Pressemitteilung
Personalmangel: lehrer nrw fordert Masterplan für die Sekundarstufe I.
Das Bemühen der Landesregierung, den Lehrkräftemangel abzufedern, verdient Anerkennung, doch auch das nun vorgestellte Modell zur Stellensteuerung ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Tatsächlich wird sich die Personalnot insbesondere an den Haupt- und Realschulen im kommenden Schuljahr noch erheblich verschärfen. Denn dann werden knapp 1300 Lehrkräfte, die über Vorgriffsstellen vor allem an Grundschulen und weiterführenden Schulen eingesetzt waren, von dort abgezogen, weil sie wegen der Umstellung auf das G9-Abitur an den Gymnasien benötigt werden. Dafür sollen dann bis zu 300 Stellen im kommenden und bis zu 600 im darauffolgenden Schuljahr aus dem Pool für den Ausgleich von Unterrichtsausfall vergeben werden können.
„Mal abgesehen davon, dass die angekündigten Stellen bei weitem nicht ausreichend sind, unterstreicht die aktuelle Entwicklung einmal mehr die krasse strukturelle Benachteiligung der Schulen im Sekundarbereich I“, kritisiert Sven Christoffer, Vorsitzender von lehrer nrw. „Es kann doch keine Dauerlösung sein, dass Hauptschulen und Realschulen von abgeordneten Gymnasial-Lehrkräften oder aus sonstigen Pools notversorgt werden“, so Christoffer.
„lehrer nrw fordert daher ein Gesamtkonzept, das endlich Chancengleichheit für Hauptschulen und Realschulen herstellt – einen Masterplan Sek I“, betont der Verbandsvorsitzende. „Um im landes- und schulformübergreifenden Wettbewerb um Lehrkräfte-Nachwuchs nicht völlig unterzugehen, müssen die Rahmenbedingungen zwischen den Schulformen der Sek I und der Sek II zwingend angeglichen werden. Konkret fordern wir, erstens, eine Angleichung der Pflichtstundendeputate: Diese liegen bei 28 Wochenstunden für Lehrkräfte an Haupt- und Realschulen und bei 25,5 beispielsweise an Gymnasien. Zweitens brauchen wir an den Hauptschulen und Realschulen faire Laufbahnchancen. Denn dort fällt mit der zum kommenden Schuljahr vollendeten Besoldungsangleichung nach A13 das erste Beförderungsamt komplett weg. Damit gibt es an den Sek I Schulformen jenseits von Schulleitungs-Aufgaben de facto keine Aufstiegschancen mehr. Da braucht man nicht viel Phantasie, um sich auszumalen, für welche Laufbahn sich angehende Lehramtsstudierende entscheiden werden.“
06.03.2026
Jochen Smets, Pressesprecher
Original-Pressemitteilung (PDF-Datei)




