’ wehrhaft zu machen, bei
-
spielsweise zu Toleranz ermunternde Schul
-
leitungen, gemeinsame demokratische Ri
-
tuale im Schulleben, ‘Experimente mit zu
-
nehmender parlamentarischer Partizipation
von Klassenrat und Schulparlament mit
schulrelevanten Entscheidungsfragen und
eigenem Budget’ sowie Raum für partizipa
-
tive Methoden wie ‘Zukunftswerkstätten,
Projekte, Planspiele’.

Jugendliche mit klaren
Botschaften

Anschließend präsentierten die zum Haupt
-
schultag gekommenen Schulen Ministerin
Feller und Dr. Urban Mauer, Staatssekretär
im Schulministerium, ihre Projekte. Einige
Beispiele aus dem Schulkosmos: Die Schüle
-
rinnen und Schüler der Hans-Tilkowski-
Schule aus Herne hatten sich in die ‘Nach
-
richtenrecherche: Fakten versus Fake News’
gestürzt. Die Städtische Katholische Haupt
-
schule Marl und die Paul-Gerhard-Schule
aus Oer-Erkenschwick gestalteten einen
Stand zum Thema ‘Diskriminierung in der
Hauptschule bekämpfen und Teil des Netz
-
werks ‘Schule der Vielfalt’ werden’. Und die
Gemeinschaftshauptschule Stadtpark Lü
-
denscheid zeigte sich unter dem Motto ‘Wir
(er-)leben Demokratie. Schülerstimmen ge
-
stalten Schule’. An vielen Stellen luden Bil
-
dergalerien zum Verweilen ein. So hatte

SCHULE & POLITIK

die Städtische Katholische Hauptschule am
Rhein aus Köln ihre ‘fotografischen Gedan
-
ken zum Grundgesetz der Bundesrepublik
Deutschland’ aufgebaut. Jugendliche be
-
eindruckten auf den Bildern mit klaren
Botschaften zum Erhalt der Verfassung
und zum Credo der Völkerverständigung.
Unter anderem zu sehen: ein Schüler mit
zahlreichen Landeswappen auf dem Rücken.

Lob von der Ministerin

Ministerin Feller lobte all diese Initiativen
und betonte, dass viele nordrhein-westfäli
-
sche Schulen sich längst auf den Weg ge
-
macht hätten, der Demokratie Kraft für die
Zukunft mitzugeben: »Bei meinen zahlrei
-
chen Schulbesuchen und der Veranstal
-
tungsreihe ‘Ministerin im Dialog’ erlebe
ich trotz aller Herausforderungen auch
zahlreiche Schulen, die schon seit Jahren
ihre Schülerinnen und Schüler in ihren De
-
mokratiekompetenzen fördern und Beteili
-
gung und Mitbestimmung an ihrer Schule
leben. Diese positiven Beispiele gehen bei
all den Negativschlagzeilen häufig unter.
Mir ist deshalb immer wichtig, einerseits
die Herausforderungen klar zu benennen
und offen und ehrlich über realistische
Lösungsansätze zu sprechen, andererseits
aber auch immer wieder darauf hinzuwei
-
sen, dass wir nicht bei Null anfangen und
viele Schulen bereits gute Ideen und Lö
-
sungsansätze haben.«

Kleine Glücksmomente

Eine dieser Schulen ist die Hauptschule an
der Wächtlerstraße in Essen. Laura Taraf ist
dort Schulsprecherin. Sie bezeichnet sich
als »selbstbewusst und mutig«. Kürzlich
kamen zwei Schüler zu ihr, die einen Kon
-
flikt mit einer Lehrerin hatten und sich
nicht trauten, ihre Schwierigkeiten gegen
-
über der Lehrkraft zu artikulieren. Laura
begleitete die beiden, es kam zum Ge
-
spräch. Und zur Klärung. Unstimmigkeiten
beseitigt. Wieder einer dieser kleinen
Glücksmomente, die den Glauben an die
Demokratie stärken.

Frank Lehmkuhl

stellvertretender Pressesprecher MSB NRW

lehrer nrw ·
5/2026

20

SCHULE & POLITIK

‘Hauptschule hat Zukunft’:

Gemeinsame Kampagne
gestartet

U
nter dem Motto ‘Hauptschule hat Zukunft’ hat
lehrer nrw
gemeinsam mit der Initia
-
tive ‘Eltern für eine gute Schule’ und der Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft eine
Kampagne zur Stärkung und Weiterentwicklung der Hauptschule in Nordrhein-Westfalen
gestartet.

»Die Diskussion über die Zukunft der Hauptschule darf nicht allein auf Schülerzahlen,
Schulstandorte und Wirtschaftlichkeit reduziert werden«, betont Kerstin Thomsen, Leite
-
rin des Referats Hauptschulen im
lehrer nrw
. »Denn die entscheidende Frage lautet:
Welche Schule brauchen Kinder und Jugendliche, um ihre individuellen Stärken zu
entwickeln und erfolgreich ler
-
nen zu können? Die Hauptschu
-
le bietet dafür wichtige päda
-
gogische Möglichkeiten: per
-
sönliche Beziehungen, indivi
-
duelle Förderung, überschau
-
bare Strukturen und
praxisorientiertes Lernen.«

Die drei Kooperationspart
-
ner fordern, die Hauptschule
als eigenständige Schulform
zu sichern und zu erhalten.
Hauptschulen bräuchten
verlässliche Rahmenbedin
-
gungen und ausreichende
Ressourcen, damit indivi
-
duelle Förderung tatsäch
-
lich stattfinden kann. Zu
-
dem sollte das praxisori
-
entierte Lernen deutlich
ausgebaut werden, etwa
in Form von Werkstätten,
Projekten, Schülerfirmen,
Technikangeboten und Kooperationen mit Betrieben,
heißt es in einem gemeinsamen Positionspapier.

Dabei gelte es, die Stärken kleiner Systeme bewusst zu nutzen. Persönliche Beziehun
-
gen, verbindliche Strukturen und individuelle Begleitung sollten ein Markenzeichen mo
-
derner Hauptschulen sein. Ein weiterer wesentlicher Aspekt sei, die gesellschaftliche
Wertschätzung der beruflichen Bildung zu stärken. Eine erfolgreiche Ausbildung sei ein
Bildungsweg mit Zukunft und keine Alternative zweiter Klasse. Gerade vor diesem Hin
-
tergrund seien Hauptschulen wichtiger denn je.

In diesem Zusammenhang würdigt die Initiative ‘Hauptschule hat Zukunft’ das positi
-
ve Zeichen, das das NRW-Schulministerium mit dem Hauptschultag am 8. Oktober ge
-
setzt habe. Nun müssten jedoch weitere Schritte folgen – für moderne Hauptschulen mit
echten Zukunftsperspektiven.

Die Kampagne ‘Hauptschule hat Zukunft’ wird von
lehrer
nrw
unter anderem auf Instagram flankiert.

SCHULE & POLITIK

21

5/2026 ·
lehrer nrw

Medienscouts NRW:
Landesregierung weitet
Angebot aus

D
D
ie NRW-Landesregierung weitet das
Angebot ‘Medienscouts NRW’ aus.
Speziell zu Medienscouts ausgebil
-
dete Schülerinnen und Schüler geben an
mittlerweile mehr als 1300 nordrhein-west
-
fälischen Schulen ihren Mitschülerinnen und
Mitschülern Orientierung bei der Nutzung
digitaler Medien. Insgesamt gibt es inzwi
-
schen bereits 8500 Medienscouts und 3600
Beratungsfachkräfte in Nordrhein-Westfa
-
len.

Das Angebot bekommt ab 2027 zusätzli
-
che Zielsetzungen und Inhalte. Die finanziel
-
le Förderung wird erhöht und ist für weitere
drei Jahre gesichert. Das Schulministerium
unterstützt das von der Landesanstalt für
Medien NRW (LFM NRW) initiierte und be
-
treute Projekt künftig mit jährlich 55
0
000
Euro und damit mit 5
0
000 Euro mehr pro
Jahr. Bis zum Jahr 2029 stehen so insgesamt
1,65 Millionen Euro zur Verfügung.

Schulministerin Dorothee Feller stellte das
erweiterte Programm am 15. September auf
der Medienscouts-Convention in Düsseldorf
vor. So sollen die Medienscouts beispielswei
-
se das Thema Demokratiekompetenz in den
Schulen noch mehr in den Fokus rücken. Es
gibt zusätzliche Qualifizierungs- und Work
-
shopangebote.

Bei der Veranstaltung, an der rund 250
Medienscouts und Beratungsfachkräfte teil
-
nahmen, ging es in Workshops und Diskussi
-
onsformaten unter anderem um Desinforma
-
tion und Manipulationsstrategien im Netz,
Radikalisierungsdynamiken auf digitalen
Plattformen und Sextortion, also Erpressung
mit Nacktbildern. Gemeinsam erarbeiteten
die Medienscouts Strategien und Hand
-
lungsempfehlungen, die sie anschließend
direkt an ihre Schulen weitergeben können.

Auch die Betreuungsfachkräfte nutzten die
Medienscouts-Convention, um sich mit Kolle
-
ginnen und Kollegen aus ganz Nordrhein-
Westfalen zu vernetzen, Erfahrungen auszu
-
tauschen und voneinander zu lernen. Zum
Abschluss der Convention zeigte Content
Creator Jon Mesenberg, wie politische und
gesellschaftliche Phänomene auf Social Me
-
dia verständlich vermittelt werden können
und warum Medienkompetenz im Umgang
mit Informationen wichtiger denn je ist.

Medienscouts-Convention in Düsseldorf:
In Workshops wurden zum Beispiel
Strategien und Handlungsempfehlungen für die praktische Arbeit der Medienscouts entwickelt.

Foto: Landesanstalt für Medien NRW

lehrer nrw ·
5/2026

22

Des einen Pflicht,

des anderen Recht

Neue Rechtsprechung: Die Bedeutung der
Pflicht zur Teilnahme an Klassenfahrten

W
W
er bei dem Gedanken an Klassen
-
fahrten Reiselust bekommt und
ausschließlich an Spaß und ein
-
prägsame, entspannte Zeiten mit Schülerin
-
nen und Schülern denkt, ist vermutlich alles,
nur keine erfahrene Lehrkraft. Denn Lehre
-
rinnen und Lehrer wissen, dass bei der Or
-
ganisation und Durchführung stets auch mit
Herausforderungen und sogar handfesten
Problemen zu rechnen ist. Diese können in
der gesundheitlichen Verfassung der Schüle
-
rinnen und Schüler oder im sozialen Gefüge
innerhalb der Klassengemeinschaft begrün
-
det sein. Da liegt es von Seiten der Lehrkräf
-
te beziehungsweise Schulen nahe, gegebe
-
nenfalls bestimmte Schülerinnen und Schü
-
ler von der Teilnahme ausschließen zu wol
-
len.

RECHT
§
AUSLEGER

von
CHRISTOPHER LANGE

Des einen Pflicht,

des anderen Recht

Neue Rechtsprechung: Die Bedeutung der
Pflicht zur Teilnahme an Klassenfahrten

Messung des Blutzuckerspiegels

bei einem Kind.
Ob es nun um Diabe-

tes oder andere Krankheiten oder Einschrän
-
kungen geht: Per se darf kein Schüler und
keine Schülerin von einer Klassenfahrt ausge
-
schlossen werden. Soweit mögliche Risiken
beherrschbar sind, sollte immer die Ermögli
-
chung der Teilnahme das Ziel sein.

Umgekehrt kann es auch vorkommen,
dass einzelne Schülerinnen und Schüler
selbst lieber von der Fahrt fernbleiben wol
-
len. Dabei wird aber leicht unterschätzt,
dass Klassenfahrten, nicht anders als an
-
dere schulische Veranstaltungen, grund
-
sätzlich Pflichtveranstaltungen sind und
ein Fernbleiben an hohe Voraussetzungen
geknüpft ist. Dies zeigen vier aktuelle Bei
-
spiele aus Justiz und jüngster Rechtspre
-
chung. Sie machen deutlich, dass die Pflicht
zur Teilnahme an Klassenfahrten keines
-
wegs nur eine Frage der Anwesenheit ist.
Vielmehr geht es um das Verhältnis von
Schulpflicht, Bildungs- und Erziehungsauf
-
trag, Fürsorge, Aufsicht, Gesundheitsschutz
und dem Recht auf Teilhabe.

Klassenfahrten als Bestand
-
teil des Bildungsauftrags

Klassenfahrten gehören für viele Schülerin
-
nen und Schüler zu den prägenden Erfah
-
rungen ihrer Schulzeit. Gemeinsam mit der
Klasse unterwegs zu sein, neue Orte ken
-
nenzulernen, hat eine andere Qualität als
regulärer Unterricht. Gerade deshalb sind
Klassenfahrten rechtlich mehr als ein frei
-
williges Freizeitangebot. Sie sind grundsätz
-
lich Bestandteil des schulischen Bildungs-
und Erziehungsauftrags.

Das Verwaltungsgericht (VG) Düsseldorf
hat dies im September 2026 ausdrücklich
hervorgehoben
1
. Klassenfahrten fördern
unter anderem die Klassengemeinschaft,
die soziale Integration und die Persönlich
-
keitsentwicklung. Auch das VG Hamburg
stellte kurze Zeit später heraus, dass die
Schulpflicht nicht auf den täglichen Unter
-
richt beschränkt ist
2
. Zum staatlichen Bil
-
dungs- und Erziehungsauftrag gehören viel
-
mehr auch schulische Veranstaltungen, die
die Teilhabe am sozialen und gesellschaftli
-
chen Leben fördern.

Aus dieser Einordnung folgt eine wichti
-
ge Konsequenz: Schülerinnen und Schüler
können nicht allein deshalb zu Hause blei
-
ben, weil sie oder ihre Eltern die Teilnahme
nicht wünschen. Umgekehrt kann die Schu
-
le eine Schülerin oder einen Schüler aber
auch nicht ohne Weiteres von einer Fahrt
ausschließen.

Fall 1:

Teilnahme bedeutet
auch Teilhabe

Besonders deutlich wird die Bedeutung der
Klassenfahrt bei Kindern mit Behinderun
-
gen oder chronischen Erkrankungen. Gera
-
de hier kann die Teilnahme am gemeinsa
-
men Schulleben ein wesentlicher Bestand
-
teil von Inklusion sein. Würde ein Kind
bei jeder Veranstaltung ausgeschlossen,
sobald eine zusätzliche Betreuung oder
besondere Organisation erforderlich ist,
könnte aus einer eigentlich notwendigen
Unterstützung schnell eine dauerhafte
Ausgrenzung werden.

Ein Beispiel hierfür liefert ein Beschluss
des VG Düsseldorf vom September 2026.
Ein Grundschüler mit einer Herzerkran
-
kung sollte zunächst nicht an einer mehr
-
tägigen Klassenfahrt teilnehmen. Das zu
-
ständige Schulamt hielt an dem Ausschluss
fest. Das Gericht verpflichtete die Behörde
jedoch, die Teilnahme zu ermöglichen.

Nach den vorgelegten fachärztlichen
Stellungnahmen war nicht erkennbar, dass
sich der Gesundheitszustand des Kindes
durch die Fahrt verschlechtern würde. Im
Wesentlichen musste sichergestellt wer
-
den, dass das Kind regelmäßig seine Medi
-
kamente einnimmt.

Das Gericht stellte klar, dass es grund
-
sätzlich Aufgabe der Schule ist, nach ge
-
eigneten und zumutbaren Lösungen zu su
-
chen. Die Verantwortung für die Organisa
-
tion einer inklusiven Teilnahme darf nicht
einfach auf die betroffenen Kinder oder
deren Eltern verlagert werden. Organisato
-
rische Schwierigkeiten oder ein erhöhter
Betreuungsaufwand reichen grundsätzlich
nicht aus, um ein Kind von einer Klassen
-
fahrt auszuschließen.

Fall 2:

Auch besondere Betreu
-
ungsbedürfnisse recht-
fertigen nicht automatisch
einen Ausschluss

Noch deutlicher zeigt sich dieser Gedanke
in einem weiteren Verfahren vor dem VG
Düsseldorf
3
. Ein neunjähriger Schüler mit
Autismus und ADHS sollte zunächst nicht
an einer Klassenfahrt nach Spiekeroog teil
-
nehmen. Die Schule befürchtete, dass er
sich selbst oder andere gefährden könnte.
Die Schule hielt deshalb eine zuverläs
-

23

5/2026 ·
lehrer nrw

RECHT
§
AUSLEGER

Foto: AdobeStock/Maya Kruchancova

sige Beaufsichtigung während der Fahrt
für nicht gewährleistet und schloss den
Jungen zunächst aus. Die Eltern organisier
-
ten daraufhin kurzfristig eine durchgehen
-
de Eins-zu-eins-Betreuung durch eine Inte
-
grationskraft.

Das Gericht sah den Ausschluss unter
diesen Umständen als unverhältnismäßig
an. Selbst wenn ein besonderes Risiko be
-
stehe, müsse zunächst geprüft werden, ob
dieses Risiko durch geeignete Maßnahmen
beherrscht werden könne.

Damit wird ein zentraler Grundsatz
sichtbar: Nicht die Frage »Wie können wir
das Kind von der Fahrt fernhalten?« sollte
im Vordergrund stehen, sondern »Welche
angemessenen Vorkehrungen sind not
-
wendig, damit das Kind teilnehmen
kann?«

Die Entscheidung verdeutlicht zugleich,
dass Inklusion für die Schule mit zusätzli
-
chem Aufwand verbunden sein kann. Die
-
ser Aufwand darf jedoch nicht ohne Weite
-
res zum Ausschlussgrund werden. Das
Recht des Kindes auf schulische Bildung
und diskriminierungsfreie Teilhabe kann
schwerer wiegen als organisatorische Er
-
schwernisse.

Fall 3:

Die Teilnahmepflicht
hat Grenzen

Die Verpflichtung zur Teilnahme bedeutet
allerdings nicht, dass Schülerinnen und
Schüler unter allen Umständen mitfahren
müssen. Die Schule hat zugleich eine
Schutz- und Aufsichtspflicht. Besteht eine
konkrete Gefahr für die Gesundheit oder
Sicherheit eines Kindes oder anderer Schü
-
lerinnen und Schüler, kann ein Ausschluss
im Einzelfall gerechtfertigt sein.

Wie ernst diese Verantwortung ist, zeigt
der Tod eines elfjährigen Schülers während
einer Klassenfahrt in Niedersachsen im Ju
-
ni 2026
4
. Der Junge klagte in einem Schul
-
landheim über Atemnot und verlor das
Bewusstsein. Trotz eingeleiteter Rettungs
-
maßnahmen starb er. Die Staatsanwalt
-
schaft Hannover leitete später Ermittlun
-
gen gegen zwei Lehrkräfte wegen des Ver
-
dachts der fahrlässigen Tötung durch Un
-
terlassen ein.

Der Fall macht deutlich, dass die Teilnah
-
me an einer Klassenfahrt immer auch mit
Verantwortung verbunden ist. Lehrkräfte
müssen die ihnen bekannten gesundheitli
-
chen Besonderheiten berücksichtigen, Not
-
fallmaßnahmen vorbereiten und ihre Auf
-
sichtspflichten erfüllen. Um Unsicherheiten
für Lehrkräfte im Hinblick auf gesundheitli
-
che Risiken für Schülerinnen und Schüler
zu vermeiden, bemüht sich
lehrer nrw
da
-
rum, dass das Schulministerium ein Formu
-
lar bereitstellt, mit dem sich die wichtigen
Punkte, die bei der Durchführung einer
Fahrt zu erfüllen sind, systematisch ab-
haken lassen.

Eine solche strukturierte Vorbereitung
ersetzt dabei nicht die individuelle Prüfung
des jeweiligen Einzelfalls, kann Lehrkräften
aber eine Orientierung und Handlungssi
-
cherheit geben.

Fall 4:

Auch Angst vor Mobbing
reicht nicht ohne Weiteres
für eine Befreiung

Eine andere Frage stellt sich bei Schülerin
-
nen und Schülern, die wegen Konflikten
oder Mobbingerfahrungen nicht mitfahren
möchten. Auch hierzu hat das VG Hamburg
im September 2026 Stellung genommen.
Eltern zweier Schülerinnen hatten wegen
einer von ihnen geschilderten erheblichen
Mobbing- und Ausgrenzungssituation die
Teilnahme ihrer Töchter an einer Klassen
-
fahrt verweigert. Die Schulbehörde ver
-
pflichtete die Eltern daraufhin zur Teilnah
-
me.

Das Gericht bestätigte diese Verpflich
-
tung im Eilverfahren. Die geschilderten
Probleme seien ernst zu nehmen, reichten
nach der dort vorgenommenen Prüfung
aber nicht aus, um einen wichtigen Grund
für eine Befreiung von der Pflichtveranstal
-
tung anzunehmen. Ausschlaggebend war
unter anderem, dass die Schule bereit war,
ein Sicherheits- und Betreuungskonzept zu
entwickeln und die Schwierigkeiten päda
-
gogisch anzugehen.

Gerade eine Klassenfahrt kann zudem ei
-
ne besondere pädagogische Bedeutung be
-
sitzen. Schülerinnen und Schüler erleben ih
-
re Klasse in einer anderen Umgebung und
unter anderen Bedingungen als im tägli
-
chen Unterricht. Das kann neue Konflikte
hervorrufen, aber ebenso die Möglichkeit
eröffnen, festgefahrene Rollen und Bezie
-
hungen zu verändern. Deshalb muss die
Schule Probleme ernst nehmen und bear
-
beiten, ohne die Klassenfahrt vorschnell
als ungeeignetes oder vermeidbares Risiko
anzusehen.

Pflicht und Fürsorge
gehören zusammen

Die vier Beispiele machen deutlich, dass
die Pflicht zur Teilnahme an Klassenfahrten
zwei Seiten hat. Einerseits haben Schülerin
-
nen und Schüler grundsätzlich die Verpflich
-
tung, an schulischen Pflichtveranstaltungen
teilzunehmen. Eltern können eine solche
Teilnahme nicht allein nach persönlichen
Vorstellungen ablehnen. Klassenfahrten er
-
füllen einen pädagogischen Zweck und sind
Teil des schulischen Lebens.

Andererseits steht die Teilnahmepflicht
unter dem Vorbehalt der Sicherheit und Zu
-
mutbarkeit. Schulen müssen gesundheitli
-
che Besonderheiten, Behinderungen, Be
-
treuungsbedarf und mögliche Konfliktsitua
-
tionen berücksichtigen. Wo Risiken durch
angemessene Maßnahmen beherrschbar
sind, soll nicht der Ausschluss, sondern die
Teilnahme im Mittelpunkt stehen.

Wenn Schülerinnen und Schüler sowie
Schulen ihre entsprechende Verantwortung
wahrnehmen, kann eine Klassenfahrt ihren
eigentlichen Zweck erfüllen: gemeinsames
Lernen, soziale Teilhabe und persönliche
Entwicklung unter Bedingungen, die die
Rechte und den Schutz aller Beteiligten
berücksichtigen.

1
Beschluss vom 2. September 2026, Az. 18 L 2138/26

2
Beschluss vom 4. September 2026; Az. 5 E 5283/26

3
Beschluss vom 2. Oktober 2026, Az. 18 L 2965/26

4 Siehe dpa Dossier Bildung vom 29. September 2026

lehrer nrw ·
5/2026

24

TITEL

Christopher Lange leitet die Rechtsabteilung
des
lehrer nrw

E-Mail: Rechtsabteilung@lehrernrw.de

Kein Bock auf Schule?

‘Lernförderliche Beziehungen zu schulmüden und
schulverweigernden Jugendlichen gestalten’ lautet der
Titel eines neuen Seminarangebots von
lehrer nrw
.

I
I
n dieser praxisorientierten Fortbildung
setzen sich die Teilnehmenden zunächst
mit typischen Lernproblemen, Selbst
-
wirksamkeitserwartungen und Resilienzfak
-
toren schulmüder und schulverweigernder
Jugendlicher auseinander. Sie lernen hand
-
lungsorientierte didaktisch-methodische
Ansätze kennen, die Beteiligung, Erfolgs-
erlebnisse und den Erwerb von Handlungs
-
kompetenzen fördern können.

Anschließend wird anhand konkreter Bei
-
spiele aus Unterricht und Beratung erarbei
-
tet, wie sich Beziehungen zwischen Lehr
-
kräften und schulmüden und schulverwei
-
gernden Jugendlichen entwickeln. Im Mittel
-
punkt stehen der Anfangskontakt, die Be
-
deutung von Vertrauen sowie förderliche
und belastende Verhaltensweisen in Lehr
-
kräfte-Lernenden-Beziehungen. Die Teilneh
-
menden erhalten praktische Impulse, um
lernförderliche Beziehungen im schulischen
Alltag bewusst zu gestalten und Bildungs-
und Beratungsprozesse wirksam zu unter
-
stützen.

Seminartitel:
‘Lernförderliche Beziehungen zu schulmüden und

schulverweigernden Jugendlichen gestalten’

Referent:
Prof. Dr. Jens Soemers (www.jsoemers.de)

Termin:
Montag, 1. März 2027, von 9:00 bis 16:00 Uhr

Tagungsort:
Premier Inn Köln City, Mediapark, Hansaring 97, 50670 Köln

lehrer nrw
Seminar-Nr.:
2027-0301

Anmeldeschluss:
25. Januar 2027

Die Teilnahmegebühr
für Mitglieder von
lehrer nrw
beträgt 169 EUR

und für sonstige Teilnehmer 219 EUR
(jeweils inklusive Tagesverpflegung)

lehrer nrw ·
5/2026

26

FORTBILDUNGEN

lehrer nrw

(vormals RLV NRW)
feiert sein
80-jähriges Bestehen!

Profitieren Sie als
lehrer nr
w
-
Mitglied mit einem einmaligen
Rabatt von 20 Euro auf die Teil-
nahmegebühr für eine beliebige
Fortbildung aus dem Programm
von
lehrer nrw
.

Bitte bei der Anmeldung unter
‘Zusätzliche Bemerkungen’
das Wort
‘Jubiläum’
eingeben.

Die Aktion ist auf das Jahr 2026 begrenzt.

ANMELDUNG

www.lehrernrw.de/lehrernrw-de-fortbildungen/lehrernrw-de-fortbildungsuebersicht/

Foto: AdobeStock/Lifeisbeautiful

Seminar
Nr.

Titel

Kurzinhalt

Referenten

Wo

Wann

Uhrzeit

Gebühr

lehrer nrw-
Mitglied

Gebühr
sonst.
Teilnehmer

Anmelde
-
schluss

2026-1112

Glaube nicht alles, was du
denkst: Wege zu mehr Selbst-
vertrauen im Schulalltag

Lehrkräfte, die sich überfordert fühlen, richten den Blick oft auf äußere Belastungen. Dabei wird meist übersehen, dass auch
unbewusste innere Überzeugungen mitwirken. In dieser Fortbildung gewinnen Sie mehr innere Freiheit im Schulalltag.

Gabi

Schmidt

Premier Inn Köln City Mediapark
Hansaring 97

50670 Köln

Donnerstag
12.11.2026

09:00 bis
16:30 Uhr

169
€

219
€

auf Anfrage

2026-1118

Recht im Schulalltag

Der Fachunterricht steht an erster Stelle, ist aber nicht alles. Der Lehrberuf bietet darüber hinaus noch viele interessante, aber
auch herausfordernde Aufgaben. Rechtssicherheit verleiht in diesem Kontext Souveränität. Diese Fortbildung informiert über
wichtige rechtliche Grundlagen, die Lehrkräfte für ihren Berufsalltag benötigen und beantwortet kompetent die Fragen der

Teilnehmenden.

Christopher
Lange

GDL Sitzungsraum 1. OG

Graf-Adolf-Straße 84

40210 Düsseldorf

Dienstag
17.11.2026

14:00 bis
17:00 Uhr

45
€

75
€

auf Anfrage

2026-1126

Erfolgreiche Anschlussberatung
in der Sekundarstufe I

Dieses Seminar stellt Ihnen ein umfassendes Beratungsinstrument als Präsentation zur Verfügung, mit dem Sie allgemein jede
Bildungssituation eines Schülers oder einer Schülerin ab Klasse 8 darstellen und auf dieser Basis fundiert beraten können.
Sie können im Anschluss an das Seminar als STUBO selbst umfassend beraten, als Klassenleitung persönliche Fragen direkt
beantworten und alle KAoA-Maßnahmen der Landesregierung professionell flankieren.

Sebastian
Potschka

Webinar

Donnerstag
26.11.2026

15:00 bis
17:00 Uhr

20
€

30
€

12.11. 2026

2026-1202

Motivierende Gesprächsführung:
Menschen helfen, sich zu
verändern (Basisseminar)

Das Seminar gibt einen Überblick über die Werkzeuge und die Grundhaltung in der motivierenden Gesprächsführung und lädt in
abwechslungsreichen Übungen zum Ausprobieren ein. Das hier erlernte Wissen ist nutzbar in Gesprächen mit Schülerinnen, Schülern,
Eltern, Kolleginnen sowie Kollegen und übertragbar auf alle Gespräche, bei denen es um Veränderungen jeder Art geht.

Yvonne

Michel

Leonardo Düsseldorf City Center
Ludwig-Erhard-Allee 3

40227 Düsseldorf

Mittwoch
02.12.2026

09:30 bis
17:00 Uhr

169
€

219
€

auf Anfrage

2026-1209

»Aufgeben?! Für mich keine
Option!«
–
Unterrichten mit 50+
Mein Growth Mindset

 Mein Vagusnerv und ich – Aromatherapie als Unterstützung im Schulalltag

 Besserer Schlaf
–
Tipps und Ideen

 Bewussterer Umgang mit den eigenen Glaubenssätzen – was will ich ändern?

 Lifehacks für Lehrerinnen und Lehrer – Strategien, um Überlastung zu vermeiden

 Wie entwickle ich einen gesunden Umgang mit Digitalisierung – im Schulalltag und nach der Schule?

 Konferenz- und Business-Yoga

Claudia
Graack

und

Ulrike

Fischer

Die Wolfsburg

Falkenweg 6

45478 Mülheim an der Ruhr

Mittwoch
09.12.2026

12:30 bis
17:00 Uhr

100
€

150
€

04.11. 2026

2027-0216

»Stress lass nach!«
–
Einfache
und effektive Selbstregulierung
mit EFT-Tapping

Stressige Phasen und belastende Gefühle sind im aufreibenden Schulgeschehen mitunter nicht zu vermeiden. In dieser Fortbildung
lernen die Teilnehmenden die wissenschaftlich fundierte EFT-Klopftechnik kennen, mit der sie ihr Nervensystem und Gehirn beruhigen,
herausfordernde Gefühle regulieren können und dadurch Entlastung und Erleichterung erfahren.

Gabi

Schmidt

Ringhotel Drees

Hohe Straße 107

44139 Dortmund

Dienstag
16.02.2027

09:30 bis
17:00 Uhr

169
€

219
€

13.01.2027

2027-0222

Generation Alpha: Schülerinnen
und Schüler ohne Zuversicht und
Anstregungsbereitschaft?
Kleine Nudging-Ideen

Im Seminar betrachten wir kurz die aktuelle Studienlage, um ‘diese Generation’ besser verstehen zu können. Wir erkennen ihre Beson
-
derheit und schauen in die lösungsorientierte Beratung, die hier Ideen anbietet, mit kleinen Kniffen die Zuversicht und Anstrengungs
-
bereitschaft ein wenig anzustupsen.

Tanja
Schmitz-
Remberg

Leonardo Düsseldorf City Center
Ludwig-Erhard-Allee 3

40227 Düsseldorf

Montag
22.02.2027

09:30 bis
16:00 Uhr

169
€

219
€

18.01.2027

2027-0301

Lernförderliche Beziehungen zu
schulmüden und schulverwei
-
gernden Jugendlichen gestalten

In dieser praxisorientierten Fortbildung setzen sich die Teilnehmenden zunächst mit typischen Lernproblemen, Selbstwirksamkeitserwar
-
tungen und Resilienzfaktoren schulmüder und schulverweigernder Jugendlicher auseinander. Sie lernen handlungsorientierte didaktisch-
methodische Ansätze kennen, die Beteiligung, Erfolgserlebnisse und den Erwerb von Handlungskompetenzen fördern können.

Prof. Dr.

Jens

Soemers

Premier Inn Köln City Mediapark
Hansaring 97

50670 Köln

Montag
01.03.2027

09:00 bis
16:00 Uhr

169
€

219
€

25.01.2027

www.lehrernrw.de

lehrer nrw ·
5/2026

28

SENIOREN

Goldener Herbst im Harz

durch den farbenfrohen Kurpark schenkte

S
S
chon der erste Nachmittag in Bad
Lauterberg machte Lust auf mehr:
Bei Kaffee und Kuchen auf der Hotel
-
terrasse ließen wir es uns gut gehen, bevor
uns der Sessellift auf den Hausberg brachte.
Oben angekommen, genossen wir bei strah
-
lend blauem Himmel den herrlichen Blick
über die Stadt und die herbstliche Land
-
schaft. Ein gemütlicher Spaziergang durch
den Kurpark und ein geselliger Abend im
Hotel rundeten den gelungenen Auftakt ab.

Mit der Dampflok
auf den Brocken

Ein ganz besonderes Erlebnis war die Fahrt

Vom 4. bis 8. Oktober erlebten knapp zwanzig
lehrer nrw
-
Seniorinnen und Senioren bei einer Herbstfahrt in den Harz
fünf wunderbare Tage mit viel Sonnenschein, guter Stim
-
mung und zahlreichen gemeinsamen Erlebnissen.

mit der historischen Brockenbahn. Gemäch
-
lich schnaufte die Dampflok durch die ein
-
drucksvolle Landschaft hinauf zum Brocken,
wo uns strahlender Sonnenschein und eine
fantastische Fernsicht erwarteten. Wir er
-
kundeten den Gipfel, genossen die frische
Bergluft und ließen uns Bratwurst, Kaffee
und Kuchen im Freien schmecken. Die herrli
-
chen Ausblicke während der Berg- und Tal
-
fahrt machten diesen Ausflug zu einem un
-
vergesslichen Höhepunkt unserer Reise.
Auch die folgenden Tage boten viele schöne
Eindrücke. Im ehemaligen Zisterzienserklos
-
ter Walkenried tauchten wir bei einer inte
-
ressanten Führung in vergangene Zeiten
ein. Besonders stimmungsvoll war die an
-
schließende Kaffeepause im Klostergarten.
An der Königshütte erfuhren wir Spannen
-
des über die Geschichte der Anlage und
konnten alte Maschinen aus nächster Nähe
erleben. Ein Spaziergang entlang der Oder

uns weitere schöne Herbstmomente.

Eintauchen ins
malerische Wernigerode

Wernigerode begeisterte uns mit seinen lie
-
bevoll restaurierten Fachwerkhäusern und
den malerischen Gassen. Bei einer Stadtfüh
-
rung entdeckten wir die schönsten Seiten
der historischen Stadt. Anschließend blieb
genügend Zeit für einen gemütlichen Bum
-
mel oder eine Fahrt hinauf zum Schlossberg.
Der herrliche Blick über Wernigerode und
die umliegende Landschaft war ein weiterer
Höhepunkt bei bestem Ausflugswetter.

Erst am Abreisetag zeigte sich der Harz
von seiner regnerischen Seite. Doch das
konnte unsere gute Stimmung kaum trüben,
denn wir hatten das große Glück, die ge
-
samte Reise bei überwiegend strahlendem
Sonnenschein und angenehmen Temperatu
-
ren zu erleben.

Mit vielen schönen Erinnerungen, beein
-
druckenden Ausblicken und dem guten Ge
-
fühl, gemeinsam eine wunderbare Zeit ver
-
bracht zu haben, traten wir die Heimreise
an. Diese Herbstfahrt hat uns einmal mehr
gezeigt, wie schön es ist, gemeinsam unter
-
wegs zu sein und neue Eindrücke miteinan
-
der zu teilen.
Monika Holder

Gut gelaunt im Goldenen
Herbst:
Die
lehrer nrw
Gruppe vor
dem Hotel in Bad Lauterberg.

Sonniges Gruppenbild in 1142 Meter Höhe:

Die Seniorinnen und Senioren auf dem Brocken.

SENIOREN

UNBEDINGT VORMERKEN: HIGHLIGHTS 2027
UNBEDINGT VORMERKEN: HIGHLIGHTS 2027

Dein Handy – das unbekannte Wesen?

D
D
ass man mit dem Smartphone telefonie
-
ren und Fotos machen kann, ist für alle
eine Selbstverständlichkeit. Aber welche
zahlreichen Möglichkeiten sinnvoller
Nutzung birgt dieses kleine Gerät noch?
Darüber haben sich während der IT-Fortbil
-
dung in Köln am 29. und 30. September
vierzehn pensionierte Kolleginnen und drei
Kollegen informieren lassen.

Die auf dem Gerät gespeicherten Daten
in sicheren Händen zu haben, stand ganz
zu Anfang auf der Tagesordnung. Dabei
ging es um die zuverlässige Sicherung des
Smartphones, um Sperrcodes, Ortungsmög
-
lichkeiten des Telefons nach Verlust und um
eine Datensicherung zum Beispiel in der
Cloud.

Auch das Aufräumen, Verschieben und
Löschen von Dateien und Ordnern zeigte
der Referent Jan Jantzen den Teilnehmerin
-
nen und Teilnehmern ganz praktisch an den
jeweils eigenen Handys. Gleichermaßen in
-
teressant war die Arbeit, auf den Smartpho
-
nes Wallets einzurichten und so Bezahlmög
-
lichkeiten mit dem Handy zu ermöglichen.

Die Arbeit mit sozialen Medien wie Whats-
App und Facebook fesselte die siebzehn
Kolleginnen und Kollegen, weil sie nicht nur
die Vor- und Nachteile erklärt bekamen,
sondern weil sie auch die Privatsphären-
Einstellungen auf ihre Person zugeschnitten
einstellen konnten. Zudem erfuhren sie,
wie sie die auf dem Handy eingerichteten
Whats-App-Chats auch auf ihrem Laptop
einsehen und bearbeiten können. Der kolle
-
giale Austausch am Abend ist neben der
Wissensvermittlung im Rahmen der Fortbil
-
dung natürlich ebenso ein ganz wichtiger
Bestandteil einer solchen Veranstaltung.
Denn das Sprechen miteinander stellt einen
hohen Wert dar, der das Leben miteinander
beflügelt.

Am Schluss dieser IT-Schulung für Senio
-
ren und Seniorinnen dankte Monika Holder,
die Seniorenbeauftragte des
lehrer nrw
, im
Namen aller Anwesenden dem Referenten
Jan Jantzen für die vielen Informationen
und praktischen Übungen, mit denen er uns
auf seine freundliche und zugewandte Art
unser Smartphone nähergebracht hat.

Manfred Berretz

Seminar mit Mehrwert:
Was das Smartphone jenseits der Standardfunktio
-
nen noch so alles kann, lernten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der IT-Schulung.

Nordseekreuzfahrt im Oktober 2027

B
ei der geplanten Herbstfahrt der
lehrer nrw
Seniorinnen und Senioren geht es vom
22. bis 29. Oktober 2027 auf hohe See. Von Hamburg aus führt die Route der ‘MSC Pre
-
ziosa’ nach Southampton, Le Havre, Rotterdam sowie Zeebrugge und schließlich wieder
zurück nach Hamburg. Die Kreuzfahrt kostet ab 849 Euro. Im Preis enthalten sind 7 Über
-
nachtungen sowie Verpflegung mit Vollpension und Getränken (bei Alkohol Hausmarken).

ACHTUNG: Die Anmeldung muss bis zum 22. Dezember 2026 erfolgen, danach erlischt die Option!

Exkursion nach Warendorf
im September 2027

E
ine Exkursion nach Warendorf, die
‘Stadt der Pferde’, steht für den 15. Sep
-
tember im Veranstaltungskalender 2027.
Unter anderem ist eine Führung durch
das Gestüt Warendorf geplant.

lehrer nrw ·
5/2026

30

ANGESPITZT

Zwischen Adrenalinkick und Herzklabaster

N
N
ils ist laktoseintolerant. Carina hat
eine Nussallergie. Bei Luke droht
beim Verzehr von Zitrusfrüchten (auch
in geringsten Mengen) ein anaphylakti
-
scher Schock (ein Notfallset trage er
aber immer am Mann). Helen hat Dia
-
betes, daher sei ein Entgleisen des Glu
-
kosespiegels unbedingt zu vermeiden.
Sie sei aber gut eingestellt, und über die
App auf Ihrem Handy sei das Monito
-
ring gar kein Problem (wenn nur der
Akku aufgrund ihrer Social Media Akti
-
vitäten nicht immer so schnell leer wä
-
re, hat ihre Mutter im Fragebogen an-
gegeben, garniert mit einem Zwinker-
smiley). Karim hat ADHS, aber wenn er
seine Medikamente regelmäßig nimmt,
fällt das praktisch gar nicht auf. Für Si
-
mon möge das Essen bitte koscher sein
und für Fatima nach Möglichkeit halal.
Franca, Tom und Lea bevorzugen vega
-
ne Kost. Johannes isst eigentlich alles,
bis auf Salat, Gemüse und Obst (eine
Gurkenscheibe auf dem Cheeseburger
ist aber o.k.). Nancy ist hochbegabt
(was sie meist dezent verbirgt) und
deshalb bei Unterforderung gelegent
-
lich ein bisschen aggro (was sie weni
-
ger dezent verbirgt). Ach ja: Kristin
darf auf keinen Fall in ein Zimmer
mit Denise, Ilona und Sarah. Svenja
und Jelena wären aber o.k.

Ja, was die 8a an Allergien, Nah
-
rungsmittelunverträglichkeiten, gesund
-
heitlichen Einschränkungen, sozialen
und sonstigen Auffälligkeiten zu bieten
hat, ist bisweilen umfangreicher als die
Liste an Zusatzstoffen in Energydrinks,
Tiefkühlpizza und Gummibärchen zu
-
sammen. Darum ist jede Klassenfahrt
für das begleitende pädagogische Per
-
sonal ein stetes Pendeln zwischen Adre
-
nalinkick und Herzklabaster. In der Ju
-
gendherberge sind Lehrerinnen und
Lehrer in Personalunion Pädagogen,
Psychologen, Krankenschwestern,
Schlichter und Richter, Animateure und
gelegentlich auch Dompteure. Wer von
einer Klassenfahrt mit der 8a zurück
-
kehrt, den haut im Schulalltag nichts
mehr um.

Apropos, kleiner Nachtrag zur 8a:
Yannik hat weder eine Allergie, noch
eine Nahrungsmittelunverträglichkeit
und auch sonst keine medizinischen
Probleme von Belang. Nur eine kleine
Sache wäre da, hat sein Vater im Frage
-
bogen notiert: Bei Vollmond verwandelt
sich der Bursche in einen Werwolf. Da
-
her wäre ein Einzelzimmer mit eigenem
Bad und WC durchaus sinnvoll – »aus
Sicherheitsgründen, Sie verstehen
schon…«
Jochen Smets

Leiter A (zum Aufwärmen):

LAUB

–
>

–
>

–
>

BAUM

Leiter B (für Fortgeschrittene):

MOST

–
>

–
>

–
>

–
>

LAUB

Leiter C (für Fortgeschrittene):

SAFT

–
>

–
>

–
>

–
>

MOST

Leiter D (für Profis):

NASS

–
>

–
>

–
>

–
>

–
>

KALT

Variante:
Bauen Sie selbst eine Wortleiter, zum Beispiel von WIND zu WALD, und lassen Sie Kolleginnen oder Kollegen raten.

Herbstliche Wortleitern

Es wird herbstlich.
Verwandeln Sie das erste
Wort Schritt für Schritt in
das letzte. Pro Schritt
dürfen Sie genau einen
Buchstaben austau
-
schen. Die Reihenfolge
der Buchstaben bleibt
gleich, und jedes Zwi
-
schenwort muss ein ech
-
tes deutsches Wort sein.

Erntezeit in Zahlen

Über Feedback zu meinen Gehirnjogging Übungen würde ich mehr sehr freuen: mail@heike-loosen.de
Heike Loosen

Lösung Aufgabe 1: Leiter A: LAUB – RAUB – RAUM – BAUM | Leiter B: MOST – MAST – LAST – LAUT – LAUB | Leiter C: SAFT – HAFT – HAST – MAST – MOST | Leiter D: NASS – FASS – FAST –
HAST – HALT – KALT |
Andere richtige Wege zählen natürlich auch.
|
Lösung Aufgabe 2, Teil 1: a)
23 NÜSSE. DER ZUWACHS WIRD JEDEN TAG UM EINS GRÖSSER: +1, +2, +3, +4, +5, +6
| b)
26
KASTANIEN. DER KORB VERDOPPELT SICH, UND AUF DEM HEIMWEG FALLEN JEWEILS 2 KASTANIEN HERAUS
| c)
21. JEDE ZAHL IST DIE SUMME DER BEIDEN VORHERIGEN (FIBONACCI-FOL
-
GE)
|
Lösung Aufgabe 2, Teil 2:
ERNTEKISTE:
= 10,
= 4,
= 3. ALSO 10 + 4 X 3 = 22,
denn Punkt- gilt vor Strichrechnung. Wer 42 hat, ist in die Falle getappt.

HIRNJOGGING

31

5/2026 ·
lehrer nrw

AUFGABE 1

AUFGABE 2

Jetzt wird es etwas kniffliger.

Teil 1:

Wie geht es weiter?
Finden Sie die Regel und ergänzen Sie die fehlende Zahl.

a)
Das fleißige Eichhörnchen:
Ein Eichhörnchen legt seinen Wintervorrat an.
Von Montag bis Samstag vergräbt es 2, 3, 5, 8, 12 und 17 Nüsse. Wie viele Nüsse werden es am Sonntag sein?

b)
Der Kastanienkorb:
Bei jedem Sammelgang verdoppelt sich der Inhalt des Korbs. Auf dem Heimweg fallen allerdings jedes
Mal Kastanien heraus. Der Korb zeigt nacheinander 5, 10, 8, 16, 14 und 28 Kastanien. Wie viele sind es beim nächsten Stand?

c)
Das Geheimnis der Sonnenblume:
Die Kerne einer reifen Sonnenblume sind in Spiralen angeordnet.
Deren Anzahl folgt dieser berühmten Reihe: 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13. Welche Zahl kommt als Nächstes?

Variante für Profis:
Lesen Sie jede Reihe nur einmal, decken Sie sie dann ab und rechnen Sie im Kopf weiter.

Teil 2:

Die Erntekiste.
Jedes Symbol steht für eine Zahl.

+
+
= 30
+
+
= 18
+
+
= 10
+
x
=
?