Pressemitteilung
Motivationskiller: Im Sek I Bereich sind Eingangsamt und Beförderungsamt nun besoldungsgleich.
Schulministerin Dorothee Feller hat heute den Startschuss in ein Schuljahr gegeben, in dem die Stimmung in den Schulen des Sekundarbereichs I kippen könnte. Dabei ist der Auslöser eigentlich eine Glanzleistung der Landesregierung: die 2022 beschlossene und ab 2023 begonnene schrittweise Anhebung der Einstiegsbesoldung der Lehrkräfte im Bereich der Primar- und der Sekundarstufe I nach A13 bzw. EG13. Rund 900 Mio. Euro kostet dieses Projekt – ein echtes Zeichen der Wertschätzung.
Doch leider hat die Landesregierung sehenden Auges einen schweren Geburtsfehler eingebaut, dessen Ausmaß mit Beginn des neuen Schuljahres zutage treten wird. Denn mit dem 1. August 2026 ist der Überführungsprozess nach A13 abgeschlossen – und damit tritt die absurde Situation ein, dass das Eingangsamt (vorher A12) und das erste Beförderungsamt in der Sek I (nach wie vor A13) besoldungsgleich sind. Auf diesen Geburtsfehler hat lehrer nrw schon bei der Vorstellung des Stufenplans im September 2022 – und seither immer wieder aufs Neue – deutlich hingewiesen.
„Leider hat die Landesregierung sämtliche diesbezüglichen Anregungen und Warnungen konsequent ignoriert“, kritisiert Sven Christoffer, Vorsitzender von lehrer nrw. „Indem Beförderungsämter im Sek I Bereich von der Besoldungsanpassung ausgeklammert werden, dürfte die Bereitschaft zur Übernahme einer Zusatzaufgabe im Schulbetrieb, die in der Regel an das Beförderungsamt gekoppelt ist, sehr schnell gegen Null gehen. Darunter leiden vor allem kleinere Systeme wie Hauptschulen und Realschulen, deren Schulleitungen damit ein wichtiges Führungsinstrument aus der Hand geschlagen wird. So bremst Schwarz-Grün Schulentwicklung aus und schickt die betroffenen Lehrkräfte mit einem echten Motivationskiller ins neue Schuljahr“, so Christoffer weiter.
Perspektivisch droht diese Entwicklung den Lehrkräftemangel vor allem in den Schulformen der Sek I, die schon jetzt erhebliche Nachwuchsprobleme haben, dramatisch zu verschärfen, warnt Christoffer: „Wer will schon an eine Schule, in der es jenseits von Schulleitung keinerlei Laufbahnperspektiven und Aufstiegschancen gibt? Wir fordern die Landesregierung daher nochmals auf, ihrem Bekenntnis zur Attraktivitätssteigerung des Lehrberufs auch für die Sek I Taten folgen zu lassen.“
28.08.2026
Jochen Smets, Pressesprecher
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