lehrer nrw und VDR auf der didacta
Starker Auftritt
Mit einem überzeugenden Auftritt auf der didacta hat lehrer nrw Werbung für sich selbst und für den Lehrberuf betrieben. Der Messestand in Halle 7 war ein Ankerpunkt nicht nur für Verbandsmitglieder, sondern auch für viele, überwiegend junge Lehrkräfte, die sich dort Rat und Informationen holen konnten. Die meisten waren sehr angetan vom Serviceangebot von lehrer nrw – einige traten dem Verband sogar spontan bei.
Im Gespräch mit der Ministerin
Prominentester Gast am Gemeinschaftsstand von lehrer nrw und dem Verband Deutscher Realschullehrer war die oberste Dienstherrin der Lehrerschaft in NRW: Schulministerin Dorothee Feller schaute gleich zweimal vorbei und tauschte sich angeregt mit dem Landesvorsitzenden Sven Christoffer aus. Zu den Themen zählte ein von der Landesregierung auf den Weg gebrachtes 19. Schulrechtsänderungsgesetz, das zeitnah in die Verbändebeteiligung gehen wird. Es soll unter anderem eine Erweiterung des Katalogs der Ordnungsmaßnahmen beinhalten.
Podiumsdiskussion „Warum Lehrkraft werden?“
Auch in inhaltlicher Hinsicht hinterließ lehrer nrw Eindruck bei der didacta. So war der Verband federführend bei einer Podiumsdiskussion im Rahmenprogramm der Messe. „Warum Lehrkraft werden?“, lautete der Titel der von Verbands-Pressesprecher Jochen Smets moderierten Runde, in der vier erfahrene Pädagoginnen und Pädagogen mit viel Empathie berichteten, warum sie sich für den Lehrberuf entschieden haben – und ihn immer noch voller Leidenschaft und Herzblut ausüben. Wobei „immer noch“ auf Podiumsteilnehmerin Pia Hegener nicht ganz zutrifft: Sie ist seit 2014, zunächst als Referentin, dann als Referatsleiterin, im NRW-Schulministerium tätig, doch die ausgebildete Sonderpädagogin hat zuvor mehr als die Hälfte ihres bisherigen Berufslebens im Schuldienst verbracht – nämlich als Lehrerin und später Schulleiterin im Förderschul-Bereich. Ihre Begeisterung für den Lehrberuf klang dabei immer wieder durch – und das galt erst recht für die drei noch aktiven Lehrerinnen und Lehrer auf dem Podium: Hauptschullehrerin und Fachleiterin Wiebke Meyer, Realschullehrer und Vorsitzender junge lehrer nrw Tobias Braune sowie Realschulleiter Olaf Korte, der zugleich Leiter des Referats Schulleitung im lehrer nrw ist. Sie schilderten ihren Werdegang und machten (ohne die teils schwierigen Rahmenbedingungen auszublenden) deutlich, wie erfüllend der Lehrberuf für sie immer noch ist. Exemplarisch dafür stand ein Brief, den ein früherer Schüler an Wiebke Meyer geschrieben hatte. Der Junge stammte aus Nigeria und hatte denkbar schlechte Integrationsvoraussetzungen, als er an ihre Schule kam. Doch dank engagierter Lehrkräfte und großem persönlichen Fleiß ging er seinen Weg. Später schrieb er besagten Brief, aus dem Wiebke Meyer zitierte: „Danke, dass Sie mich inspiriert haben, das Beste aus mir herauszuholen und dass Sie für mich da waren, als ich Hilfe brauchte.“
Stehtisch-Talk mit Sarah Wanders
Um das Thema „Gewalt und Gesundheit an Schulen“ drehte sich der Stehtisch-Talk der Landeselternschaft Realschulen NRW am dritten Messetag. Dort machte Sarah Wanders, stellv. Vorsitzende von lehrer nrw, im Gespräch mit Karin Bültbrune von der LE-RS deutlich, dass verbale und körperliche Gewalt gegen Lehrkräfte in den letzten Jahren massiv zugenommen hat. Ihr Appell: „Jeder Angriff muss auch als Angriff auf die gesamte Schulgemeinde verstanden und sanktioniert werden.“ Zur Bekämpfung von Gewalt an Schulen sei es daher unerlässlich, dass Lehrkräfte, Eltern und auch Schülerinnen und Schüler gemeinsam ein klares Zeichen gegen Gewalt setzten, denn eine gewaltfreie Lernumgebung sei unter anderem auch eine Grundvoraussetzung für gelingendes Lehren und Lernen.
„Lernen und Prüfen neu denken“
Der VDR-Bundesvorsitzende Ralf Neugschwender war Gast auf einer Podiumsdiskussion mit dem Titel „Lernen und Prüfen neu denken“. Er betonte: „Künstliche Intelligenz verändert bereits heute, wie Schülerinnen und Schüler lernen – deshalb müssen wir auch unsere Prüfungsformate neu denken. Schule braucht einen positiven Leistungsbegriff, der individuelle Stärken und Kompetenzen wie Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und kritisches Denken stärker berücksichtigt. Damit das gelingt, brauchen Lehrkräfte klare rechtliche Rahmenbedingungen. Vor allem aber müssen die Bundesländer den Schulen mehr Zeit und Ressourcen geben, damit Kollegien gemeinsam innovative und rechtssichere Prüfungsformate entwickeln können.“
Neugschwender nahm auf der didacta außerdem am Panel „Next Level Berufsorientierung: Individualisiert. Digital. Wirkungsvoll.“ teil. Dort stand vor allem die Frage im Mittelpunkt, wie Schulen Jugendliche in einer zunehmend komplexen Bildungs- und Arbeitswelt besser bei der Orientierung unterstützen können.
Ein großer Dank ans Team
„Die didacta hat ihren Ruf als Innovationstreiber der Bildung klar bestätigt“, resümierte der lehrer nrw Vorsitzende Sven Christoffer. „Ganz besonders freut mich, dass wir mit unserem Team einen starken Eindruck hinterlassen haben – sowohl am Messestand als auch in den verschiedenen Gesprächs- und Diskussionsformaten. Großer Dank gebührt unseren Stand-Managern Thorsten Schmalt und Marcel Werner, die sich wieder einmal selbst übertroffen haben, sowie den zahlreichen freiwilligen Helfern, die den Messestand während der fünf didacta-Tage betreut haben.“
„Der gemeinsame Stand von VDR und lehrer nrw auf der didacta war ein voller Erfolg“, so das Fazit von Ralf Neugschwender. „Besonders wertvoll waren die vielen Gespräche mit Lehrkräften sowie Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung – etwa zu Themen wie Lehrkräftemangel, Digitalisierung und Schulentwicklung. Mein herzlicher Dank gilt lehrer nrw für die hervorragende Organisation und das vertrauensvolle, partnerschaftliche Miteinander.“
Jochen Smets
Alle Fotos: © lehrer nrw




